Hartz 4 Nachzahlung - Wann erfährt das Jobcenter das man gearbeitet hat?

5 Antworten

Vermutlich hat deine Mutter wohl "vergessen", den Verdienst ihrer Kinder zu melden. Daher dauert es oft eine Weile, bis der Betrug auffliegt. Aber oft fliegt er eben irgendwann auf und dann wird es teuer und kann auch strafrechtliche Konsequenzen nach sich ziehen. Dass es nun gerade die Kündigung bei Dir war, halte ich für Zufall. Das Amt hat eben Zugang zu gewissen Informationen und irgendwann fliegt man meist auf.

Deine Mutter unterschreibt jedes Mal bei Antragstellung, dass sie alle Einkünfte, die sie oder jemand in der Bedarfsgemeinschaft erzielt, anzugeben hat und zwar unverzüglich. Vielleicht hat sie das ja auch verspätet in einem WiederholungsAntrag getan und daher kam es raus. Sie erhält ja Hatz IV auch für ihre Kinder und wenn diese verdienen, dann haben sie ja Einnahmen und bedürfen nicht der (vollen) Unterstützung durch das Amt. Das ist nur eine Notunterstützung und die lag bei euch eben nicht vor.

Irgendwann werden sie es tun und dann kannst du noch mehr zurück bezahlen. Anscheinend ist euch nicht klar, dass ihr eine Straftat begeht. Diese nennt sich Sozialbetrug. In manchen Fällen fackelt das Amt auch nicht lange und macht eine Anzeige. Solche Sachen sind absolut meldepflichtig. Ihr solltet also nicht mehr unbedingt warten, bis das Amt sich meldet, das könnte ziemlich übel werden.

Über die Rentenversicherungsnummer wird ein Daten-Abgleich durchgeführt. Dass sich das JobCenter noch nicht gemeldet hat, könnte daran liegen, dass DEIN Arbeitgeber dich vielleicht gar nicht bei der Minijob-Zentrale angemeldet hat. Dann wäre das Schwarzarbeit.

Du wirst irgendwann damit konfrontiert. Darauf kannst du dich verlassen.

Dann käme in deinem Fall noch "fortgesetzter Betrug" hinzu.

Auweia - hole Dir unbedingt schnellstens Rat bei einer guten behördenunabhängigen (!!!) Beratungsstelle wie dieser Hamburger

Arbeitslosen Telefonhilfe

0800 111 0 444 - wenn Du in Hamburg / Umgebung wohnst oder

040 22 75 74 73 - wenn Du in einem anderen Bundesland wohnst.

Dort ist man zum Thema Arbeitslosigkeit (ALG I + ALG II / Hartz IV) sehr erfahren.

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Vorsichtshalber auch diese Hinweise von mir:

Mit dem Amt nichts telefonisch klären (das kann man später nie beweisen). Alles schriftlich machen. Am besten Schreiben, Belege und Anträge persönlich abgeben. - Den Erhalt des Schreibens lässt man sich auf einem mitgebrachten Doppel mit Stempel und Unterschrift bestätigen. (Dies verlangt man mit ruhigem, freundlichem Ton und reicht das Schreiben rüber, „und hier brauche ich noch Stempel und Unterschrift“).

Wenn man nur etwas abgeben will, dann wie üblich ein Schreiben aufsetzen, in dem erklärt wird, was "als Anlage" überreicht wird. - Wiederum dieses Anschreiben auf einem mitgebrachten Doppel mit Stempel und Unterschrift bestätigen lassen.

Diese Bestätigungen sind Gold wert, sie sind mehr wert als ein Einschreibebeleg (mit dem ja nur der Eingang eines Umschlags bestätigt wird).

Mit einer solchen Bestätigung kann von Seiten der Behörde nicht behauptet werden, Schreiben und Belege seien nicht eingegangen. Und wenn doch, eine Fotokopie von deren Bestätigung vorlegen (das Original unbedingt wie eine Kostbarkeit hüten). - Werden so die Unterlagen / Belege abgegeben, wird erfahrungsgemäß allgemein die Sache sogar zügiger behandelt.

Siehe hierzu auch diese Information von gegen-hartz:

Wenn Hartz IV-Anträge verloren gehen

http://www.gegen-hartz.de/nachrichtenueberhartziv/wenn-hartz-iv-antraege-verloren-gehen-9001291.php

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Im Gespräch mit den Mitarbeitern immer korrekt und konzentriert sein. Wenn die Mitarbeiter freundlich und zugewandt sind: Auch Infos „im Vertrauen“ landen in der Akte und können später gegen den „Kunden“ verwendet werden.

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Oft ist es ratsam, zum Amt einen Beistand als Begleitung mitzunehmen. Diese muss nur zuhören und kann dabei Protokoll führen, oder hinterher macht man gemeinsam ein Erinnerungsprotokoll. Die Begleitung kann aber auch für Dich Erklärungen abgeben, dazu § 13, Absatz 4 SGB X (google mit 13 sgb 10):

  • (4) Ein Beteiligter kann zu Verhandlungen und Besprechungen mit einem Beistand erscheinen. Das von dem Beistand Vorgetragene gilt als von dem Beteiligten vorgebracht, soweit dieser nicht unverzüglich widerspricht.

Es gibt auch ehrenamtliche Behördenbegleiter. - Google jeweils mit Deinem Wohnort (oder dem nächstgrößeren, wenn Deiner klein ist) mit

Ämterlotsen

Behördenlotsen

Hartz IV Mitläufer

Hartz IV Gegenwind e.V.

Wir gehen mit org

Diese Ämterlotsen sind wertvolle Zeugen, und (die meisten? alle?) haben für diesen ehrenamtlichen Dienst eine kleine Ausbildung genossen, und bestenfalls kennen sie sich auch noch mit Gesetzen aus.

Falls Du in einer Bedarfsgemeinschaft lebst: Andere Mitglieder der Bedarfsgemeinschaft können für Dich kein Beistand sein, denn sie sind nicht neutral, sondern automatisch selbst Betroffene.

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Und google mit

legitimation eines beistands pdf

und lade Dir die Datei vom elo-forum runter. Darin erfährst Du die gesetzliche Grundlage für Beistände und dass jeder Bürger ein Recht darauf hat, sich bei Behördengängen von einem Beistand begleiten zu lassen.

Auch erfährst Du so, dass wenn Dein Beistand für Dich etwas sagt, und Du widersprichst nicht, gilt es so, als hättest Du selbst es gesagt.

Zum Amt mit einer erfahrenen Begleitpersonen zu gehen ist in Eurer Situation sehr empfehlenswert.

Unwissenheit schützt vor Strafe nicht. Das ist ein uraltes Sprichwort.

Du kannst abwarten, bis es das Amt selbst herausfindet, dass Du arbeitest oder Du gehst sofort hin und meldest es. Du musst auf jeden Fall einiges zurückzahlen und möglicherweise kommt noch eine nette Strafe dazu.

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