Hallo, habe ein ganzes Haus gekauft und ein Mieter geht trotz Kündigung nicht raus, was kann ich tun?

5 Antworten

Zunächst gilt mal "Kauf bricht nicht Miete", d.h. du kaufst die Mieter mit dem Objekt mit und der alte Mietvertrag gilt bei dir weiter.

Der bisherige Vermieter kann die Wohnung nicht einfach kündigen weil er glaubt das Haus leer besser verkaufen zu können.

Ob du die Mieter nun selbst rauskündigen kannst kommt drauf an ob du Eigenbedarf an der fraglichen Wohnung geltend machen kannst. Die Kündigung durch dich muss dann aber formell korrekt sein, alle notwendigen Angaben zum Eigenbedarf enthalten und die Fristen einhalten.

Wenn es mehrere Wohnungen in einem Haus sind und du nicht alle zwingend selber benötigst wird es schwierig. Wenn der Mieter der Kündigung widerspricht wird sich das sehr in die Länge ziehen.

Hier findest du einen guten Überblick darüber, unter welchen Voraussetzungen man als Hauskäufer eine Eigenbedarfskündigung machen kann und wie das abläuft: http://www.mietrecht.org/eigenbedarf/eigenbedarf-nach-hauskauf/

Im Zweifel such dir einen Anwalt und lass den die Kündigung machen sonst kann das ganze dich noch viel Geld, zeit und Nerven kosten.

Der alte Hausbesitzer hatte nur dann eine realistische Chance, erfolgreich eine Kündigung auszusprechen, wenn er in dem (mutmaßlich) Zweifamilienhaus im OG selbst gewohnt hat. Er hätte ohne das groß begründen zu müssen, mit einer Vorlaufzeit von mindestens 6 Monaten kündigen müssen.

Ich vermute mal, dass er das nicht getan hat und da er nun selbst nicht mehr drin wohnt, besteht diese Chance nicht mehr. Eine evt. Eigenbedarfskündigung wäre sowieso ins Leere gelaufen.

Ist das Haus im Grundbuch schon umgeschrieben auf Dich? Solange das nicht der Fall ist, kannst Du auch nichts machen.

Wenn das schon geschehen ist, hast Du zwei Möglichkeiten:

1. Eigenbedarfskündigung: Du musst gut begründen, dass Du beide Wohnungen brauchst oder dass Du auf die EG-Wohnung angewiesen bist. Die Kündigungsfrist richtet sich nach der bisherigen Mietdauer. Sie beträgt mindestens 3 Monate, könnte aber auch schon 12 Monate betragen.

2. Du ziehst selbst ins Obergeschoss und kündigst dem EG-Mieter ohne Begründung. Die Kündigungsfrist verlängert sich dadurch um 3 Monate gegenüber der Kündigungsfrist bei der Eigenbedarfskündigung. Jedoch besteht hierbei keine Gefahr, dass der Mieter irgend etwas findet, um gegen die Kündigung Einspruch einzulegen.

Darüber hinaus steht es Dir natürlich immer frei, mit dem Mieter zu verhandeln. Du kannst ihm aufzeigen, was auf jeden Fall auf ihn zu kommen wird und Du könntest zumindest finanzielle Anreize geben, um ihn zu einem früheren Auszug zu motivieren. Das hat schon oft funktioniert. Auch wenn er viel fordert, letztlich ist es eben ein Aufpreis auf den Kaufpreis des Hauses.

Hattest Du Dich nicht vor dem Kauf mit dem Thema ausreichend auseinander gesetzt, um es z. B. im Kaufpreis zu berücksichtigen, dass Du die EG-Wohnung nicht sofort nutzen kannst?

Der vorherige Hausbesitzer konnte gar nicht kündigen. Eigenbedarf kannst nur du als neuer Hausbesitzer geltend machen.

Dabei gilt dann die gesetzliche Kündigungsfrist.

Wenn die Familie sich quer stellt, kann das ohne weiteres auch mal bis zu zwei Jahre dauern.

Da hilft höchstens ein Angebot von dir, die Umzugskosten zu übernehmen.

Kauf bricht nicht Miete. Eine Kündigung wegen Verkauf wäre unwirksam. Deshalb ziehen die Mieter vermutlich auch nicht aus.

Aus welchem Grund hat denn der ehemalige Eigentümer dem Mieter gekündigt?

Eventuell ist die Kündigung ja unwirksam.

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