Hallo, habe das Haus meiner Eltern überschrieben bekommen jetzt will mein Bruder Geld von mir (Stiefsohn meines Vaters) hat er anrecht?

5 Antworten

Wenn "Stiefsohn" bedeutet, dass Ihr Vater nicht dessen "leiblicher Vater" ist, hat er aufgrund der Hausübertragung auf Sie keinerlei Ansprüche. Ist er aber ein leiblicher, d.h. von ihm erzeugter und anerkannter Sohn, sei es aus einer früheren Ehe oder nichtehelich, hätte er beim Tod des Vaters einen gleichen Erbanteil wie dessen andere Abkömmlinge, wie z.B. Sie.  Würde er vom Vater testamentarisch enterbt, hätte dieser "Stiefsohn" einen Pflichtteilsanspruch in Höhe der Hälfte des Wertes seines gesetzlichen Erbteils.  Wenn nun zwischen der Hausübertragung an Sie und dem Tod des Vaters weniger als 10 Jahre liegen, könnte der Stiefsohn verlangen, dass der Wert des Hauses dem Nachlasswert hinzugerechnet und der Pflichtteil dann aus diesem erhöhten Wert berechnet wird. Das Verlangen besteht aber nur ein Jahr nach dem Erbfall in voller Höhe; es vermindert sich jährlich um je 10%, so dass eben 10 Jahre nach dem Erbfall keine Hinzurechnung des Hauses mehr erfolgt, sondern der Pflichhteil des Stiefsohns nur noch aus dem am Erbfall vorhandenen Vermögen des Vaters zu errechnen ist.  Wenn das an Sie übertragenbe Haus zu 1/2 ihrem Vater und der Mutter gehört(e), fällt für den Pflichtteil des "Stiefsohns" natürlich nur die Hälfte des Vaters in dessen Nachlass; die Hälfte der Mutter bliebe außen vor.

mein Vater ist alleine im Grundbuch eingetragen...

Wenn Ihr Vater Alleineigentümer des Hauses ist bzw. war und er den erstehelichen Sohn Ihrer Mutter nicht adoptiert hat, dann hat dieser Stiefsohn im Zusammenhang mit der Hausübertragung auf Sie keinerlei Ansprüche;  auch die von mir erwähnte Hinzurechnung zum Pflichtteil gibt es nicht, weil Stiefsöhne als nicht mit dem Erblasser verwandte Personen keine Pflichtteilsansprüche haben. Er kann also von Ihnen nichts verlangen.  Allerdings ist er nach Ihrer Mutter in gleicher Weise erb- und pflichtteilsberechtigt wie Sie selbst. Wenn also Ihre Mutter (vor Ihrem Vater) verstirbt und kein Testament hinterlässt, würde sie von Ihrem Vater zu 1/2 und von Ihnen und dem Stiefbruder zu je 1/4 beerbt werden. Bei testamentarischer Enter-bung des Stiefbruders würde er 1/8 des mütterlichen Nachlasswertes als Pflichtteil verlangen können (in Geld, nicht als Anteil am Nachlass).  Wenn weitere Geschwister vorhanden wären, würde sich natürlich Ihr und des Stiefbruders Anteil entsprechend mindern. Wenn Ihre Mutter nach dem Vater verstirbt, würde sie gesetzlich von Ihnen und dem Stiefbruder zu je 1/2 beerbt werden, sofern Ihre Mutter nicht testamentarisch etwas anderes bestimmt. Der Pflichtteil des Stiefbruders wäre dann 1/4 des Nachlasswerts der Mutter.  Im Übrigen wäre der Stiefbruder beim Tod seines Vaters, des ersten Ehemanns Ihrer Mutter, erbberechtigt. Aber das wird Sie nicht interessieren und braucht es auch nicht.

Ich hoffe, dass alle Fragen geklärt sind.

Wenn das Haus vom Vater verschenkt wurde, und der Vater innerhalb von 10 Jahren stribt, dann kommt ein Pflichtteilergänzungsanspruch in Betracht. Ein etwaiger Pflichtteilsanspruch entsteht natürlich erst mit den Tod des Erblassers.

Der Schenkungswert wird pro Jahr um 10% abgeschmolzen und dann den Nachlasswert hinzugerechnet. Daraus errechnet sich der Pflichtteil als Hälfte dessen was der Berechtigte ohne Testamente, Erbausschlagungen und Erbunwürdigkeiten erhalten hätte. Das Erhaltene wird abgezogen.

Es ist Ihr Haus. Niemand kann an Sie eine Anspruch stellen. Würde der Schenker innerhalb von 10 Jahren seit erfolgter Übertartgung sterben, dann können sich Ansprüche berechtigter Erben ergeben.

Top Antwort.

erstmal können deine eltern zu lebzeiten mit ihrem eigentum machen was sie wollen. wenn allerdings nach übertragung des hauses innerhalb einer bestimmten frist der erbfall eintritt, könnte es schwierig werden. am besten fragst du einen anwalt.

Solange Ihre Eltern leben, kann der Stiefsohn keine Ansprüche geltend machen.

Wie Sie in einer Antwort weiter unten schreiben, handelt es sich bei dem Stiefsohn Ihres Vaters um ein ersteheliches Kind Ihrer Mutter. Ich gehe davon aus, dass er von Ihrem Vater auch nicht adoptiert wurde.

Dies hat zur Folge, dass nur beim Tod Ihrer Mutter eventuell einmal Pflichtteilsansprüche des Sohnes entstehen können und auch nur hinsichtlich des Eigentumsanteils, den Sie von Ihrer Mutter übertragen erhalten haben.



Was möchtest Du wissen?