Halbschwester fordert Erbe

7 Antworten

Sie hat Erbansprüche an deinen Vater, aber nicht an deine Mutter, die ja nicht ihre Mutter war.

Soweit mir bekannt ist, verfällt der Erbanspruch nicht. Das heißt, ihr würde ein Erbe von deinem Vater zustehen, das entweder per Testament oder nach der gesetzlichen Erbfolge geregelt ist.

Wenn dein Vater nichts hinterlassen hat, steht ihr ein Anteil an diesem Nichts zu.

Erbe ist der, der nicht meckert, sprich: die Erbschaft ausschlägt. Somit wird man durch Schweigen sehr leicht Erbe.

Von deiner Mutter her bekommt sie natürlich nix; das Erbe des Vaters müsst ihr halt noch mal aufdröseln. Wenn da nix war, dann geht sie auch leer aus.  

Die Sache wird dann kompliziert, wenn dein Vater doch etwas hinterlassen hat, es aber nicht korrekt aufgeteilt wurde. Deine Mutter ist ja auch Erbin des Vaters und den mütterlichen Teil hast nun du. Wenn man es rückabwickelt, hat die Mutter weniger vom Ehemann bekommen und du somit auch.


Als Kind des Erblasser ist und bleibt seine Tochter an dessen Nachlass 30 Jahre lang erbberechtigt, § 1924 I BGB.

Als nunmehr einzig verbliebene Rechtsnachfolgerin und Erbschaftsbesitzerin  bist du gem. § 2027 I BGB zu Auskunft über den Nachlass deines Vaters verpflichtet.

Und ohne ihre Zustimmung als Mitglied der Erbengemeinschaft ist alles, was entnommen oder ungefragt verkauft wurde, schlicht Unterschlagung :-O

Es ist unmöglich, dass er "nichts hinterlassen haben soll", allein gemeinsam angeschaffter Hausrat, Mietkaution, Bargeld im Portmonee oder 3 Monate Rentenzahlung an die Hinterblieben müssen  vorhanden gewesen und als Vermögenswert auszuweisen sein. Ob abzüglich seiner Schulden und Bestattungskosten tasächlich noch etwas  übrig war, ist eine ganz andere Frage.

Genau davon möchte sich der Anwalt aber überzeugen und gleicht das mit Meldung der Bank an das Erbschftssteuerfinanzamt auch ab. 

G imager761


Deine Schwester hat Anspruch auf das Erbe deines Vaters. Wenn es nichts zu verteilen gibt, dann bekommt sie auch nichts. Das Nachlassgericht wird das regeln. Ausserdem hätte deine Schwester bereits nach den Tod deines Vaters vom Nachlassgericht angeschrieben werden müssen. Das wäre auch zu klären. Falls deine Eltern ein Testament hatten, wäre dort die Klärung zu suchen. Wie gesagt, wo nichts ist, kann auch nichts verteilt werden. Ihr könntet mal fragen ob sie sich an den Kosten für die Beerdigung beteiligen möchte. Auch das ist von den nächsten Angehörigen zu bezahlen.

Ich fürchte leider ja. 

Deine Halbschwester hat durchaus noch Ansprüche auf das Erbe deines Vaters. 

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