Händler weigert sich Gewärleistung anzuerkennen

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Hallo *kirillis,

schreibe dem Händler einen Brief. Schildere die Geschichte in den Einzelheiten wie hier im Forum (Das kann nützlich sein, wenn später dieser Brief als Beweisstück auf einem Richtertisch liegt. Richter haben es gern, wenn sie sich nicht 20 Schriftstücke durchlesen müssen, sondern nur eines, um den Ablauf nachvollziehen zu können) und setze ihm eine Frist (üblich sind 14 Tage), dir das Geld zzgl. Versandkosten zzgl. Mahngebühr (üblich sind 2,50€. Ob die letztendlich bezahlt werden, steht auf einem anderen Blatt) auf dein Konto zu überweisen.

Erwähne, dass wenn er die Frist verstreichen lässt, du dir Rechtsmittel vorbehältst.

Dann gehe damit zum nächsten Amtsgericht, frage dich zur Gerichtsvollzieherverteilerstelle durch und bitte um "Zustellung des Schreibens durch den Gerichtsvollzieher". Das kostet zwar etwas mehr als ein Einschreiben (durchschnittlich 10€), dafür ist das Schriftstück aber gerichtsverwertbar, was ein Einschreiben nicht ist. Für die Zustellungsgebühr musst du eine Einzugsermächtigung erteilen oder - so habe ich es meistens erlebt - du bekommst zusammen mit der Aushändigung der amtlichen Zustellungsurkunde eine Rechnung mit der Bitte um Begleichung zugeschickt. Das kann aber bis zu 1 Monat dauern. Beamte eben.

Lässt sich der Händler selbst durch diese Mahnung nicht beeindrucken, bleibt nur die nächste Stufe: Einschaltung eines Anwaltes. Dieser macht das Gleiche dann noch einmal, schreibt auch nochmal den Händler an und setzt ihm eine Frist.

Ich kann nur dringend raten, dem Anwalt nicht die gesamte Arbeit zu überlassen und sich zurückzulehnen, sondern ihm möglichst viel zuzuarbeiten und zu "beaufsichtigen". Meine Erfahrung ist: Sie konzentrieren sich eher auf die Fälle, die Geld bringen, nicht auf den Kleckerkram.

Frage also regelmäßig beim Anwalt nach! Ansonsten gerät dein Fall leicht in Vergessenheit bzw. in verzögerte Bearbeitung. Frage nach, wann das Schreiben rausgeht! Frage nach, sobald die Frist abgelaufen ist, ob und wie der Händler geantwortet hat! Fordere Kopien vom Schriftverkehr ein (dafür wird er bezahlt)! Am besten, du legst ihm noch vor der Vollmachterteilung die "Karten". So mache ich das immer. Sonst gibt es hinterher 100%ig Schwierigkeiten.

Sag dem Anwalt auch gleich, dass er deine erhöhten Zustellgebühren für das amtlich zugestellte Schreiben (mittlerweile kennst du ja den genauen Rechnungsbetrag), sowie alle seine Auslagen einfordern soll. Denn den Anwalt willst letztendlich ja nicht du bezahlen, auch wenn du es hinterher trotzdem sein solltest, falls der Händler sich weiterhin standhaft weigert.

Aber dann bleibt noch das letzte Mittel: Die Klage. Aber ich denke, bis dahin sollte es erst einmal genügen.

Gruß

kosy

Hallo kosy, habe jetzt erst nochmal amazon Kundeservice angeschrieben. Obwohl es ja ein Kauf im marketplace war. Wenn das auch nichts hilft, werde ich wohl oder übel deinem Rat folgen. Obwohl es ja nicht um viel Geld geht, jetzt ist es irgendwie eine Sache des Prinzips geworden.

Vielen Dank jedenfalls für deine tolle Antwort!

Gruß, k.

@kirillis

Mach bitte nicht den Fehler und setze dem Falschen die Frist. Juristisch gesehen ist es äußerst wichtig, dass du den richtigen Vertragspartner anschreibst.

Gruß

kosy

Also, wenn du zum zweiten Mal den Kopfhörer zugeschickt bekommen hast, dann gilt ab dem Tag, wo du es bekommen hast das 14-tägige Rückgaberecht. Wenn ich das richtig gelesen habe, sind diese aber laut dem Händler bereits vergangen. Du hast das Recht das Produkt zu reklamieren. Sollte der Händler verweigern würde ich in schriftlicher Form ankündigen, daß du dich an die Verbraucherzentrale wendest und einen Anwalt einschalten wirst.

Also Wenn Der Händler es in die Anzeige geschriebben Hat das du nur 2 wochen garantie hast Ist leider er im recht wenn aber keine Angabe ist Dann ist das recht Eigentlich auf deiner Seite Man muss sich die anzeigen auch genau ansehen um da nicht rein zu geraten Versuche nochmal dich mit dem Händler zu einigen Wenn er es nicht tut Wende dich An Den Support Von Amazon Und wenn das immer noch nicht fruchtet Musst du ihn zur Not anzeigen da müsstest du dich aber wirklich erstmal beraten lassen wie das aussieht Sry Aber ohne Die Informationen Die man nur Beim da bei sein Sammeln Kann kann man Das nicht so spontan entscheiden Hoffe nich habe dier Trotzdem Geholfen MFG Alex

Wenn Der Händler es in die Anzeige geschriebben Hat das du nur 2 wochen garantie hast Ist leider er im recht

Nein, denn es geht hier nicht um irgendwelche ominösen "Garantieansprüche", sondern um Gewährleistungsansprüche.

Mal abgesehen von dem inhaltliche Unsinn ist es auch eine Strafe dein Geschreibsel zu lesen. Deine Shift-Taste scheint völlig willkürlich zu funktionieren und die Zeichen auf deiner Tastatur sind wohl alle defekt. So hilfst du niemandem.

Die Fernabsatzrückgabe, die der Händler meint, hat Nichts mit der gesetzlichen Sachmängelhaftung zu tun, das sind nach § 312 d BGB 14 Tage Rückgaberecht

Die Gewährleistung beträgt 2 Jahre. Nach 2-3 erfolglosen Reparaturversuchen hat der Kunde - Konsument das Recht auf Wandlung des Kaufvertrags nach § 462 BGB

Im ersten Halbjahr hat der Kunde gute Karten, das Gerät ist von Anfang an defekt.

Also nicht abwimmeln lassen

Anwalt oder Verbraucherzentrale

Das Märchen, die Originalverpackung aufheben zu müssen, ist auch nur Händleransicht

Genau so verstehe ich das Recht auch aber was kann ich jetzt noch tun? Der Händler weigert sich ja weiterhin bzw. verschickt seine Standard Antworten.

Wie gehe ich am besten vor, was für Kosten kommen auch mich zu wenn ich zu einem Anwalt gehe?

@kirillis

Einschreiben senden mit den entsprechenden §.

Bei niedrigem Einkommen gibt es auch Beratungshilfe-Prozeßkostenhilfe. Dazu gibt es Downloads beim Amtsgericht.

Verbraucherzentrale hilft hier auch, kostet wohl 10-15 €. Wenn der Händler unterliegt, muß er auch die Anwaltskosten zahlen

Problem mit Inkassounternehmen trotz Rücksendung

Hallo,

ich habe mir vor 2 Monaten Kleidung bei einem Online-Händler bestellt. Aus dieser Sendung habe ich jedoch nur ein Oberteil behalten, den Rest habe ich zurückgeschickt. Den Rücksendeschein der Post habe ich noch.

Ein paar Tage später bekam ich von der Firma "Billpay" plötzlich eine Zahlungsbestätigung über 100€ und hatte mich bereits gewundert. Dann bekam ich vom Online-Händler ebenfalls eine Zahlungsbestätigung, wieder über 100€ - also dem Wert ALLER bestellten Kleidungsstücke.

Da mich das stutzig gemacht hatte, versuchte ich den Online-Händler telefonisch zu erreichen - mir wurde gesagt das sich ein Mitarbeiter damit auseinandersetzt. Ungefähr zwei Wochen bekam ich keine Antwort, dann bekam ich auch schon eine Mahnung von Billpay geschickt, das ich nicht gezahlt hätte usw. Ich kontaktierte Billpay, das ich nur ein Kleidungsstück der Ware behalten hätte, das ich eine neue Rechnung vom Online-Händler bekommen sollte - von denen wurde ich mit einer Standart-Antwort abgewiesen, das ich mich an den Online-Händler wenden soll.

Ich benachrichtigte also den Online-Händler und mir wurde gesagt das man sich umgehend mit Billpay auseinandersetzen und dem Fall nachgehen wird. Die E-Mail habe ich abgespeichert. Wieder passierte eine Woche nichts, ich rief wieder bei der Firma an - man versicherte mir wieder das man sich damit auseinandersetzt.

Und heute, knapp zwei Wochen später, bekam ich bereits einen Brief vom Inkassounternehmen "Coface Debitoren" - über 197€! Ehrlich, ich bin am verzweifeln, ich habe das Geld nicht. Ich habe ein Oberteil für lächerliche 19,90€ behalten und bekomme hier jetzt solche Probleme. ='(

Ich weiß nicht was ich jetzt tun soll, in dem Brief steht ich soll bis zum 15.09.11 zahlen, die Firmen erreiche ich am Wochenende nicht. Bitte helft mir. =(

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