Habe einen Mahnbescheid bekommen.

15 Antworten

Hallo Kevin43321,

der Widerspruch gegen den Mahnbescheid führt dazu, dass nun ein Richter in einem Zivilprozess prüft, ob der Mahnbescheid gerechtfertigt ist.

In dem Gerichtverfahren muss nun Deine alte Vermieterin beweisen, dass die Forderung zurecht besteht.

Dazu wirst Du, sowohl wie auch Deine Vermieterin angehört und beide Parteien können Beweise vorlegen.

Am Ende des Verfahren bekommst Du entweder

  • vollständig recht und musst weder die geforderte Summe des Mahnbescheides zahlen, noch die Gerichtskosten tragen. In dem Fall, dass Deine Vermieterin verloren hat muss sie auch noch die Gerichtskosten, einschließlich der Kosten Deiner Verteidigung zahlen
  • teilweise recht. Wenn beispielsweise festgestellt wird, nur 30 % der Forderung sind gerichtfertigt, musst Du nicht nur nur noch die 30 % an Deine Vermieterin zahlen, sondern Du brauchst auch nur 30 % der Gerichtskosten (einschließlich der Kosten der Verteidigung Deiner Vermieterin) zahlen
  • kein Recht, dann musst Du den geforderten Betrag des Mahnschreibens, zuzüglich der inzwischen angefallen Zinsen und noch zusätzlich die vollen Gerichtskosten tragen.

Aus dem Grund wäre es jetzt von Vorteil, wenn Du eine Rechtsschutzversicherung hast, die die Verfahrenskosten übernimmt.

Schöne Grüße
TheGrow

Schöne, ausführliche Antwort. dH

Hallo,

der Antragsteller hat bei einem Mahnbescheid zwei Möglichkeiten:

  1. es soll das strittige Verfahren eingeleitet werden
  2. es wird nicht beantragt

wenn der Mahnbescheid nicht zum Erfolg führt, dem also widersprochen wird. Das Mahngericht hat Dich nun darauf hingewiesen das es sich bei dem nun zuständigen Gericht um das Gericht ... handelt an das Du Dich künftig wenden musst. Damit alleine aber ist ein Verfahren noch nicht eingeleitet. der Antragsgegner wird nun seine Forderungen formulieren und als Klageschrift bei dem genannten Gericht einreichen.

Letztendlich ist es für Dich ein Verfahrenshinweis, der immer noch den Weg offen lässt sich außergerichtlich zu einigen um Kosten zu minimieren. Wird die Klage eingereicht, kann man sich natürlich auch noch so einigen, allerdings ist der Spaß dann schon deutlich teurer, Gerichte arbeiten nicht umsonst.

"Demgemäß ist der Rechtsstreit zur Durchführung des Streitigen Verfahrens an das Amtsgericht ... abgegeben worden."

Steht doch eindeutig da.

Das zuständige Amtsgericht wird für dieses Verfahren einen Termin anberaumen und dich dazu "einladen".

Es wurde ans Gericht abgegeben und ist jetzt "rechtshängig". Du wirst noch aufgefordert werden, Stellung zur Sache zu beziehen. Du wirst eine Klageschrift zugestellt bekommen. Spätestens dann brauchst Du einen Anwalt, der muss Deine Verteidigungsbereitschaft anzeigen und Stellung zur Klageschrift nehmen.

Diese Stellungnahme kriegt dann die Gegenpartei und kann dann entscheiden, ob sie die Klage nicht doch noch zurückzieht oder ob sie wirklich den Prozesstermin will.

Du wirst eine Klageschrift zugestellt bekommen. Spätestens dann brauchst Du einen Anwalt,

Das wäre nur dann der Fall, wenn die Sache beim Landgericht verhandelt wird. Verfahren beim Amtsgericht kann man auch selbst ohne Anwalt machen..

@skyfly71

Kann man prinzipiell schon, ist aber grundsätzlich nicht zu empfehlen. Verteidigung mit Laien-Geschreibsel geht meistens in die Hose. Zudem: wenn die Gegenseite ersichtlich keinen Anspruch hat, dann sollte es ja auch kein Kostenrisiko geben, denn die Gegenseite wird verlieren und hat auch die Anwaltskosten des Beklagten zu tragen.

da du nicht einverstanden bist, kommt es nun zum rechtstreit. mit dem mahnbescheid folgt soweit ich weiss, wenn du nichts getan hättest, ein vollstreckungsbescheid, wo du noch hättest einspruch legen können und dann der titel, mit dem sie beispielsweise pfänden lassen könnte. jetzt muss das gericht alles prüfen.

Es ist doch schon ein Rechststreit.

@anders7777

Nein, noch ist es kein Rechtsstreit, es fehlt die Klageschrift. Noch wurde das nun zuständige Gericht nicht aktiv, allerdings ist schon davon auszugehen, das eine Klageschrift auf dem Fuß folgen wird und im Januar dann unangenehme Post zu erwarten sein wird.

@Quasimo

aso, ich dachte, wenn ein Mahnverfahren angestossen wird, aber widersprochen wird, artet das immer so aus, weil früher oder später man den Fall klären muss.

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