Hab ich als Azubi Konsequenzen bei Krankmeldung zu befürchten?

4 Antworten

Mein Chef ist eigentlich ein ganz netter.

Da habe ich aber erhebliche Zweifel.

Wer bei Auszubildenden solche Ängste schürt und sie so unter Druck setzt kann in meinen Augen kein "Netter" sein.

Jeder AG hat die Pflicht zur Fürsorge. Das gilt bei Azubis besonders. Wenn er hier mit Drohungen und falschen Behauptungen dafür sorgt dass junge Menschen die gerade ins Berufsleben einsteigen krank in den Betrieb kommen, halte ich diesen Herrn als Ausbilder für ungeeignet.

Wenn Du krank bist, bist Du krank und wenn Dich so ein Betrieb nach bestandener Prüfung nicht übernehmen will weil Du in der Ausbildung arbeitsunfähig warst, wird sich mit Sicherheit ein besseres Unternehmen finden.

Dein Chef entscheidet bestimmt nicht, ob und wann Du zum MdK (Medizinischer Dienst der Krankenkassen) musst. Bis so etwas passiert musst Du schon sehr viele Fehlzeiten haben und das entscheidet dann auch nicht Dein Chef sondern die Krankenkasse. Das ist eine absolut leere Drohung und eine Unverschämtheit.

Vorherige "Krankenscheine" werden da bestimmt nicht als "ungültig" gewertet. Die hat immer ein Arzt aufgrund einer ärztlichen Untersuchung ausgestellt. Wer will das denn im Nachhinein kontrollieren? So einen Unsinn habe ich schon lange nicht mehr gehört.

Wenn es Dir so schlecht geht, geh zum Arzt und tu was dieser sagt. Wenn Du jetzt die Krankheit verschleppst liegst Du in ein paar Tagen wahrscheinlich länger "auf der Nase".

Gute Besserung.

Im Bezug auf ein Limit ( entschuldigter ) Fehlzeiten hat Dein Chef durchaus recht, denn wenn Du im Zeitraum Deiner Ausbildung zu oft fehlst, so kannst Du unter Umständen nicht zur Abschlussprüfung zugelassen werden.

Auf dem schulischen Zeugnis werden ( schulische ) Fehlstunden leider auch automatisch aufgeführt. Die betrieblichen Fehlstunden hingegen nicht und ein schriftliches Ausbildungs- / Arbeitszeugnis darf nur "wohlwollend" formuliert werden. Da darf also nicht drin stehen " .... die Auszubildende X fehlte häufig während ihrer Ausbildungszeit ... " 

Allerdings gibt es bei ärztlich ( dringlich ) diagnostizierter Arbeitsunfähigkeit absolut nichts daran vom Arbeitgeber zu tippen. Und ein Amtsarzt / medizinischer Dienst würde sich nur dann einschalten, wenn es auch hinreichend begründbare Verdachtsmomente für "vorgeschobene" Arbeitsunfähigkeit gäbe. 

Eine Kündigung ist deswegen auch nicht so einfach möglich, zumindest wenn Du die Probezeit erst einmal überstanden hast. Denn Ausbildungsverhältnisse unterliegen ganz besonderen Bedingungen des Kündigungsschutzes.

Überstunden dürfen nur in bestimmten betrieblichen Zwangslagen auch von AzuBis in engem zeitlichem Umfang verlangt werden. Sie sind dann aber anschliessend in Freizeit auszugleichen. Besonders verschärfte Regelungen würden sogar noch greifen, wenn Du das 18. Lebensjahr noch nicht vollendet hast. Denn dann greifen u.A. noch die Bestimmungen des Jugendarbeits-Schutzgesetzes analog zu den Bestimmungen für Ausbildungsverhältnisse.

Abschliessend kann ich Dir ebenfalls nur empfehlen, Dich zwecks detaillierterer Beratung mal an die IHK zu wenden.

Du musst in der Ausbildung keine Überstunden machen, ausser es ist im Vertrag festgelegt und wenn du krank bist, bist du auch verpflichtet, Zuhause zu bleiben, um niemanden anzustecken.
Wenn dein Chef weiterhin Probleme machen sollte, wende dich doch einmal an die IHK, die sollten dir helfen können.

Dein Chef ist nicht nett, er ist ein A*sch. Als Azubi bist Du so gut wie unkündbar. Wegen Krankheit schon mal gar nicht. Er kann Dir auch nicht einfach einen Amtsarzt auf den Hals hetzen. Wenn Du krank bist, bist Du krank. Es ist Deine Pflicht, Dich auszukurieren und andere nicht zu gefährden. Überstunden dürfen Azubis gar nicht machen, auch am WE zusätzlich arbeiten nicht. Lass Dir nix einreden und informier Dich über Deine Rechte im Internet oder bei der Gewerkschaft / Handelskammer.

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