Guten Morgen! Gendert Ihr schon richtig? Und ist Gendern etwas spezifisch Deutsches?

5 Antworten

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Ich weigere mich zu "gendern". Ich bin Student PUNKT nicht Studentin (das ich zufällig nämlich auch eine Frau bin, hat damit, dass ich studiere mal so gar nichts zu tun), nicht Studierende. Und die maskuline Form galt auch immer schon sprachlich für alle (auch Frauen), warum also nicht dabei bleiben?

Wenn jemand unbedingt darauf bestehen will, dass sie aber eine Studentin ist - bitte, kann sie haben, nenne ich sie halt so, aber albern finde ich es trotzdem. Das wirkt auf mich immer so, als müsste man krampfhaft sein Geschlecht betonen - ja, ich bin gerne eine Frau, aber zur Hölle, das muss ich doch nicht in jedem Satz auch sagen, vor allem, wenn es keinerlei Relevanz fürs Thema hat. Gleichstellung bedeutet für mich: ich brauch den Genderkram nicht, weil Leute schon wissen, dass weibliche Studenten auch völlig normal sind und und und... Das gendern führt viel zu sehr zur Abgrenzung von Geschlechtern, meiner Meinung nach. Manchmal ist es wichtig, Geschlechter abzugrenzen, meistens nicht.

Noch viel schlimmer finde ich allerdings, dass es Punktabzüge in Arbeiten gibt, wenn man sich diesem Gender-Diktat nicht unterwirft. Etwa bei einer Arbeit zu Prostatakrebs - wo nur Patienten angesprochen wurden und nicht Patient*innen - ja warum wohl liebe Leute wurde da nicht von Patientinnen geredet, hab ihr sie noch alle?

Meinetwegen kann sich jemand als Einhorn fühlen - finde ich völlig okay, er muss nur nicht von mir erwarten da gesteigerte Rücksicht drauf zu nehmen... Wenn mir dieses Einhorn sagt, es möchte mit es angesprochen werden - dann tue ich das, solange es sprachlich, grammatikalisch korrekt möglich ist - was es manchmal bei verordnetem Gendern nicht ist - und ich finde Grammatik sollte da IMMER vorgehen. (oder ich schlicht vergesse, wie irgendwer angesprochen werden will, kann mir ja nicht alle Sonderwünsche merken...)

Das es in sowas wie Menschenrechten steht - nein war mir nicht klar - aber ich finde, da gäbe es auch 100x wichtigere Baustellen...

DANKE - DANKE - DANKE! Du sprichst mir aus dem Herzen! Schade, dass unsere Sprache so plattgewalzt und verhunzt wird! Das tut mir als Sprachler umso mehr weh, als ich ahne, dass diese Regelung DE-weit sicher wieder 150%ig umgesetzt werden wird! Dazu neigen die Deutschen halt.

@guitschee

Gern geschehen!

Vorhin im Radio gabs wieder so einen Quark: da war von 'Mitarbeitenden' die Rede, die aber den Unternehmen fehlten. Das ist ja mal wieder eine Glanzleistung, oder? Da müsste man , um genau zu sein (und gerade das will man ja!!) von potentiellen, verhinderten oder leider nicht mitarbeitenden Mitarbeitenden sprechen - Ich denke, Dieter Hildebrand oder meinethalben auch Vico von Bülow scharrt im Jenseits schon mit den Hufen und würde gern wieder auferstehen für so eine leckere Glanznummer!!

Gendersprache und politische Korrektheit hin oder her: ein gutes Bild gibt Deutschland damit auch nicht ab und macht sich eierweich zum Affen gegenüber den Gästen aus dem Süden, denen hier unsere Kultur (!) vermittelt werden soll! Einen größeren Kontrast kann man sich gar nicht vorstellen:

Hier züchtig versteckte weibliche Wesen, die sich freiwillig unsichtbar machen, damit Männer sie bloß nicht wahrnehmen und auf Gedanken kommen - und dort Angehörige eines Landes, die glauben, mit verkrampften Wendungen die Sprache der Dichter und Denker ihres grammatikalischen Geschlechts berauben zu müssen, um - ja, warum eigentlich? Langsam weiß ich auch nicht mehr......

auben zu müssen.

@Spielwiesen
Vico von Bülow scharrt im Jenseits schon mit den Hufen und würde gern wieder auferstehen für so eine leckere Glanznummer!!

Oh ja, das glaube ich auch und ich würde es sehr begrüßen, wenn sie das könnten. Loriot mag ich wirklich.

@guitschee

(Welcher erste Link??) Danke - und? wie denkst du darüber?? Ich meine, es muss zuerst man auch Frauen geben, die das wollen UND können - sonst geht die Chose nach hinten los, wie meist, wenn etwas 'geregelt' werden soll!

@Spielwiesen

Ach, da warst erst der falsche, aber dann habe ich den noch bearbeiten können.

Was ich dazu denke? Es macht genau das Gegenteil von dem was ich will, denn man kann und sollte sowas staatlich nicht verordnen. Ich hätte außerdem gerne die besten Politiker für die Jobs - egal welches Geschlecht die zufällig haben - so wird es aber gezwungen auf Kompetenz eben keine Rücksicht zu nehmen.

@guitschee

Gut - so denke ich auch. Und bei Politikern würden mir diejenigen am meisten behagen, die einen guten Job machen, OHNE die Leitlinien EINER Partei befolgen zu müssen! Aber das geht nur bei den Freien Wählern, soviel ich weiß - nicht bei den anderen.

@Spielwiesen

Ja, das fände ich auch am besten.

Liebe GF-Mitgliederinnen,

Gendern ist nicht spezifisch Deutsch; es wird in den USA seit Jahrzehnten betrieben. Im Deutschen gilt die männliche Form als die für alle Geschlechter gültige. Das geht natürlich auf "patriarchaische" Denktraditionen zurück, aber auch ich als Frau finde es handlicher, dabei zu bleiben. Man (frau/divers) kann es auch übertreiben mit der politischen Korrektheit . . .

Da geht es dir wie mir: im Deutschen ist das Genus grammatikalisch geregelt und betrifft immer die Gattung, die sowohl männliche als auch weibliche Unterscheidung beinhaltet. Aber soviel abstraktes Denken kann man offensichtlich hier nicht voraussetzen - schade! So wird unsere Sprache immer weiter verhunzt mit diesen Gaga-Ausgeburten!

Gerade am Beispiel 'Mitglieder*Innen' offenbart sich ja der ganze Wahnsinn: da geht man sogar - aus lauter Angst, auch die könnten die weibliche Identität gefährden - auf Substantive im Neutrum ('das Mitglied') los! In einem Brief habe ich aber mal etwas Vernünftiges dazu gelesen: 'Liebe Mit- und Ohneglieder' - DAS wäre gerechte Sprache!! -- Hab vielen Dank!

Ich finde es richtig - und ausreichend -, an geeigneten Textstellen die männliche durch die weibliche Form zu ergänzen (z. B. "LehrerInnen" oder wenn "er/sie" gemeint sein kann). Das setze ich aber auch nur punktuell ein und nicht durchgehend, denn ich denke, damit ist dem Hinweis auf die Existenz verschiedener biologischer Geschlechter genüge getan - abgesehen davon, dass das grammatikalische Geschlecht an sich schon ein anderer Begriff ist.

Gendern mit dem Gerundium hat in meinen Augen außerdem einen grundsätzlichen Nachteil. Sprache bestimmt auch unser Denken, und wer durch die rein grammatikalisch "männliche" Form eine Diskriminierung empfindet, müsste bei dem Gerundium laut aufschreien: Ein Lehrer oder eine Lehrerin ist als Person denotiert, also quasi als "ganzer Mensch". Ein "Lehrender" oder eine "Lehrende" werden semantisch auf das reine Tun reduziert; das Denotat "Person" entfällt (zumal, wie mein Beispiel zeigt, die Einzahl immer noch eine Geschlechtsunterscheidung möglich und ggf. notwendig macht).

Danke dir! Ich finde auch, da ist zwischen 'Lehrende' und 'Belehrende' zusätzlich eine Assoziation möglich, die den Vorgang 'Wissen vermitteln' noch dazu unnötig negativ befrachtet.

Dieser Genderkram ist absoluter Blödsinn. Logisch nicht haltbar. "Sichtbarmachung von Geschlchtern" höre ich manchmal. Sollte ich das irgendwann mal machen, droht mir eine Anzeige...

Kranke Ideologen, die ihren Feldzug gegen alles "männliche" führen. Auch wenn Genus und Sexus einfach nichts miteinander zu tun haben.

Haha - das glaube ich dir aufs Wort - bei DEM Nick!^^

Gegen alles 'Männliche' direkt würde ich nicht sagen - eher gegen die ausschließliche Wahrnehmung, die nur Männer begünstigt, indem sie bei Nomina im Maskulinum Frauen und den weiblichen Anteil ausblendet.

Aber das ständige Wiedereinblenden des weiblichen Anteils verkommt im Deutschen - meine ich - zu einem Aktionismus, der dem weiblichen Anliegen zwar helfen soll, 'sichtbar' zu werden, stattdessen aber schadet, denn er ruft den gegenteiligen Effekt hervor: er nervt!

Und dadurch, dass man das mit sprachlichen Mitteln nur unter großen Verrenkungen schafft (oder zu schaffen glaubt), verhunzt man die Sprache noch dazu und tut damit insgesamt den Frauen nichts Gutes: die Gendersprache ist negativ besetzt.

Operation gelungen - Patient tot!

Danke für deinen Kommentar!

Dass jetzt Fasching (Karneval) ist, lass ich mir ja noch eingehen.

Aber was Hannover macht, das ist ein  Schmarrn.

Glücklich das Land oder die Stadt, das sonst keine Probleme hat.

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