Grundstück Grenzabstand ermitteln bzw. heraus finden?

5 Antworten

Du kannst bei deinem zuständigen Katasteramt die jeweiligen Risse einsehen und dich dahingehend beraten lassen. Aber bei 10 cm sehe ich nicht unbedingt ein Fehlverhalten des Vermessers, das ist noch im Rahmen der Toleranz.
Grenzmaße gebe ich zum Beispiel auch nur auf dm raus.
Es gibt so viele Möglichkeiten was bei dir Fehlmessung ausgelöst haben kann, sei es ein nicht geeichtes Messband oder der nicht richtig angehalten Winkel.
Du kannst es natürlich auch auf deine Kosten vermessen lassen.

In welchem Land lebst Du denn, wo 10cm im Toleranzrahmen liegen?

Nicht geeichtes Messband? Selbst das an der Losbude auf der Kirmes gewonnene Messband wird auf 3m keine Ungenauigkeit von 10cm aufweisen.

Wenn tatsächlich 10cm zu nah an die Grenze gebaut wurde, steht dem Geschädigten Schadenersatz zu.

Habe unglücklich ausgedrückt.

Wie die feldnuss so schön schreibt, einen Katasterriss mit Entfernung wird es immer weniger geben. Es wird alles nur noch auf Koordinaten gestützt. Da Kataster und Baurecht Ländersache sind mal nur auf mein Land bezogen: 

Bei einem Neubau bist du gezwungen eine Baueinweisung zu beantragen. Der Vermesser hierzu muss nach Katasterrecht hierfür zugelassen sein. Bei der Einweisung ist er verpflichtet, die Grenzzeichen, sowie sie in den aktuellen Katasterunterlagen geführt sind, aufzufinden und zu überprüfen. Stimmt hier etwas  nicht überein ist er gezwungen den Grenzstein wieder herzustellen. An der gemeinsamen Grenze benötigt er dann die Unterschriften der jeweiligen Nachbarn. 

Du hast das Recht selbst bei den nach deinem Katastergesetz zugelassenen Vermessern eine Grenzanzeige auf deine Kosten zu beantragen. Es könnte ja sein, dass der Bauvermesser einen Fehler gemacht hat. 

Hallo Andi994,

jetzt hast Du viele fachlich gute Ratschläge erhalten.

Bist Du Dir sicher, dass Du wegen "lächerlicher Sachen wie Hecke zu hoch" (ist sie es denn eigentlich?) schon VOR dem Einzug von Nutzern in das neue MFH wegen den ggfs. 10 cm tätig werden willst?

Wenn der Nachbar/Bauherr als Investor die Wohnungen weiter verkauft, mag da ein Streit ja noch angehen, man sieht sich ja nie wieder. Sollte er aber das Objekt behalten und vermieten, kann ich Dir nur empfehlen: trefft Euch zu einem kleinen Essen/Trunk und sprecht Euch aus (am Besten mit einer kleinen vorbereiteten Punkteliste). Denke an den folgenden möglichen Stress in den nächsten Jahren.

Wegen 10cm wird auch niemand das Gebäude abreißen lassen, das wäre unverhältnismäßig.

Dennoch viel Erfolg.

Der Nachbar beschwert sich doch über die zu hohe Hecke. Das ist im Vergleich zur Unterschreitung des Mindestgrenzabstandes in der Tat lächerlich. Angesichts der "Beweise" (Grenze = Randstein) glaube ich zwar nicht, dass hier tatsächlich ein Bauverstoß vorliegt, falls aber doch, halte ich ein Einschreiten nicht für übertrieben.

@Feldnuss

Hallo Feldnuss,

ich bin zu 100% bei Dir (verm. KEIN Bauverstoss, sonst hätte ja Dein Kollege vor Ort wirklich gepfuscht. Ich kenne keinen Vermesser, der die Achse bei einem Haus auf 10cm daneben setzt).

Ein Einschreiten würde im Bezug auf Schadensersatz verm. nicht wirklich etwas bringen. Welcher direkte Schaden ist denn Andy994 entstanden? Nur bei einer geplanten bzw. späteren Neubebauung von Andy994 müssten dann die Grenzabstände anders geregelt sein.

Lasse mich da aber von einem Geodäten gerne belehren bzgl. Schadensersatz. ;-)

@oklein

Könnte auch ein Missverständnis zwischen Vermesser und Bauunternehmer/Architekt sein. Der eine steckt Fertigmaße ab, der andere geht von Rohbaumaßen aus.

Der Schaden resultiert aus der Notwendigkeit von Abstandflächen, die die Belichtung und Belüftung sicherstellen sollen. Deren Einschränkung in Zahlen auszudrücken, ist Aufgabe der Juristen.

Vermutlich geht hier der Schuss aber nach hinten los und der Fragesteller muss seinen Randstein rückbauen und den Nachbarn für die unberechtigte Nutzung entschädigen.

@Feldnuss

Das Gebäude wurde folgendermaßen gebaut. Der Keller wurde hoch gezogen, die Bodenplatte gelegt. Danach wurde die Wand mit einem Versatz von 10cm gemauert und die Bodenplatte+Keller mit einer Dämmung von 10cm verseht. Meine Vermutung ist es, das beim Abstecken des Kellers bzw.. der Bodenplatte die Dämmung nicht berücksichtigt wurde und die Steine des Kellers bzw. die Bodenplatte direkt auf 3m gelegt wurden. Ich wollte das ganze mal von Seiten eines Vermessers überprüfen lassen. Bekam dann die Antwort können wir nicht machen. Wir waren es die, die das Gebäude abgesteckt und später wieder eingesessen haben. Auf meine Fragen was man anhand der Einmessung für einen Abstand sieht, sagte man mir das wird bei der Einmessung nicht ermittelt und das könne man nicht sehen. Dann hat er in die Pläne rein geschaut als ich ihm das mit der Wand und dem Versatz erzählt haben und sagte mir auf den ihm vorliegenden Plänen ist die Kellerwand mit der Wand des oberen Stockes bündig. Er hat dann mir noch erzählt, sein Kollege wär von der Grenze 3 cm wegen dem Putz weg gegangen und hätte dann die 3m abgesteckt. Darauf hin habe ich einen Anfrage bei einem anderen Vermesser gestellt. Es hieß der Chef meldet sich telefonisch bei mir. Das ganze ist über ein Monat her und es hat sich immer noch niemand gemeldet. Ich vermute einfach mal niemand möchte irgend ein Werk von irgend einer bekannten Firma überprüfen, da sie ja auch andere Aufträge von dieser Firma weiterhin bekommen möchten.

@Andi994

Deine letzte Vermutung grenzt zwar an eine Verschwörungstheorie, ganz ausschließen will ich sie aber nicht.

In NRW gilt, wenn das Gebäude nicht in Grenznähe steht, was hier zutrifft, ist bei der Gebäudeeinmessung keine Grenzuntersuchung notwendig. Insofern hat der Vermesser recht, dass der Grenzabstand nicht so ohne weiteres ermittelt werden kann, zumindest wenn kein Koordinatenkataster bei Dir vorliegt.

Als Laie sind deine Aufklärungsmöglichkeiten aber beschränkt, da die zu erwartenden Entschädigungsansprüche wahrscheinlich unter den Vermessungskosten liegen werden. Die Entschädigung kann ja nicht höher sein, als der Bodenwert der beanspruchten Fläche, die hier wohl unter 2m² groß sein dürfte.

Wenn es Dir ums Prinzip geht, lies mal die §§912-922 BGB und entscheide, ob Du einen Rechtsanwalt einschalten willst.

Hallo,

wenn du dem Vermessungsingenieur, der das Nachbargebäude eingemessen hat, nicht vertraust, hast du die Möglichkeit einen anderen Vermessungsingenieur deiner Wahl oder das Katasteramt mit einer Überprüfung zu beauftragen.

Die Einsichtnahme ins Liegenschaftskataster wird dir vermutlich nicht viel bringen. In Zeiten von GPS-Vermessung und Koordinatenkataster wäre es Zufall, wenn im Vermessungsriss die Grenzabstände vermaßt sind. Kannst Du aus Koordinaten Abstände berechnen? Dann kannst Du vom Katasteramt die Koordinaten von Grenze und Gebäude bekommen (vorher nachfragen, ob alle Punkte in Koordinatenkatasterqualität vorliegen).

Falls Mathematik nicht dein Ding ist, du nicht in Bayern wohnst, du nicht an die Mondlandung glaubst und denkst, dass Kennedy vom CIA ermordet wurde, beauftrage einen ÖbVI aus einer anderen Stadt mit einer Grenzanzeige.

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