Grunderwerbsteuer nicht zahlen

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Der Erwerber kann die Grunderwerbsteuer umgehen, in dem Sie und Ihre Tochter das Grundstück in eine GbR, GmbH oder andere Gesellschaftsform in Form von Gründungskapital einbringen. Danach veräußern Sie oder Ihre Tochter keine Grundstücksanteile mehr, deren Veräußerung für den jeweiligen Erwerber grunderwerbsteuerpflichtig wäre, sondern Sie übertragen Gesellschaftanteile, deren Übertragung einem normalen Handel mit Geschäftsnteilen gleichkommt, der nicht der Grunderwerbsteuer unterliegt. Im Grundbuch ist in solchem Falle die Gsellschaft als Eigentümer eingetragen, nicht deren Anteilsinhaber. Ein Notar hilft Ihnen gerne bei der Geseselslchaftsgründung und ein Steuerbereater bei der Einbringung des Grundstücks zur Gründung der Gesellschaft.

"und ein Steuerbereater bei der Einbringung des Grundstücks zur Gründung der Gesellschaft"
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Ganz gewiss nicht, denn die Gestaltung funktioniert nicht ganz so, wie § 1 Absätze 2 bis 4 GrErwStG zeigen. Grunderwerbsteuer ist eine Steuer, auf die jeder im leben mal reinfällt. Und meistens sind es solche Gestaltungen, die eine Grunderwerbsteuer auslösen, an die man gar nicht gedacht hat.
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Und wenn es hier die genannten Normen nicht gäbe, so griffe der § 42 AO.
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Das weiß jeder Steuerberater. Ansonsten ist er nämlich nach solch einer Aktion keiner mehr.
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Es gibt einen Weg, der so ähnlich ist. Aber der ist langfristig teurer und für die meisten unangenehmer, weil man die letzten 6% nicht rauskriegt.

@EnnoBecker

Meine eigene Grundbesitz-GmbH&Co KG funktioniert seit Jahren und zur Freude meiner späteren Erben und sämtlicher Kommanditisten auf diese Weise. Ich teile Ihre Bedenken keinesfalls! Hier wechseln ausschließlich KG-Anteile grunderwerbsteuerfrei den Besitzer und werden auch als solch nickliche mit Kleinstbeträgen dotierte Scheibchen vererbt.

@schelm1

Oooch, da gibt es die wildesten Gestaltungen, die dem jeweils geltenden Steuerrecht geschuldet sind. Ich kenne auch eine "Grundbesitz GmbH + nat. Person GbR" mit einer 94:6-Verteilung. Schwierig bei der Einkommensermittlung, weil es eine Zebragesellschaft ist und die Bescheide Pingpong-Charakter haben. Macht aber Spaß, sowas zu händeln.
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Man glaubt gar nicht, was das Steuerrecht im Laufe der Jahre für seltsame Gebilde erfordert, um steuergünstig zu gestalten.
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So hat jedes Zeitalter seine Gestaltungen.

Also in der Schweiz musste ich keine mehr zahlen, wie es in Deutschland ist, weiss ich nicht. Allerdings kannst Du ja das direkt im Grundbuchamt nachfragen. Du musst ja nicht unbedingt sagen, dass es Dich angeht, sondern einfach mal allgemein.

Werden denn in der Schweiz Teile der Steuerverwaltung durch das Grunbuchamt übernommen? Interessant...

"Eine doppelt- und dreifach Besteuerung derselben Sache ist wenig einsehbar"
 
Sorry, aber das kann ich nicht nachvollziehen. Beschreibungsgemäß handelt es sich ja nicht um "dieselbe Sache", sondern um eine "andere Sache", nämlich ein neuer Erwerbsvorgang. Und der Erwerbsvorgang unterliegt der Erwerbsbesteuerung.
 
Die Geschichte "mit der GbR" ist eine andere. Zunächst steht das Grundstück ja bereits in einer Gesamthand, nämlich der Miteigentümergemeinschaft Vater+Tochter. Damit verkauft nicht die Tochter ihren Teil des Grundstücks, sondern die Gesamthand tut es.
 
Für den Erwerber fallen Grunderwerbsteuern an, da er aussagegemäß weder unter die Steuerbefreiungen des § 3 GrEwrStG fällt (keine gerade Verwandtschaft, kein Ehegatte) noch unter die Steuervergünstigung der § 5, 6 GrErwStG (Übergang auf/von einer Gesamtheit).
 
Solltet ihr auf die Idee kommen, den Erwerber in die Grundstücksgemeinschaft gegen Zahlung eines Preises aufnehmen zu wollen, so entsteht wiederum Grunderwerbsteuer, § 1 (2a) GrErwStG.

Nein nein, die Gesamthand verkauft nicht, sondern ein Miteigentümer seinen Bruchteil ! "Ein neuer Erwerbsvorgang" schon, aber wohlgemerkt, derselben Sache. Dieser Vorgang dürfte kaum besteuerungsfähig sein, der Erwerb der Sache schon, aber genau die ist wiegesagt schon einmal kräftig besteuert worden, soll aber jetzt als sozusagen "gebrauchter Gegenstand" wieder besteuert werden. Wo kommen wir denn da hin ? Eine Unverschämtheit !!!!!!!!!!!

@gunnarrr

Es ist die Gesamthand die verkauft, denn ohne die Zustimmung des anderen Miteigentümers gibt es keinen Verkauf, weil Immobilien immer über einen Rechtsanwalt abgewickelt werden und dieser ohne eine Zustimmung des anderen dies nicht tun würde

@mausespitz

Nein, die Gesamthand würde verfügen wenn eine Erbengemeinschaft oder ehemalig die GbR veräußert. Hier liegt eine "Nicht-Ehegatten Bruchteilsgemeinschaft" vor, deshalb ist auch keine Zustimmung erforderlich. Der Verkauf der Immobilie wird über einen Notar abgewickelt.

@mausespitz

Ob es die Gesamthand ist, die einen Anteil am Grundstück verkauft (es würde eine neue Gesamthand entstehen) oder ob ein Miteigentümer seinen Miteigentumsanteil verkauft (dieser Fall wäre gedanklich außerhalb der Grundstücksgemeinschaft zu sehen), kann für die Beurteilung der GrErwSt dahinstehen. Die Auswirkung ist dieselbe.
 
"jetzt als sozusagen "gebrauchter Gegenstand" wieder besteuert werden. Wo kommen wir denn da hin ? Eine Unverschämtheit !!!!!!!!!!!"
 
Ich vermute mal, dass du bei deiner Autowerkstatt auch die Kosten für die Winterreifen (oder zumindest die diesen Kosten innewohnenden Steuern) aus dem Preis herausrechnest, wenn du sie kaufst und montieren lässt. Schließlich wurde bei denen ja der Verkauf auch schon mal besteuert.
 

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