Grenzbebauung wenn der Nachbar die Gemeinde ist?

4 Antworten

Wenn nicht besondere Bauauflagen gelten, dann ist das nicht möglich.

Eine Garage/Gewächshaus/Abstellraum als Grenzbebauung (An einer Grundstücksgrenze max. 9m) mit max. 3m Höhe darf auch ohne Zustimmung des Nachbarn gebaut werden.
Ein Büroraum geht nicht.
Öffnungen (Fenster/Türen etc.) dürfen sich in dem Gebäude in den Wänden, die an der Grundstücksgrenze liegen nicht befinden.

Siehe Landesbauordnung.
§ 6 BauO NRW – Abstandflächen
(11) Gebäude mit einer mittleren Wandhöhe bis zu 3 m über der Geländeoberfläche an der Grenze, die als Garage, Gewächshaus oder zu Abstellzwecken genutzt werden, sind ohne eigene Abstandflächen sowie in den Abstandflächen eines Gebäudes zulässig...

Was die Baugenehmigung anbelangt ist für eine Garage bis 100qm Grundfläche evtl. keine Notwendig.
Man muss halt auch immer die zuständige Landesbauordnung beachten.

Wenn ohne Baugenehmigung (mit Anzeige: https://formular-server.de/Koeln\_FS/findform?shortname=jue4056021002402&formtecid=2&areashortname=koeln ) grenznah gebaut wird, dann benötigt man die Einverständniserklärung des Nachbarn.
Hier müsste ein Entwurfsverfasser zB. Architekt notwendig sein.

Wird im vereinfachten Genehmigungsverfahren eine Baugenehmigung beantragt, dann ist kein Entwurfsverfasser notwendig (Garage bis 100qm) und auch keine Einverständniserklärung des Nachbarn.
Ohne Entwurfsverfasser muss man dann aber die Baugenehmigung selbst auf die Reihe bekommen.

Das klärst du am besten bei deiner Gemeinde. Du könntest eine Skizze deines Vorhabens machen, dort einreichen und um Stellungnahme bitten, bevor du eine evtl kostenpflichtige Bauvoranfrage stellst. Da du hier je nach Organisation Bauamt ( generelle Zulässigkeit) und Grundstücksverwaltung (Einverständniserklärung als Eigentümer Unterschreitung Abstandsflächen) benötigst. 

Ich würde mich  aber festlegen Büro oder Garage. Kämpfe dich durch deine LBO. 

In NRW ist wie ein Vorposter schon schrieb, der § 6 Landesbauordnung NRW (BauO NRW) einschlägig. 

Genehmigungsfrei sind alle Gebäude, Bauteile etc., die in § 65 BauO NRW aufgeführt sind. Im Umkehrschluss ist alles andere also genehmigungspflichtig. Wenn das Gebäude fast so groß wie eine Doppelgarage sein soll, ist es größer als die genehmigungsfreien 30 Kubikmeter Bruttorauminhalt und somit genehmigungspflichtig. 


Garagen zählen zu priviligierten Gebäuden an der Grenze und dürfen gemäß § 6 Abs. 11 BauO NRW direkt an der Grenze stehen, wenn sie den Voraussetzungen des § 6 Abs. 11 BauO NRW genügen. Du darfst eine solche Garage jedoch gemäß § 51 Abs. 8 BauO NRW nicht zweckentfremden. Die Nutzung der Garage als Büro stellt eine solche Zweckentfremdung dar. Erfährt das Bauordnungsamt von der materiell illegalen Nutzung, wird es dir die Nutzung der Garage als Büro untersagen und ggf. mithilfe von Zwangsmitteln nach §§ 55ff. Verwaltungsvollstreckungsgesetz NRW durchsetzen. 

Eine Nachbarzustimmung auf Grundlage des § 74 BauO NRW ist zwar eine weit verbreitete Handlungsform, rechtlich aber zweifelhaft, da die materielle Rechtswidrigkeit (aufgrund von Brandschutz etc.) nicht durch eine Nachbarzustimmung aufgehoben werden kann.

Ein genehmigungspflichtiger Schuppen an der Grundstücksgrenze dürfte demnach zu Bürozwecken unzulässig sein, da er die Abstandsflächen nicht einhält.

Lange Rede kurzer Sinn: Das Gebäude muss zweckentsprechend genehmigt, gebaut und genutzt werden. Dafür würde ich zum Bauordnungsamt gehen und mich beraten lassen.



Büronutzung geht nicht auf der Grenze, Garage ja.Du brauchst evtl. eine Baugenehmigung.Erkundige Dich beim zuständigen Bauamt und laß Dir einen schriftlichen Bescheid geben.

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