Gibts Ruhezeiten für Kinderlärm?

5 Antworten

Wir wohnen in einer gepflgeten Reihenhausgegen, in den Häusern rechts und links neben uns leben mehrere Familien mit Kindern. Nun gibt es eine Ausnahme: die Hausbesitzer direkt bene uns. Wir können eigentlich nachmittags oder an den Wochenenden nicht mehr im Garten sein, so laut ist es ! Stellt euch einen Schulhof in der Mittagspause vor, voll mit 3 - 7 jährigen, die ungebremst kreischen können, dann heulen aus vollem Hals, dann schreien die Eltern, dann kreischen die Kinder und das stundenlamng. Wie am Spieß sozusagen.Zu den zwei eigenen kommen meistens noch 2-4 andere Kinder dazu, es ist ein unfassbarer Lärm. Ein Gespräch mit dem Nachbar hat nichts gebracht, wir flüchten inzwischen regelrecht am Wochenende aus dem Haus. Findet ihr das in Ordnung ? Haben Erwachsene garkeine Rechte mehr ? Die Eltern der Kinder nebenan, die offenbar auf antiautoritärer Erziehung stehen, können wir leider nicht ändern.Aber nichtsdestotrotz sind wir sehr verzweifelt, wir wohnen schon 20 Jahre hier und haben sowas noch nie erlebt.

Kinder von Wohnungsmietern stehen dieselben Rechte zu wie den Mietern selbst. Sie haben daher aber auch die selben Pflichten. Es ist selbstverständlich, dass Kinder in der Wohnung spielen dürfen. Ihr Spielen darf aber nicht zu einer Störung anderer Hausbewohner führen. Darauf müssen Eltern, insbesondere während der allgemeinen Ruhezeiten - mittags von 13 - 15 Uhr und abends ab 22 Uhr bis zum nächsten Morgen 7 Uhr -, achten. Für das Verhalten der Kinder sind die Eltern im Rahmen ihrer Aufsichtspflicht verantwortlich (BGH NJW-RR 87, 13; LG Hamburg WM 83, 27).

kinder können nicht abgestellt werden wie maschinen. zu kinderlärm heißt es in der allgemeinen rechtsprechung, dass dieser in gewissem umfang von jedem hausbewohner hingenommen werden muss. kinder dürfen in der wohnung selbstverständlich spielen, lachen, weinen und schreien. eltern müssen aber darauf achten, insbesondere während der allgemeinen ruhezeiten, dass mitbewohner nicht unzumutbar gestört werden. diesbezüglich sollte also wohl erzieherisch eingewirkt werden. "der von kindern auf einem kinderspielplatz ausgehende lärm muss hingenommen werden (BGH WM 93, 277)".

Gerichtsverfahren gegen Kinderlärm wird es künftig in Deutschland kaum noch geben: Nach dem Bundestag beschloss am Freitag 17.06.2011, auch der Bundesrat in Berlin abschließend, Klagen gegen Lärm, der aus Kindergärten, Kitas und von Spielplätzen dringt, praktisch auszuschließen. Dazu wird das Bundesimmissionsschutzgesetz geändert.

Bisher war das Lärmen von Kindern als schädliche Umwelteinwirkung definiert worden, das wird künftig nicht mehr der Fall sein.

Aber, geben Erwachsene denn ein entsprechendes Vorbild ab?

Es heisst ja immer, das Kinder sich Erwachsene zum Vorbild nehmen sollen.

Die Erwachsenen etwa die bei Rot über die Strasse gehen?

Die Erwachsenen etwa die Kindern die Türen vor der Nase zu knallen, anstatt sie auf zu halten.

Die Erwachsenen die ihren Müll, ihre Zgaretten und sonst etwas einfach auf die Strasse werfen?

Das könnte man noch lange, lange weiter führen an dieser Stelle.

Kinder machen das, was ihnen Ihre Umwelt vorlebt, leider.

Da kam man als Eltern daheim noch so aufpassen, und dann geht man mit den Kindern durch die Stadt und erlebt sowas. Leider!!!

Da sollten sich die Erwachsenen erstmal an die Nase fassen, Kinder können vieles noch nicht wissen - Erwachsene Menschen sollten allerdings wissen was falsch und was richtig ist.

Und, waren wir nicht alle mal Kinder und wollten spielen & toben?

Scheinheiligkeit der Erwachsenen ist der Fall. Toleranz ist die eine Seite der Medaille, die andere wiegt aber wohl viel schwerer - Eltern, Erzieher und Lehrer, die die ihnen gegeben Aufgaben, Pflichten und Verantwortungen gegenüber den Heranwachsenden und der Gesellschaft in keinster Art und Weise gerecht werden. Dieses Fehlverhalten wird dann als "Freie" Erziehung, Erlebnispädagogik und ähnlicher Schwachsinn vermarktet.

Kurzum, wir brauchen keine permanenten Nörgler, die vergessen haben, dass sie mal Kinder waren,.

Damit entfällt der entsprechende Klagegrund. Das Gesetz kann nach Unterzeichnung durch den Bundespräsidenten wahrscheinlich bald in Kraft treten. Als flankierende Maßnahme soll das Bauplanungsrecht so geändert werden, dass in reinen Wohngebieten Kindertageseinrichtungen generell zuzulassen sind. Bund und Länder wollen so beitragen zu einer kinderfreundlicheren Gesellschaft.

Anlass für die Neuregelung waren Gerichtsverfahren, die Anwohner von Kindereinrichtungen angestrengt hatten und die teilweise zur Schließung von Kitas führten. Der für die Neuregelung zuständige Umweltminister Norbert Röttgen (CDU) hatte wiederholt betont, Kinder hätten das Recht, in ihrem Kindsein akzeptiert und toleriert zu werden. Geräuschfreie Kinder seien nicht gewollt.

Aber auch gegen Lärm von Einrichtungen wie zum Beispiel Bolzplätzen könnten Klagen nun schwieriger werden - dafür fehlt dem Bund aber die Gesetzgebungskompetenz. „Hier sind die Länder gefordert“, sagte die rheinland-pfälzische Umweltministerin Ulrike Höfken im Bundesrat. Rheinland-Pfalz habe wie Berlin darauf reagiert und eine Privilegierung des verhaltensbezogenen Kinderlärms in seinem Landes-Immissionsschutzgesetz festgeschrieben.

Speziell für Kinder nicht, aber generell für Lärm (worunter auch Kinderlärn zählt) also von 22-6 Uhr :-)

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