Gibt es eine Probezeit bei einem internen Berufswechsel?

3 Antworten

Es ist durchaus möglich, innerhalb eines unbefristeten Arbeitsvertrags bei neuer/anderer Tätigkeit eine Probezeit zu vereinbaren.

Beide Seiten haben dann die Möglichkeit zu testen, ob der neue Job auch den Vorstellungen entspricht. Wird während der Probezeit festgestellt, dass die Tätigkeiten nicht den Erwartungen entsprechen, bzw. der AN die Arbeit nicht nach Vorstellung des AG erledigt wird, hat der AN seinen alten Posten wieder zurück.

Ist die gesetzliche Probezeit überhaupt drei Monate lang? Früher waren es doch sechs, oder nicht?

Die minimale Länge der Probezeit ist nur beim Berufsausbildungsverhältnis vorgeschrieben. Da muss sie mindestens einen und darf höchstens vier Monate betragen. Bei anderen Arbeitsverhältnissen gibt es keine minimale Probezeit. Sie kann auch hier z.B. nur einen Monat betragen. Die Probezeit darf auch durchaus länger als sechs Monate dauern, nur gelten ab dem siebten Monat keine verkürzten Kündigungsfristen mehr und bei Neueinstellung greift dann auch das Kündigungsschutzgesetz.

Wie verhält sich die Probezeit mit meiner Betriebszugehörigkeit?

Da gibt es keinen Zusammenhang. Du bist doch weiter Angehöriger des Betriebs, egal welchen Job Du ausübst. 

"Beide Seiten haben dann die Möglichkeit zu testen, ob der neue Job auch den Vorstellungen entspricht. Wird während der Probezeit festgestellt, dass die Tätigkeiten nicht den Erwartungen entsprechen, bzw. der AN die Arbeit nicht nach Vorstellung des AG erledigt wird, hat der AN seinen alten Posten wieder zurück."

Aber muss die Probezeit nicht schriftlich vereinbart werden anhand eines neuen Vertrages? 

@Kugelwunder

Ja, das habe ich in meiner Antwort vergessen. Ohne Probezeitvereinbarung keine Probezeit. 

Gibt es im Betrieb einen Betriebsrat? Der ist ja bei Versetzungen auch anzuhören. 

Du hast aber diese Klausel in Deinem Arbeitsvertrag, die dem AG gestattet, Dich auch anderweitig zu beschäftigen, wenn dies zumutbar ist.

Der § 307 BGB (Inhaltskontrolle) sagt dazu, dass der AG Dir andere, gleichwertige Tätigkeiten wie die vereinbarten übertragen kann. Er darf Dir nur keinen anderen Job mit weniger Geld geben. Das BAG hat dazu mal entschieden, dass eine Änderung der vertraglich vereinbarten Tätigkeit nur zulässig ist, soweit es sich um eine mindestens gleichwertige Tätigkeit handelt.

@Hexle2

Ja einen Betriebsrat haben wir. Ich bin auch Verdi-Mitglied. Ich kann da ja auch mal anrufen.

@Hexle2

Also muss mein AG mir jetzt schon einen Änderungsvertrag ausstellen, damit die Probezeit dann auch schriftl. vereinbart ist? Und sollten die mich nicht haben wollen nach der Probezeit, wieder einen Änderungsvertrag ausstellen, damit ich meinen alten Beruf weiter ausüben kann? Oder gibt es eine gesonderte , schriftl. Probezeitvereinbarung? 

@Hexle2

Die Probezeitvereinbarung mit einer Klausel zur Rückkehr an den alten Arbeitsplatz hat eher eine Schutzfunktion für den Arbeitnehmer!

Ansonsten ist diese "Versetzung" (hin oder zurück) bereits durch die Arbeitsvertragsklausel der Zuweisung einer zumutbaren anderen Tätigkeit legitimiert (Beteiligung des Betriebsrats einmal außen vor gelassen).

Dazu bedarf es dann auch keines Änderungsvertrages, der allerdings zur Absicherung des Arbeitnehmers von Vorteil wäre!

@Kugelwunder

Oder gibt es eine gesonderte , schriftl. Probezeitvereinbarung?

Für Dich entscheidend ist die schriftliche Vereinbarung einer Probezeit mit der Zusicherung, im Falle des "Nichtbestehens" wieder an Deinen alten Arbeitsplatz zurück kehren zu können.

Die "Versetzung" auf die neue Stelle ist ja bereits durch die Arbeitsvertragsklausel der Zuweisung zumutbarer anderer Tätigkeit legitimiert.

Du kannst natürlich versuchen, eine schriftliche Vereinbarung (neben der Vereinbarung zur Probezeit) zu erhalten, die Dir diesen neuen Arbeitsplatz dauerhaft sichert, also nicht mehr die Möglichkeit der Zuweisung zumutbarer anderer Tätigkeiten beinhaltet.

@Kugelwunder

@Kugelwunder,

wenn es einen Betriebsrat gibt, solltest du mit diesem reden. Er kennt den AG, die betrieblichen Umstände und (sollte er zumindest) die rechtliche Lage. Der BR kann Dir alles erklären und ggf. auch helfen. Dafür ist er da.

Da kannst Du auch alle auftretenden Fragen stellen, die Dir noch einfallen und die man hier (wahrscheinlich) nicht alle beantworten kann.

Korrekt wäre: Du bekommst möglicht bald (ich würde darauf bestehen) einen neuen Vertrag. Die dürfen unter diesen Umständen überhaupt keine Probezeit veranschlagen, lies das hier mal

http://www.lexware.de/mitarbeiter-und-gehalt/probezeit-im-arbeitsvertrag-so-gestalten-sie-die-vereinbarungen-mit-dem-arbeitnehmer

Es ist nicht in Ordnung, dass Du bereits auf dem neuen Arbeitsplatz tätig bist und Dir lediglich mündlich eine Zusage gemacht wurde. So etwas hat überhaupt keine Gültigkeit, so etwas muss schriftlich festgehalten werden. In Deinem neuen Arbeitsvertrag sollte genau aufgeführt werden, welche Tätigkeiten zu Deinem neuen Aufgabenbereich gehören. Diese Formulierung hier ist ohnehin sehr schwammig "Herr ... wird als Lagerist mit einschlägigen Arbeiten nach näherer Anweisung des Vorgesetzten beschäftigt. Es besteht die Verpflichtung, auch andere zumutbare Arbeiten zu verrichten." Bei einer solchen Formulierung könnten sie Dir auch die Reinigung der Toiletten aufhalsen.  lg Lilo


Wenn dann einen Änderungsvertrag mit der Option in der Probezeit zurückwechseln zu können. 

Ein komplett neuer Vertrag hätte zur folge, dass er ohne Berücksichtigung seiner vorhergehenden Betriebszugehörigkeit in der Probezeit gekündigt werden kann.

Ich habe eben meinen Mann gefragt, der ist in der Gewerkschaft. Es muss überhaupt kein neuer Vertrag ausgehandelt werden, aber Du sollst auf eine korrekte Stellenbeschreibung Deiner neuen Tätigkeiten bestehen (was ich ja auch schon angeführt habe). Frag noch mal nach wegen der Probezeit, die kann von einem AG festgelegt werden, die bezieht sich dann aber nur auf das neue Arbeitsgebiet.

"Bei einer solchen Formulierung könnten sie Dir auch die Reinigung der Toiletten aufhalsen."

Gott sei Dank haben wir eine Putzfrau. :-D

@ LiselotteHerz:

Es ist nicht in Ordnung, dass Du bereits auf dem neuen Arbeitsplatz tätig bist und Dir lediglich mündlich eine Zusage gemacht wurde. So etwas hat überhaupt keine Gültigkeit, so etwas muss schriftlich festgehalten werden.

Das ist falsch.

Da es kein Schriftformerfordernis für einen Arbeitsvertrag gibt, gibt es auch keines für eine Änderung mit Zuweisung neuer Tätigkeiten - es sei denn, in einem schriftlichen Arbeitsvertrag werden mündliche Abreden ausgeschlossen.

Im Übrigen ist das durch die Klausel der Zuweisung zumutbarer anderer Arbeit bereits legitimiert.

Die dürfen unter diesen Umständen überhaupt keine Probezeit veranschlagen

Auch das ist falsch.

Selbstverständlich darf eine Probezeit vereinbart werden - nur ist sie keine, die sich auf das Arbeitsverhältnis an sich auswirkt (also jederzeitige Kündigungsmöglichkeit mit verkürzter Frist nach BGB § 622 Abs. 3), sondern lediglich die Möglichkeit offen lässt, den Arbeitnehmer wieder auf seinen alten Arbeitsplatz zurück zu versetzen, wenn er sich innerhalb dieser Probezeit nicht bewährt.

Diese Formulierung hier ist ohnehin sehr schwammig

Eine solche Formulierung ist nicht "schwammig" (natürlich bleibt die Frage, was "zumutbar" heißt), sondern durchaus üblich und gebräuchlich. Und "Toilettenreinigung" ist damit - mit "zumutbar" - ganz sicher nicht erfasst!!

Sie müssen dir nichtmal einen neuen Vertrag gebe. Es sei denn die neue Arbeit wird entgeldtechnisch anders verrechnet. ( weniger oder mehr Lohn.)

Mein Gehalt bleibt bestehen, da ich weiniger verdienen würde, aber ja nicht weniger kriegen kann. Bist du sicher? Es ist ein komplett anderer Beruf, sprich handwerklich und geistlich, Arbeiter und Angestellter.

@Kugelwunder

Wenn du es den Einsatzwechsel schriftlich haben möchtest lass einen Änderungsvertrag machen. Wenn du jetzt aber sagst die neue Stelle wird normalerweise mit weniger Geld bezahlt würd ich das eventuell nicht machen weil du mit dem Vertrag eventuell dafür unterschreibst weniger Geld zu erhalten. 

Wenn der Änderungsvertrag kommt erstmal genau durchlesen. 

@berlina76

Ach so etwas gibt es auch. Ein Änderungsvertrag. Mit dem Wort kann ich dann weiter recherchieren.

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