Gibt es eine Anspruchsgrundlage ähnlich wie §985 BGB, aus der der Besitzer einer Sache vom Eigentümer Abnahme verlangen kann?

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Die Frage in der Überschrift ist nicht dieselbe wie die im Fragetext.

Wenn Du nach allen Anspruchsgrundlagen fragst, gehören auch schuldrechtliche (vertragsrechtliche, bereicherungsrechtliche, schadensersatzrechtliche und Geschäftsführung ohne Auftrag hinzu).

Also insgesamt:

  1. Anspruch aus Vertrag, sofern ein Vertrag vorliegt, der einen solchen Anspruch begründet. (Etwa wenn im Kaufvertrag die Abnahme zur Pflicht und damit zum Anspruch wird).
  2. Dingliche Ansprüche: B hat dingliche Ansprüche aus Eigentum an z.B. seinem Grundstück (Eigentumsstörung, 1004 BGB), dass der Krempel dort verschwindet. Ebenso so ein Anspruch gegen Besitzstörung,  § 862 BGB.
  3. Schadensersatzanspruch auf Wegräumen: In der Regel nicht, außer A hat das Zeug bei B rechtswidrig abgestellt oder es liegt sonst eine Handlung vor. Ein Schadensersatz-Anspruch aufgrund Unterlassen hat strenge Voraussetzungen in diesem Fall, die ich hier nicht erkennen kann.
  4. Bereicherungsrecht: A ist um freie Fläche gegenüber B bereichert, die Herausgabe der freien Fläche wird in Wegräumen uminterpretiert. Das ist jedoch juristische Spielerei, wohl gegen den Regelungszweck von § 812.
  5. Geschäftsführung ohne Auftrag: Nicht erkennbar (nur vorstellbar, wenn A eine Geschäftsführung ohne Auftrag für B getätigt hat und deswegen Krempl von A auf Grundstück von B steht).

Die Überschrift mit 985 war etwas unglücklich formuliert. ;) Worauf ich hinaus wollte waren aber Eigentums- und Besitzstörung, vielen Dank! So was kommt erst nächstes Semester dran aber die Frage drängte sich trotzdem auf...

wenn b sie da stehen lässt, könnte man die sache nachvollziehen.

b entzieht sich dem besitz. die sachen gehören sie nicht, sondern er überlässt sie wieder dem eigentümer...

was soll daran problematisch sein?

wenn der eigentümer die gegenstände nicht mehr haben will, muss er sie auf seine kosten entsorgen lassen. er hat b die gegenstände zum zweck des gebrauchs überlassen. vermutlich waren diese gegenstände teil eines vertrages. wenn die gegenstände nicht vertraglich in das eigentum des besitzers übergegangen sind, ist der besitzer nach vertragsende nicht mehr dafür zuständig.

möblierte wohnung scheint der gegenstand der fragestellung...

Ein Anspruch, dass die fremden Sachen aus der Wohnung entfernt werden, kann sich aus Besitzstörung ergeben, zum Beispiel § 862 Abs. 1 S. 2 i.V.m. § 1004 Abs. 1 BGB. 

Eine bloße Nichtabholung stellt keine Dereliktion dar.

Die Sachen anzufassen stellt eine verbotene Eigenmacht dar. Die kleinste Beschädigung führt zu Schadensersatzansprüchen. Das übliche Vorgehen ist eine schriftliche Räumungsaufforderung mit angemessener Frist, Hinweis auf mögliche Rechtsmittel dagegen und Ankündigung der Erhebung einer Nutzungsgebühr für die Stellfläche.

Das wäre höchstens aus Besitzstörungsrecht und § 1004 BGB denkbar, würde ich spontan sagen.

Erwerb eines gestohlenen Buches - Rückabwicklung?

Liebe Leute, ich brauche unbedingt extrem dringend Eure Hilfe, ich bin sehr dankbar für Antworten, jetzt die Frage: Person A sei der Eigentümer eines Buches. Auf dem Weg zur Arbeit stiehlt Person B der Person A dieses Buch und verkauft es weiter an C für 10 Euro. Alle Personen sind voll geschäftsfähig.

Jetzt die "Analyse". Es ist doch ein wirksamer Kaufvertrag zwischen B und C geschlossen worden, auch wenn die bewegliche Sache Diebesgut war. Das erste Verfügungsgeschäft ist die Übereignung der Ware. Ein gutgläubiger Erwerb des C vom Nichtberechtigten B kommt nicht infrage, weil das Buch gestohlen wurde (vgl. § 935 BGB). Das hat zur Folge, dass die Übereignung des Buches, also das 1. Verfügungsgeschäft schon einmal nichtig ist. Die Übereignung des Geldes, also das 2. Verfügungsgeschäft ist voll wirksam.

Zusammenfassend lässt sich also sagen: Kaufvertrag gültig, Übereignung des Geldes ebenfalls, Buchübereignung nichtig. Jetzt kommt das Problem: A hat doch gegenüber C gem. § 985 Anspruch auf Herausgabe der Sache, weil A (immer noch) Eigentümer ist. Allerdings kann C die Herausgabe gem. § 986 I verweigern, weil er ein Besitzrecht gemäß des Kaufvertrages zwischen sich und B hat. Dieses Besitzrecht zu vernichten wäre nur möglich, wenn der Kaufvertrag rückabgewickelt würde, allerdings kann darauf doch A keinen Einfluss nehmen, oder?

Zudem sind ja § 816 ff, nicht anwendbar, weil kein gutgläubiger Erwerb vorliegt. Wie ist vorzugehen??? Wie kann man bewirken, dass das Besitzrecht erlischt??? Bitte helft mir!!! Ich komm nicht mehr weiter. Oder wäre die Antwort, dass (vgl. § 986) der Besitzer gegenüber dem Eigentümer nicht zum Besitz berechtigt ist, weil weder der Eigentümer (also A) noch ein von A Ermächtigter den Kaufvertrag bewirkt hat, sondern der Nichtberechtigte B?

Wenn Letzteres stimmen sollte, könnte dann Person C doch vom Kaufvertrag zurücktreten und gem. § 346ff. die Rückgewähr der empfangenen Leistungen, also in diesem Fall die 10 Euro, von B fordern, oder?

Vielen Dank für Eure Hilfe!!! Helft mir, ich wäre sehr dankbar dafür.

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