Gewerkschaft (IGMetall) beitreten?

Das Ergebnis basiert auf 5 Abstimmungen

Jup, rein da 100%
Nope, nicht beitreten 0%

5 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet
Jup, rein da

Ich würde Dir den Beitritt empfehlen, vor allem, wenn im Betrieb ein Tarifvertrag Anwendung findet.

Du bekommst z.B. kostenlose Rechtsberatung im Arbeits- und Sozialrecht. Wenn es das Arbeitsverhältnis betrifft, berät man Dich auch im Steuer- oder Aufenthaltsrecht (wenn nötig).

Du hast eine Rechtsschutzversicherung, wenn gestreikt wird bekommst Du genau so Hilfe wie bei Maßregelung und Aussperrung. Nach zwölf Monaten Mitgliedschaft gibt es automatisch eine Freizeitunfallversicherung inclusive.

Es gibt Hilfe und Unterstützung bei außerordentlichen Notfällen und auch im Todesfall und wer Interesse hat kann auch die Seminarangebote der IG Metall zur gewerkschaftlichen, betrieblichen und persönlichen Qualifizierung in Anspruch nehmen. Die Teilnahme ist für Mitglieder kostenfrei, wenn es sich nicht gerade um z.B. Seminare für Betriebsräte handelt, die der Arbeitgeber sowieso bezahlen muss.

Du kannst Dir die kompletten Leistungen ja auch im Netz anschauen oder mal im Betrieb den Betriebsrat oder einen der gewerkschaftlichen Vertrauensleute ansprechen und Dich erkundigen. Man wird Dir das gerne erklären.

Die Kollegen die sagen es sei "behämmert" Mitglied zu werden, wollen aber bei Tarifabschlüssen genau so profitieren wie die zahlenden Mitglieder. Das nenn ich "unsolidarisch".

Ich selbst finde nicht alles toll, was manche Gewerkschaften machen, sehe aber dass die Vorteile überwiegen. Schau mal nach, was die Gewerkschaften im Laufe der Jahre erreicht haben.

 Das geht z.B. von der Reduzierung der Wochenarbeitszeit, der täglichen Arbeitszeit über Weihnachts- und Urlaubsgeld, Schicht-, Überstunden-, Sonn- und Feiertagszuschlägen, bis zu den sechs Wochen Tarifurlaub der bei der IG-Metall gilt.

Danke fürs Sternchen

Jup, rein da

Allein schon wegen der Tarifverhandlungen halte ich eine Gewerkschaftsmitgliedschaft für sinnvoll. Eine Gewerkschaft mit zahlreichen Mitgliedern im Rücken hat eine stärkere Verhandlungsposition, und durch bessere Tarifabschlüsse hat man letztlich ein Mehrfaches des gezahlten Mitgliedsbeitrags mehr in der Tasche.

Außerdem bieten Gewerkschaften auch Unterstützung in arbeitsrechtlichen Fragen bis hin zur Vertretung vor dem Arbeitsgericht.

Jup, rein da

Ich kann Dir da nur zuraten, denn was viele nicht wissen: Die IG Metall unterstützt Dich auch rechtlich und stellt Dir einen kostenlose Anwalt, wenn es um arbeitsgerichtliche Angelegenheiten geht.

Ein Bekannter von mir, der zwar Mitglied ist, aber in einer ganz anderen Branche arbeitet, wäre ohne die Hilfe der IG Metall verloren gewesen, als er  - zu Unrecht - fristlos gekündigt wurde.

Er ist direkt ohne Anmeldung ins Gewerkschaftshaus gegangen und wurde sofort empfangen und beraten; die Anwälte waren für ihn jederzeit erreichbar und haben dann auch seinen Prozess vor dem Arbeitsgericht geführt, den er auch gewonnen hat.

In dieser extremen Situation, sich selbst einen erfahrenen Anwalt zu suchen - und zu bezahlen - wäre ganz schlimm gewesen und hätte ihn völlig überfordert.

Man weiß nie, wie es mal kommt - ich kann Dir also sehr empfehlen, dort Mitglied zu werden.


Jup, rein da

Ich kann Dir in der heutigen Zeit nur den Beitritt in eine der für Dich zum Berufsstart grundlegend verantwortlichen Gewerkschaften empfehlen. Gewerkschaften bleiben, oder werden erst durch Mitgliederschaft stark. Ich musste es hier auch bereuen, aus der Gewerkschaft nach meiner Ausbildung bei Berufswechsel seinerzeit ausgetreten zu sein, und danach irgendwann mehrmals teils deutliche Probleme mit diversen Arbeitgeben in branchenfremder Nachfolge bekommen zu haben.

Danach trat ich nach erneuter Fussung in meinem Haupt-Lehrberuf der IGM bei und bin seither auch bis heute Mitglied.

Gewerkschaften verdankt man grundlegend in ( nach wie vor vielen Branchen ) "Tarifverträge" über das gesetzliche Minimum hinaus, branchenübliche Mindestlöhne über den gesetzlichen Mindestlohn hinaus bei angeschlossenen Betrieben, und "bedingt" auch in der Leiharbeit, Rechtsunterstützung und notfalls auch Rechtsbeistand zu geringem Beitrag von etwa lediglich 1,5 - 2% vom Monats-Brutto.

Gemäss des auch in der Gewerkschaft geltenden "Solidarprinzips" unterstützt Du grundlegend bei "sorgenfreiem" Arbeitsleben ( momentan ) einerseits das Bewusstsein bedarfsmässigen Rückhaltes auch für Dich, wie Du mit Deinen Beiträgen aktuell Mitglieder mit vorhandenen arbeitsrechtlichen Problemen mit unterstützt.

Was aktuell dabei politisch erreicht wurde und erst erreicht werden soll ( z.B. bei Leiharbeit und Kontraktarbeit / Werkvertragen ) , darfst Du dabei nicht aus den Augen verlieren. Arbeitgeber sind halt auch ständig nach möglichen Schlupflöchern zum Lohndumping, während ( insbesondere möglichst starke ) Gewerkschaften die Politik hier immer wieder wachrütteln zu ersuchen.

Wer nicht der Gewerkschaft beitritt, dürfte eigentlich auch nicht von den Verhandlungsergebnissen profitieren.

Das legen die Unternehmer natürlich nicht so aus, sonst würde ja JEDER in die Gewerkschaft eintreten.

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