Gewerbe, Einkommenssteuer, Investition, Abschreibung?

5 Antworten

1. Deine Überlegungen sind leider ohne betriebswirtschaftliche Überlegungen.

2. Grundsätzlich hast Du recht, aber man kann auch nur dann Investitionen aus dem Gewinn finanzieren, wenn man die Steuer dabei berücksichtigt.

3. Investitionen sollte man immer zum Teil finanzieren, oder aber nur den Gewinn nach Abzug aller Ertragsteuern verwenden udn nach Abzug der Privatentnahmen.

4. Wenn ich zu einer Bank gehe und sage "ich möchte eine Maschine für 10.000,- Euro kaufen und möchte das zu 50 % finanzieren, klappt es. Gehe ich ein Jahr später hin und sage, "ich brauche 2.000,- Euro um Steuern zu zahlen," wird es schwieriger, als mit den 5.000,-.

Was in einem Betrieb wichtig ist, ist auch die Planung und die Überlegung, wie man ggf. am Jahresende ausläuft und was dann an Steuern fällig wird.

Man sollte auch das laufende Ergebnis auch immer mit dem Businessplan vom Anfang vergleichen, der die Grundlage für den Start war.

Du hast logisch überlegt - gut so. Ein paar Anmerkungen noch dazu:

Grundsätzlich ist es tatsächlich so, daß der Unternehmer dafür sorgen muß, daß er für fällige Steuern genügend Geld auf seinem Konto hat. Er kann Steuerzahlungen nicht vermeiden, indem er das Geld anderweitig, z. B. für Investitionen ausgibt.

Ein Unternehmen leistet 1/4-jährlich Vorauszahlungen auf seine voraussichtliche Steuerschuld. Dieses Geld ist im Dezember also schon nicht mehr auf seinem Konto.

Wer im Dezember eine Maschine kauft, kann für dieses Jahr keine volle Jahresabschreibung geltend machen. Auch die Vereinfachungsregel, nach der man bei einem Kauf im Dezember noch eine halbe Jahresabschreibung geltend machen konnte, ist vor einigen Jahren weggefallen.

Der Freibetrag bezieht sich nicht auf den Gewinn sondern auf das zu versteuernde Einkommen. Der Unternehmer wird zwangsläufig ja Beiträge zu einer Krankenversicherung haben, die als Sonderausgaben zu berücksichtigen sind.

Wenn er nicht gehirnamputiert ist wird er auch eine (private) Altersvorsorge haben die ggf. ebenfalls steuermindernd berücksichtigt wird.

Investitionen in Maschinen sind Betriebsausgaben und die bezahlt man immer noch aus dem Umsatz und nicht vom Gewinn.

Warum sollte sein Vermögen gepfändet werden?

Ba er Einzelunternehmer ist, ist der Betreibsgewinn sein zu versteuerendes Einkommen.

Von diesem gehen dann noch die Üblichen beträge wie versicherungen, KV, und soweitr ab.

Die ist deutlich hypothetisch die Frage, aber dann kann man wenigstens sich austoben und es nicht schlimm, wenn man die rechtliche Betrachtung als grundsätzlich sieht.

Fangen wir mit der Verschlimmerung des Szenarios an: Die Abschreibungen gibt es nur zeitanteilig. Maschine im Dezember, dann nur 1/12 Abschreibung. Wenn ich gerade nicht falsch geschätzt habe, so um die 160 Euro. Also Gewinn bei 17.840 Euro.

Wäre der Typ steuerlich beraten gewesen, dann hätte er das von Haus aus anders gemacht. Dann hätte er nämlich erst im Januar gekauft und für das Vorjahr 4.000 Euro Ansparanlage in Anspruch genommen. Gewinn 14.000 - Damit bleibt vielleicht noch eine Steuerbelastung von 1.000 Euro.

Nur wird er selbst, wenn er sofort die Steuererklärungen fertigen will die nicht im Januar einreichen können. Mai könnte man schon erwarten, läuft aber damit auf die nächste Liquiditätsfalle zu, die die die meisten vom dritten auf das vierte Veranlagungsjahr überfällt. Die bekommt er aber auch noch.

Bei den 18.000 Gewinn muss man davon ausgehen, dass er höhere Fremdleistungen in Anspruch nehmen musste, weil die Maschine nicht zur Verfügung stand.

Dein Unternehmer würde also die Maschine bestellen und ggf. eine Ratenzahlungsvereinbarung mit dem Lieferanten vereinbaren oder Zahlung bei Abnahme.

Spätestens ab Februar sollte die Maschine dann auch vollständig laufen und genutzt werden können. Damit wären ab Februar auch die Fremdleistungen nicht mehr zu zahlen. Daraus kann er die Rücklagen für die Bezahlung der Steuerschuld bilden.

Die genannte Ansparrücklage nimmt lediglich die Abschreibungen vorweg. Der Liquiditätsvorteil kann aber genutzt werden und die Investition bekommt eine Absicherung.

Das ist der Weg mit der Brechstange. Weil Unternehmer hält das für unabwendbar. Häufig ist es aber so, dass gerade diese Investitionen der absolute Humbug sind. Die Erfahrung sagt, dass gerade bei den Kleingründungen ohne Eigenkapital eine Investition dabei ist, die 5.000 Euro übersteigt und die vollständiger betriebswirtschaftlicher Müll ist. In der Regel folgen dieser Fehlentscheidungen dann noch ein paar Euros. Und die fehlerhafte Logik wird auch auf alles andere angewendet.

Ist es nicht eine Investition, dann sind es zwei, die dann in der Regel aber auch wieder die 5.000-Euro-Grenze überschreiten und auch wieder Folgekosten bringen.

In der Realität wird der Gründer jetzt aufspringen und beleidigt seine Kompetenz in Abrede gestellt sehen. Hat er Recht. Nur ändert nichts. Weil häufig die Auslastung für die Maschine nicht gegeben ist. Weil Arbeitszeiten zukünftig anders verteilt werden müssen. Auch gerade produktive und unproduktive Zeiten. Maschinenleerstandszeiten verursachen nämlich auch Kosten.

Dann kann keine Maschine gekauft werden, die von ihrer Größenordnung so ist, dass sie für die heutige Gründungszeit richtig ist und auch noch in vier Jahren wenn der Laden läuft. Alles andere sollte der Unternehmer rechnerisch belegen. Sonst hat er unrecht.

Daher ist es oft ganz gut, wenn man bestimmte Dinge einfach von KollegInnen machen lässt. Dazu kommen auch andere Vorteile in der Kooperation, wie die gegenseitige Unterstützung bei anderen Aufträgen.

Du machst 18.000€ Gewinn. hast dich mit 8.000€ über Wasser gehalten in einem Jahr ( das möchte ich erleben, das wären im Monat 666€ für Miete, Strom, Gas, Wasser, divers. Versicherungen, Happi,happi, Kleidung usw. Das ist kaum, bzw. nicht möglich.)

Selbst wenn du jetzt deinen Gewinn von 10.000€ investieren willst, werden deine gesamten 18.000€ als dein Einkommen angerechnet und davon sind Steuern zu bezahlen, zumal du diese Maschine sowieso nicht aufeinmal steuerlich geltend machen kannst.

Du kannst sie über mehrere Jahre mit einem bestimmten Prozentsatz mtl. in die Buchführung eingeben.

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