getrennt veranlagung

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Für die Berechnung der Einkommensteuer hat die Wahl der Steuerklasse im laufenden Jahr keine direkten Auswirkungen. Sie hat nur Auswirkungen auf den Differenzbetrag zwischen festgesetzer und bereits gezahlter Steuer, also Nachzahlungs- oder Erstattungsbetrag. Maßgebend ist, was auf der Lohnbescheinigung eingetragen ist, diese gezahlte Steuer wird dann auf die festgesetze Einkommensteuer angerechnet.

Genau so ist es. Die Einkommensteuerveranlagung interessiert sich überhaupt nicht für Lohnsteuerklassen. Warum auch?

@EnnoBecker

Es wäre aber unklug erst bis zur Einkommensteuerveranlagung zu warten, um sich dann die viel zu hohen Vorauszahlungen zurück zu holen. Das Finanzamt zahlt erst nach Ablauf von 15 Monaten Zinsen.

DH für die Antwort von kegus.

Vermutlich wird die Zusammenveranlagung für euch per Saldo am günstigsten sein. Daher wäre es am sinnvollsten, wenn ihr eine Zusammenveranlagung wählt, aber die Steuerschuld für jeden getrennt berechnet.

Die Lohnsteuerklassen sind nur für die Lohnberechnung wichtig, nicht jedoch für die ESt-Erklärung.

LG, Danny

"aber die Steuerschuld für jeden getrennt berechnet." Kannst Du das bitte erklären? Das interessiert mich. Danke für DH.

@kegus

Wahrscheinlich ist die Aufteilung der Steuerschuld, §§ 268 ff. AO, gemeint. Die funktioniert aber nicht, wenn ein Guthaben besteht, da 268 lediglich eine Vollstreckungsbeschränkung darstellt.

@kegus

Mit dem geeigneten Steuerprogramm kann man berechnen, wer welchen Anteil der festzusetzenden Steuern zu tragen hat.

@ZauberinDanny

Das ist richtig, wirkt sich aber nur zivilrechtlich aus. Ausnahme: 268ff.

@EnnoBecker

Ja, aber das kann man ja schriftlich fixieren, dass jeder seinen Anteil erhält bzw. für seinen Anteil die Nachzahlung trägt. Wenn Anwälte eingeschaltet sind, dann kann man die Erstattung auch auf das RA-Konto überweisen lassen. Der Anwalt kann dann nach Erhalt der Steuererstattung gemäß der schriftlichen Vereinbarung das Geld verteilen.

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Bei Scheidung geht es nunmal mehr um das Zivilrecht.

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Aber Kern der Frage war ja die Getrennte Veranlagung. Und das bleibt im vorliegenden Fall wohl die ungünstigste Variante, die letztlich nur die Staatseinnahmen erhöht.

@ZauberinDanny

Ja doch! Wir schreiben doch hier genau dasselbe!

@ZauberinDanny

Auf Antrag kann das Finanzamt aber auch das Steuerguthaben aufteilen. Z. B. über eine Abtretungserklärung an den geschiedenen Ehegatten. Nicht immer ist ein kostspieleiger Anwalt erforderlich.

Jeder zahlt mit dem Lohnsteuerabzug Vorauszahlungen auf SEINE Einkommensteuer.

Da wird naturgemäß der schlechter wegkommen, der die Klasse 3 gezogen hat, da er einen viel zu hohen persönlichen Freibetrag in die Abrechnung eingearbeitet hatte.

Der 5 er kommt natürlich dann besser weg, weil er z.B. in Höhe des Grundfreibetrags u Vorsorgepauschale schon einen Lohnsteuerabzug hatte.

Bei jedem wird einzeln EIN zu versteuerndes Einkommen ermittelt und die gezahlten Vorauszahlungen (Klasse 3 o 5) angerechnet.. Dann wird einer fett erstattet bekommen und der andere fett nachzahlen... (IN DER REGEL... ohne Besonderheiten wie zusätzliche Verluste o Gewinne aus anderen Einkunftsarten wie zb. Vermietung u Verpachtung

im Ergebnis k ö n n t e man das tasächlich so umschreiben.

Jeder hat seine persönlichen Frei- und Abzugsbeträge, wie bei ledigen Personen.

Aber Deine Frage muß ja einen tieferen Sinn haben.

Wenn es um krankgende Ehe geht und darum ein Partner quasi rückwirkend für das letzte Jahr eine getrennte Veranlagung durchführen will, dann wird es richtig spaßig.

Der mit Klasse 5 bekommt richtig was wieder, der mit Klasse 3 darf drauzahlen.

Aber nicht zu früh gefreut (außer, Du bist Anwalt) Derjenige, der Nachzahlen darf, wir die Zusammenveranlagung wollen (zu recht) und dies unter bestimmten Bedingungen auch rechtlich durchsetzen können.

Außerdem spielt das dann noch in die Unterhaltsfragen rein.

Für die Steuerklassenwahl ist der Anteil am Gesamteinkommen entscheident. Hat ein Ehegatte mehr als 60% des Gesamteinkommens verdient, ist die Steuerklassenwahl 3 + 5 meist die bessere Alternative. Egal welche Steuerklassenwahl beim Lohnabzugsverfahren gewäht wurde, bei der Zusammenveranlagung spielt dies dann keine Rolle für die Steuerfestsetzung. Das Finanzamt führt immer eine Günstigerprüfung durch. Erst wenn sich die Ehegatten gegen die Zusammenveranlagung entscheiden, wird getrennt veranlagt.

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