Der Gerichtsvollzieher hat sich zur Pfändung angekündigt, kann ich direkt die Eidesstattliche Versicherung (EV) abgeben?

5 Antworten

Hallo Herbert21,

so, wie Du Deinen Fall schilderst, hat der Gläubiger einen Auftrag zur Abgabe der Vermögensauskunft nach §802c ZPO oder nach §807 ZPO gestellt mit vorherigem Pfändungsversuch (§§ 808,803 ZPO). Das eröffnet folgende Szenarien:

1. Wenn Du das Geld hast, dann überweist Du es laut dem Einwurfschreiben und der Fall ist erledigt. Der GV wird Dir daraufhin den quittierten Titel übersenden (§757 ZPO).

2. Wenn Du nicht leisten kannst, dann wird der GV zum angekündigtenTermin erneut bei Dir erscheinen. Du erklärst ihm dann, daß Du die Summe nicht bezahlen kannst. Gegebenenfalls könnt ihr sogleich eine Ratenvereinbarung nach §802b ZPO treffen. Scheitert auch diese (z.B. weil Du nicht innerhalb von 12 Monaten abbezahlen kannst oder der Gläubiger eine Ratenzahlung von vorneherein ausgeschlossen hat), dann wird er eine kurze "Begehung" Deiner Wohnung durchführen. Von einer detaillierten Durchsuchung macht kaum ein GV Gebrauch - zumindest nicht in diesem Fall.

Daraufhin wird er Dir wahrscheinlich an Ort und Stelle die Vermögensauskunft abnehmen (alternativ könnte er Dich auch in sein Büro laden). Dazu mußt Du die erforderlichen Unterlagen vorlegen (z.B. Sozialversicherungsnummer, Kto.auszüge, LV- Policen etc.).

Ich hoffe, Dir mit meiner Antwort geholfen zu haben.

Freundliche Grüße

itasca

Wenn der Gerichtsvollzieher bei Dir war und er feststellt dass bei Dir nichts zu holen ist schreibt er einen Bericht. Dann hat Dein Gläuber die Möglichkeit einen Antrag zu stellen dass Du die Vermögensauskunft ablegen mußt. Es macht nicht jeder Gläubiger weil dieser die Kosten tragen muß.Automatish kann und wird der Gerichtsvollzieher bei Dir keine Vermögungsauskunft fordern ausser Dein Gläubiger hat dies bereits beantrag.

Das ganze muß Dir nicht peinlich sein, denk daran, der Gerichtsvollzieher muß dies täglich machen und bildet sich über Dich keine Meinung.

Rumstöbern so wie man es im TV sieht macht keiner. Also keine Angst, Zieh das ganze durch

Dann lass pfändbare Habe rechtzeitig verschwinden. Der GV wird dann nichts Pfändbares finden und dem Gläubiger mitteilen, dass die Pfändung erfolglos verlief.

Evtl. kannst du mit dem GV Ratenzahlungen vereinbaren, der dann der Gläubiger zustimmen kann , aber nicht muss.

Normalerweise stimmen Gläubiger Ratenzahlungen zu, weil es besser ist, gefordertes Geld in Raten zu bekommen, als gar nichts.

Wenn bei dir gar nichts zu holen ist und du auch kein Geld hast, dann wird dich der GV wahrscheinlich zur Abgabe der EV auffordern.

Eine Wohnungsdurchsuchung bei der alle Schubladen, Schränke ect. gründlich auf pfändbare Habe durchsucht wird, macht wahrscheinlich kein GV in deinem Falle machen. Er schaut sich vielleicht kurz in der Wohnung um und dann schreibt er seinen Bericht.

Von der Abgabe der Vermögensauskunft (früher EV) hat ja der Gläubiger nichts. Die sagt ja nur das er sein Geld vorläufig nicht bekommt. Daher MUSS sich der GV davon überzeugen, dass du wirklich nichts hast was sich zu Geld machen lässt.  Also um die Durchsuchung wirst du nicht herumkommen Hol dir am besten Unterstützung wenn der Termin statt findet. Freunde, Verwandte

der gläubiger hat noch weniger was davon, wenn die wohnungsdurchsuchung erfolglos bleibt. denn diese gerichtsvollzugs- kosten trägt dann der gläubiger zusätzlich

@Askuwehteau

Die Kosten sind ja durch den ersten erfolglosen Versuch so oder so entstanden.

@augsburgchris

Ich glaube es ist sogar weniger als zwei Jahre her seit meinem Zusammenbruch und der Abgabe der ev, ich bin mir diesbezüglich garnicht sicher.

Die sagt ja nur das er sein Geld vorläufig nicht bekommt

Nö. Eine Vermögensauskunft ist genau das, was der Name sagt. Ob dann Geld vorhanden ist oder nicht, ob eine Pfändung fruchtet oder nicht, hat mit der VA streng genommen exakt nichts zu tun.

Hol dir am besten Unterstützung wenn der Termin statt findet. Freunde, Verwandte

Und was genau sollen die tun? Den GV beeindrucken?

WEM ist sowas schon angenehm?! Ich war mal in der gleichen Situation. Die Wohnungsdurchsuchung musst Du leider über Dich ergehen lassen, aber das wirst Du überleben. Ich habe es damals auch überlebt und heute leite ich erfolgreich eine Firma.

Ich glaube es ist sogar weniger als zwei Jahre her seit meinem Zusammenbruch und der Abgabe der ev, ich bin mir diesbezüglich garnicht sicher.

@herbert21

Glaube ist was für die Kirche. Wenn du es nicht genau weißt, kannst du ggf. nachfragen, wann die letzte Vermögensauskunft war. Frage den GV einfach höflich, ob du das direkt mit abgeben kannst, die sind keine Unmenschen. Die VA ist aber unerheblich, denn für den Moment geht es um die Pfändung in bewegliche Sachen.

Der GV wird auch nicht einfach jede Schublade durchwühlen. Der hat besseres zu tun. Er schaut in jedes Zimmer, sieht meist auf den ersten Blick, ob irgendwo Wertvolle Sachen vorhanden sind oder nicht.

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