Gerichtlicher Vergleich oder Insolvenz?

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Der vergleich ist besser schon aus dem Grund das du in Privatinsolvenz keine Veträge/Kredite schliessen kannst. Nicht mal ein Handyvertrag ist dann drin...! Und wer weiß wie es in nächster Zeit bei dir aussieht?! Vieleicht hast du ja dann mehr geld übrig um den betrag schneller abzubauen.Aus der insolvenz raus zu kommen ist mit sicherheit schwerer.

Hört sich plausibel an!

Die Insolvenz beschreibt einen etwas unglücklichen Vorgang, den oftmals Geschäftsleute erleben die nicht clever genug ihre Finanzen geregelt haben. Insolvenz ist quasi die Impotenz der Geschäftswelt, aber auch private Leute können eine Insolvenz beantragen. Hierbei ist oft die fehlende Trennung der Finanzen und das damit verbundene Chaos schuld, allgemein sind es aber immer die anderen die etwas damit zu tun haben und generell ist der Euro am schuldigsten.

Die Insolvenz ist ein recht kompliziertes Verfahren, in dem ein ein Gericht einen Insolvenzverwalter bestellt, der den Betroffenen 6 Jahre lang recht scharf kontrolliert. Bis das Verfahren anläuft, kann schonmal ein halbes bis ganzes Jahr vergehen. In den 6 Jahren Wohlverhaltenszeit ist man an strenge Auflagen gebunden und erst anschließend entscheidet das Gericht, ob die Insolvenz erfolgreich war oder nicht. Schlussendlich muss man einiges an Gebühren für das Verfahren zahlen, denn Richter und Insolvenzverwalter wollen auch von etwas leben.

Wenn es also wirklich nur um die eine Sache geht, dann ist ein Vergleich sicher die bessere Lösung, auch wenn man dann möglicherweise mehr zahlt, als bei der Insolvenz (wenn man unter dem Pfändungsfreibetrag verdient). Mir wäre das die Freiheit wert.

Richtwert: Eine Insolvenz kommt bei Zahlungsunfähigen ab ca. 5000€ in Betracht. Bei 6 Jahren x 12 Mo/J x 50€/Mo komme ich auf 3600€. Der Insolvenzverwalter bekäme nach Abschluss des Verfahrens gut 2000€ von Dir.

Grundsätzlich ist ein Vergleich, an dessen Ende der Schuldenerlass steht immer besser als ein gerichtliches Verfahren das zudem auch noch durch Sie bezahlt werden muß.

Der Anwalt sollte ja wohl clever genug sein, in diesen Vergleich einen "flexiblen" Zahlungsplan einzubauen. Der dann für den Fall der Fälle auch eine Ratenaussetzung (0,-) vorsieht.

Am Ende des vergleichs müssen die Gläubiger die Titel zurückgeben und die Schulden als erledigt erklären. Das Ergebnis ist also das selbe wie nach einem Insolvenzverfahren.

Wichtig (!) ist, dass im Vergleich alle bekannten Gläubiger einbezogen sind. Vergessene Gläubiger könnten dann nämlich mit Pfändungen den ganzen Plan zum Kippen bringen.

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