Gericht als Zeuge nach langer Zeit aussage vergessen?

12 Antworten

Ich war mal Zeuge bei einem Verkehrsunfall. Die Polizistin sagte mit, daß ich mir meine Aussage aufschreiben soll, da man spätestens nach zwei Wochen schon mit dem Vergessen zu kämpfen hat. War auch gut so, meine Aussage wurde nach drei Monaten noch einmal schriftlich eingefordert.

Zeugen werden schon vor ihrer Aussage belehrt, dass sie nur sagen dürfen, woran sie sich noch erinnern. 

Dann sagst du zu Beginn deiner Aussage, dass du nicht mehr an alles erinnerst. Eventuell wirst du gebeten erst mal zu erzählen woran du dich erinnerst und danach werden dir Fragen gestellt - erst vom Richter, dann Staatsanwalt und Angeklagter oder Verteidiger. Gegebenenfalls wird dir dann auch vorgehalten, was du damals bei der Polizei gesagt hast. Sich nur auf die damalige Aussage berufen geht leider nicht, da in Deutschland das Prinzip der mündlichen Verhandlung gilt, das heißt der Richter darf nur berücksichtigen, was in der Verhandlung gesagt wird.

Mache es dir doch nicht so kompliziert durch verqueres denken, wer da was von dir erwartet. Sage es einfach so, wie in dein o. g. Fragestellung. Der Richter wird dann deine Aussage schon passend gewichten.

Wir Menschen haben eh nicht eine so tolle Auffassungsgabe, das die Wahrheit angeht. Da gibt es viel Interpretation unter Zuhilfenahme von Erfahrungen aus ganz anderen Situationen. Dazu kommt noch die massive Anfälligkeit auf Suggestionen, der alle(!) Menschen unterliegen.

Das ist einfach: "Die Sache ist zu lange her. Ich habe zu meiner damaligen Aussage nichts hinzuzufügen".

Niemand kann dich zwingen, mehr zu sagen. 

Du kannst angeben, daß Du nach einem Jahr Dich nicht mehr genau erinnern kannst, erzähle das, was Dir noch gut in Erinnerung ist.

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