Gemeinsames Sorgerecht für nichtehelich geborene Kinder. Sinnvoll oder nicht? Warum?

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Als unser erstes Kind zur Welt kam, waren mein Mann und ich zum damaligen Zeitpunkt noch nicht verheiratet. Das liegt heute 2 Jahre zurück.

Damals war für mich sofort klar, dass ich nicht nur eine Vaterschaftsanerkennung zulassen würde, sondern auch das geteilte Sorgerecht einrichten wollte. Noch intensiver bestätigte sich der Wunsch, nachdem unser Sohn geboren wurde und mein Partner förmlich wie Luft behandelt wurde:

Egal um welchen Papierkram oder Formalitäten es sich ging, ständig bekam mein Partner zu hören, dass er garnicht gefragt sei, da es ihn rechtlich gesehen nichtmal gibt. Ich fand das schlimm, dass mein Partner nur wie ein Laufbursche zusehen musste, während ich als die Mutter des gemeinsamen Kindes behandelt wurde.

Nun, wie gesagt, Vaterschaftsanerkennung und geteiltes Sorgerecht haben wir ein paar Tage nach der Geburt unseres Kindes sofort geklärt. Warum wir das auch wollten, hat natürlich weitere Gründe:

Man sollte unbedingt als Eltern daran denken, was mal ist, wenn man nicht mehr ist. Natürlich will man das nicht hoffen, aber es ist nunmal ein Aspekt, der geregelt sein sollte.

Beispiel:

Eine Mutter hat ein uneheliches Kind und verfügt über alleiniges Sorgerecht. Die Mutter scheidet aus dem Leben aus, dass Kind ist folglich erstmal Vollweise.

Ich habe mich viel und ausführlich mit diesem Thema beschäftigt. In solch einem Fall käme das Kind erstmal in die Obhut des Jugendamtes, evtl. Kinderheim, bis weiteres geklärt wäre. Ein Vater, der über kein Sorgerecht verfügt, dürfte das Kind in diesem Moment nichtmal zu sich nehmen, sondern müsste bei dem gerichtlichen Entscheid bzw. Kampf darauf hoffen, dass er sein eigenes Kind zugesprochen bekommt.

Ich glaube an solch einen Fall denken viele Mütter nicht, die nach einer Trennung das alleinige Sorgerecht beanspruchen wollen bzw. das geteilte Sorgerecht auf keinen Fall für gutheissen.

Sicher gibt es für derarte Fälle eine Sorgerechtserklärung. Aber die würde auch erstmal gerichtlich unter die Lupe genommen.

Wären mein Mann und ich heute immer noch nicht verheiratet, so würde er durch das bereits damals eingerichtete geteilte Sorgerecht die Kinder problemlos bei sich behalten dürfen.

Für mich war das neben der Tatsache, dass mein Mann vor der Zeit unserer Ehe als vollwertiger Vater behandelt wurde, ein enorm wichtiger Aspekt!

Danke, sehr ausführlich und hilfreich!

Hallo, FrauMutter,

die Sinnhaftigkeit stellt sich eigentlich nicht, Egal, ob es ein eheliches oder nichteheliches Kind ist. Kiinder brauchen beide Eltern und das gemeinsame Sorgerecht hilft da schon bei. Wenn es Eltern gelingt, sollten sie auch für das gemeinsame Sorgerecht sein. Miteinander für ein Kind da sein, ist die Aufgabe von Mutter und Vater und nicht eine Frage der elterlichen Beziehung. Lernt als Eltern gemeinsam zu sprechen und Erziehungsziele und Formen abzusprechen. Euer Kind profitiert davon, wenn es erleben darf, dass Mama undd Papa ein gemeinsames Ziel haben... die Geborgenheit und die Struktur des Elternauses oder der Elternhäuser. Gebt Eurem Kind diese Chance....... zu sehen, ihr sorgt gemeinsam ...... !

die Sinnhaftigkeit stellt sich eigentlich nicht

Mir stellt sich die Frage nach der Sinnnhaftigkeit durchaus - weshalb ich sie gestellt habe.

@FrauMutter

Natürlich, Du hast insofern Recht, dass es für Dich eine Sinnhaftigkeit geben kann und wird. Aber was befürchtest Du, oder besser gesagt, welchen Sinn hätte es, das gemeinsame Sorgerecht anzuzweifeln. Beide Elternteilt haben erstmal die Kompetenz, die Elternrolle zu entwickeln und auch auszuüben und jeder darf und wird dabei Fehler machen. Nur, wenn durch eindeutige Kindeswohl gefährdende Handlungen und Verhaltensweisen erwiesen ist, das jemand nicht in der Lage ist, eine adäquate Beziehung zu seinem eigenen Kind herzustellen, dann fragt sich, warum an dem gemeinsamen Sorgerecht festzuhalten ist. Allerdings können auch dann noch Lösungen entwickelt werden, die sowohl dem Kind, als auch dem Elternteil in geschützter Athmosphäre ermöglicht, Kontakt zu haben und zu einem späteren Zeitpunkt das Sorgerecht wieder auszuüben. Natürlich gibt es auch Ausnahmen, aber ich gehe nicht davon aus, dass Du dann hier die Frage gestellt hättest. Gemeinsames Sorgerecht hat insbesondere für das Kind keinerlei Nachteile....... bedeutet nur für die Eltern, vernünftige Kommunikationsstrukturen aufzubauen, die losgelöst von der Beziehungsebene als Paar, Chancen und Lösungen zum Wohl des Kindes entwickelt.... und das ist das Ziel eines jeden Sorgerechtes.

Eltern, die das Sorgerecht für den anderen einschränken wollen, oder für sich beanspruchen wollen, handeln oft aus einer noch emotionalen Befangenheit einer früheren Beziehung zu dem anderen Elternteil und orientieren ihre Vorstellungen an egoistischen Bedürfnissen..... nicht wertend hier geschrieben.

@IlkaRuSti

Hä??? Was interpretierst Du denn hier alles rein???

@IlkaRuSti

Aber was befürchtest Du, oder besser gesagt, welchen Sinn hätte es, das gemeinsame Sorgerecht anzuzweifeln.

Ich befürchte nichts und habe auch nichts angezweifelt.

Beide Elternteilt haben erstmal die Kompetenz, die Elternrolle zu entwickeln und auch auszuüben und jeder darf und wird dabei Fehler machen.

Das sehe ich genau so!

Gemeinsames Sorgerecht hat insbesondere für das Kind keinerlei Nachteile....... bedeutet nur für die Eltern, vernünftige Kommunikationsstrukturen aufzubauen, die losgelöst von der Beziehungsebene als Paar, Chancen und Lösungen zum Wohl des Kindes entwickelt.... und das ist das Ziel eines jeden Sorgerechtes.

Und genau das ist Inhalt meiner Frage. Welchen Sinn....bedeutet nicht: Welche Vor- oder Nachteile!

Eltern, die das Sorgerecht für den anderen einschränken wollen, oder für sich beanspruchen wollen, handeln oft aus einer noch emotionalen Befangenheit einer früheren Beziehung zu dem anderen Elternteil und orientieren ihre Vorstellungen an egoistischen Bedürfnissen..... nicht wertend hier geschrieben

Ich kenne nicht die Motivationen betroffener Eltern. Sicherlich werden sie ihre Gründe haben, die vielleicht aufgrund schlechter Erfahrungen oder diverser Ängste beruhen. Vielleicht sind sie auch im Egoismus begründet. Ich weiß es nicht. Aber darum geht es nicht in meiner Frage.

Das gemeinsame Sorgerecht finde ich nicht sinnvoll, meist bringt es unglaubliche Probleme. Kindererziehung bringt so oder so Zündstoff in eine Beziehung, das ist nicht besser wenn man nicht verheiratet ist. Dass das das funktioniert, braucht es zwei sehr respektvolle und besonnene Erzieher die gewohnt sind, sich bei wichtigen Entscheidungen fair zu eineigen. Dazu sind nur wenige Leute fähig und dann sind die Kinder immer in der Pufferzone. ich finde es auch praktischer, dass der Elternteil das Sorgerecht hat, bei dem das Kind die meiste Zeit zu Hause ist. Wenn die Erziehungsansichten grundverschieden sind, würde ich mich nie darauf einlassen. Ebenso wenn die Eltern verschiedene Nationalitäten haben.

meist bringt es unglaubliche Probleme.

Welche denn?

Es geht überhaupt nicht um die Eltern, es geht um ein Kind, das ein Recht auf beide Elternteile hat und die Eltern sollten sich so gut wie möglich im Interesse des Kindes arrangieren. Bei einem gemeinsamen Sorgerecht und einem vernünftigen Umgangsrecht liegt der Vorteil ganz klar auch darin, dass in Notsituationen sofort der andere Elternteil einspringen kann, ohne erst ein Gericht zu bemühen.

Leider gehen solche Sorgerechtsfragen oft in den Streitereien der Eltern unter. Da werden gerne Kinder benutzt, um dem anderen zu zeigen, wo es lang geht.

Notsituationen kann man auch anders regeln als mit dem gemeinsamen Sorgerecht. Die Gefahr dass streitende Eltern eben nicht eineigen können, wenn es ums Kind geht ist einfach sehr gross.

@Goodnight

Es geht einzig und allein um Kind/er und es ist unglaublich, wieviele Machtspielchen überwiegend Frauen spielen wenn es um Sorge- und Umgangsrecht geht. Zu Kindern gehören IMMER Mütter UND Väter. Wenn der Vater nicht hochgradig drogen- oder alkoholabhängig ist, nicht kriminell ist und nicht nachgewiesen werden kann, dass der Umgang mit dem Vater den Kindern erheblichen Schaden zufügen wird (nicht könnte evtl, wenn vielleicht oder doch nicht), dann ist der Vater mindestens ebenso wichtig wie die Mutter.

Mütter, denen das nicht klar ist und die aus verletzten Gefühlen heraus dem Erzeuger eins auswischen wollen, sollten entweder eine Therapie machen oder vom Jugendamt entsprechend zurechtgewiesen werden. Es wird tagtäglich praktiziert und langsam langsam kommen Väter zu mehr Rechten. Sie sind nicht nur zahlendes Mitglied einer kaputten Familie.

@Affia

seh ich auch so

Der Vorteil ist, falls einem der beiden Eltern etwas passiert. Bei dem gemeinsamen Sorgerecht bleibt in dem Fall das Jugendamt und alle damit verbundenen negativen Begleiterscheinungen außen vor.

Der Nachteil wäre bestenfalls bei einer Trennung anzunehmen, weil man sich dann in Erziehungsfragen mit dem ungeliebten Partner abstimmen muss.

Mein Fazit ist, dass ein gemeinsames Sorgerecht nicht nur sinnvoll, sondern auch gut für das Kind ist.

Der Vorteil ist, falls einem der beiden Eltern etwas passiert. Bei dem gemeinsamen Sorgerecht bleibt in dem Fall das Jugendamt und alle damit verbundenen negativen Begleiterscheinungen außen vor.

Das ist ein sehr wichtiger Aspekt. Danke, sehr hilfreich!

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