Gemeinsam mit Freund ein Auto gekauft

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"Nutzungsgemeinschaften" wie etwa Wohngemeinschaften oder Car-Sharing-Gemeinschaften gelten als Gesellschaft bürgerlichen Rechts, Eigentümer-Gemeinschaften ebenfalls - egal, ob man sich gemeinsam einen Lotto-Schein kauft oder ein Auto.

Aus obiger Quelle: "Grundsätzlich kann die GbR durch gemeinsamen Beschluss aller Gesellschafter aufgelöst werden. Weitere Auflösungsgründe sind: Kündigung durch einen Gesellschafter § 723 BGB (...)"

Daraus: § 723 Kündigung durch Gesellschafter - "(1) Ist die Gesellschaft nicht für eine bestimmte Zeit eingegangen, so kann jeder Gesellschafter sie jederzeit kündigen. ..."

Aber: "(2) Die Kündigung darf nicht zur Unzeit geschehen, es sei denn, dass ein wichtiger Grund für die unzeitige Kündigung vorliegt. Kündigt ein Gesellschafter ohne solchen Grund zur Unzeit, so hat er den übrigen Gesellschaftern den daraus entstehenden Schaden zu ersetzen.

Ein Beispiel für eine Kündigung "zur Unzeit":

"2.1 Keine Kündigung zur Unzeit

Die Bank darf dem Kreditnehmer immer nur in der Weise kündigen, dass diesem genügend Zeit bleibt, sich das zur Rückzahlung des gekündigten Kredits notwendige Kapital anderweitig zu besorgen. Dem Kreditnehmer muss also eine Frist eingeräumt werden, die es ermöglicht, mit anderen Banken Kreditverhandlungen zu führen, wobei sich der Kunde unverzüglich um die Neufinanzierung bemühen muss. Kündigt die Bank zur Unzeit, ist diese Kündigung zwar nicht unwirksam, die Bank läuft jedoch Gefahr dem Kreditnehmer gegenüber schadenersatzpflichtig zu werden."

Daraus wird deutlich, dass der (Ex-)Partner eines Gemeinschaftskaufs die Möglichkeit haben muss (also auch die Zeit), an das Geld zu kommen ohne Schaden - den ihm ansonsten der zur Unzeit Kündigende ersetzen muss.

Gruß aus Berlin, Gerd

PS. Beruhigend in BGB § 723: "(3) Eine Vereinbarung, durch welche das Kündigungsrecht ausgeschlossen oder diesen Vorschriften zuwider beschränkt wird, ist nichtig."

PS. Hat der andere Gesellschafter der GbR überhaupt kein Geld in Aussicht, steht es ihm natürlich frei, den Wagen zu verwerten, um an Geld zu gelangen ;-).

Gruß aus Berlin, Gerd

Was wollt ihr denn sonst machen? Das Auto mit der Flex trennen?

Also wenn er sich weiter weigert die hälfte auszuzahlen, und es somit zu einem Gerichtlichen Entschluss kommen muss, hat er keine andere wahl als mich auszuzahlen?

es bleibt dir offen den anderen mitkäufer zivil zu verklagen, wenn keine einigung.

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