Führerscheinentzug wegen Drogen, ohne Anzeige?

8 Antworten

mit drogen am steuer erwischt und kein bußgeldbescheid oder zumindest ein anhörungsbogen? sehr unwahrscheinlich. dass der stein ins rollen gekommen ist, siehst du schließlich am schreiben der zulassungsstelle. wenn du darauf auch nicht reagierst, verlierst du vermutlich deine fahrerlaubnis und bekommst sie erst nach einer langen frist und auch erst nach erfolgreicher MPU wieder.

wenn man z.b. punkte angehäuft hat und die grenze errericht ist, gibt es auch kein verfahren, sondern der führerschein wird eingezogen, das wars.

Ich habe weder Anhörungsbogen, noch ein Bußgeldbescheid bekommen von der Polizei. Deswegen bin ich auch so verwirrt. Sonst wäre es für mich ja nur logisch, dass ich ihn jetzt abgeben muss.

ja .  da die nachgewiesen haben das du gekifft hast bist du den führerschein los .  das ist so die vorgehensweise .  die sagen sich .  wenn wir ihn schon nicht anzeigen können , nehmen wir ihm zumindest den führerschein ab .  dazu müsstest du noch nicht einmal gefahren sein .  aber da du ja gefahren bist ist es ja viel einfacher dir den führerschein abzunehmen .  diese vorgehensweise wird auch bei leuten gemacht die noch gar keinen führerschein haben .  die dürfen dann halt keinen führerschein machen .

Nun, wenn es hinreichende Indizien auf mangelnde Eignung der Teilnahme am Strassenverkehr gibt, so KANN die Fahrerlaubnisbehörde dahingehend durchaus eine Überprüfung der Eignung anordnen. Dazu benötigt es im Vorlauf keines Strafverfahrens / Urteils dahingehend, sondern lediglich die reine Information der Führerscheinstelle dahingehend von Polizei oder Staatsanwaltschaft. Dann wirst Du evtl. von der Fahrerlaubnisbehörde aufgefordert, an einer dementsprechenden Überprüfung teilzunehmen. Das kann ein amtsärztliches Gutachten oder gar eine MPU sein. Folgst Du dieser Anweisung nicht innerhalb der Fristsetzung dieses Prüfverfahrens, bzw. kannst kein entlastendes Gutachten vorlegen, so kann Dir durch die genannte Behörde die Fahrerlaubnis ebenfalls entzogen werden.

Du mußt zwischen dem strafrechtlichen, dem ordnungsrechtlichen und dem verwaltungsrechtlichen Verfahren unterscheiden.

Strafrechtlich wurde dir Besitz von BtM als Straftat nach BtMG §29 vorgeworfen.

Nachdem aber bei Dir nichts gefunden wurde (außer das THC im Blut), ist das Verfahren eingestellt.

Anscheinend hattest Du auch bei der Kontrolle keine Ausfallerscheinungen. Daher wurde kein Strafantrag wegen Trunkenheit im Verkehr (StGB §316) oder Gefährdung des Straßenverkehrs (StGB §315c) gestellt.

Ordnungsrechtlich bleibt somit das Fahren unter Drogeneinfluß (bei 6,4 ng/ml aktivem THC warst Du "stoned" wie eine Felswand) als Ordnungswidrigkeit nach StVG §24a.

Ergibt nach TBKat die TBNR 424648 


Sie führten das Kraftfahrzeug unter Wirkung des berauschenden Mittels *).§ 24a Abs. 2, 3, § 25 StVG; 242 BKat; § 4 Abs. 3 BKatV


Kostet 500€ Bußgeld sowie 28,50€ Gebühren und Auslagen. Die Laborkosten kommen auch noch dazu, dann bist Du insgesamt bei ca. 750€-800€.

Außerdem 2 Punkte in Flensburg und 1 Monat Fahrverbot. Für Fahranfänger in der Probezeit: A-Verstoß.

(Anmerkung: Hast Du das nur vergessen zu erwähnen oder ist da noch nichts bei dir eingetroffen? Das Ordnungsamt ist idR schneller als die FsSt)

Zuletzt der verwaltungsrechtliche Teil:

Der Abbauwert von THC-COOH liegt mit 33 ng/ml deutlich über dem Wert von 25 ng/ml, ab dem zumindest gelegentlicher Konsum vermutet wird.

Daher liegt nach FEV §46 (1)


(1) Erweist sich der Inhaber einer Fahrerlaubnis als ungeeignet zum Führen von Kraftfahrzeugen, hat ihm die Fahrerlaubnisbehörde die Fahrerlaubnis zu entziehen. Dies gilt insbesondere, wenn Erkrankungen oder Mängel nach den Anlagen 4, 5 oder 6 vorliegen


iVm Anlage 4 Ziffer 9.2.2 "Gelegentliche Einnahme von Cannabis" bei dir ein Eignungsmangel vor, da keine Trennung zwischen Konsum und Teilnahme am Straßenverkehr stattfand.

Dieser Eignungsmangel führt zum Entzug der Fahrerlaubnis und kann nur durch eine MPU geheilt werden. Dein Führerschen ist also weg, da kann auch dein Anwalt nichts mehr machen.

Voraussetzung für die MPU ist der Nachweis der Abstinenz für mindestens 6 Monate. Diese Abstinenzphase bietet dir auch genügend Zeit, dich auf das Gespräch mit dem Gutachter vorzubereiten.

Die Kosten für Abstinenznachweise, Antrag auf Neuerteilung der Fahrerlaubnis, MPU liegen bei mindestens 1.000€ - 1.500€. Bei zusätzlicher verkehrspsychologische Beratung (teuer, aber empfehlenswert) kommt nochmal ca. die gleiche Summe oben drauf.

Kurz: Dein Führerschein ist weg, deine Fahrerlaubnis entzogen, auf dich wartet ein halbes Jahr ohne Drogen, bis Du eine MPU machen darfst, die richtig viel Geld kostet.

Drogenkonsum und Führerscheinbesitz schließen sich über kurz oder lang gegenseitig aus.

Ja Du bist ja Stond gefahren. Dann ist der Führerschein in der Regel weg. Vermutlich musst Du Abstinenz nachweisen und MPU machen.

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