Führerschein und Höchstgeschwindikeit bei einem Roller

5 Antworten

Zur Prolematik mit der Fahrerlaubnis wurde ja bereits Stellung genommen. Nun noch mal etwas zur Höchstgeschwindigkeit. Der Motor ist nicht "gedrosselt", sondern für den europäischen Markt auf 45 km/h ausgelegt. Du kannst dem Aggregat natürlich durch entsprechnde Veränderungen mehr Leistung entlocken oder die Übersetzung ändern. Aber das wäre dann keine "Entdrosselung", sondern Tuning.

Tja willkommen im Deutschen-Rechtssystem leider reicht der B-Führerschein nicht aus und es ist egal auch wenn es nur 15km/h sind du brauchst die Klasse A

Wie groß ist denn die Wahrscheinlichkeit, dass die Polizei mich anhält um die Höchstgeschwindikeit zu prüfen?

Das kann dir hier niemand beantworten. Du kannst jahrzehntelang unerkannt herumfahren und irgendwann wirst du aus dem Verkehr gezogen.Man kann aber sagen, dass erfahrene Polizeibeamte mit den Jahren ein Auge für Geschwindigkeiten bekommen und deine Vespa auffällt, weil sie etwas flotter unterwegs ist. Dann wirst du vielleicht angehalten, weil sie die Fahrzeugpapiere überprüfen wollen, ob die Entdrosselung auch ordnungsgemäß eingetragen ist.

Ist sie das nicht, erlischt nämlich die allgemeine Betriebserlaubnis, was an sich nur eine Ordnungswidrigkeit ist, die mit einem Verwarnungsgeld von 50 Euro geahndet werden kann.

Im Fall der Fälle, kann hier lediglich mit einer Geldstrafe gerechnet werden oder kann mir das ernsthafte Probleme (auch in Bezug auf PKW Führerschein) bereiten?

Dass du dich bei jeder Fahrt wegen Fahrens ohne Fahrerlaubnis nach § 21 StVG strafbar machst, weißt du wahrscheinlich schon. Die Rechtsfolgen sind Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder Geldstrafe. Wurdest du das erste Mal erwischt, kannst du noch mit einem blauen Auge davonkommen.

Im Regelfall erwartet dich ein Strafbefehl mit 20 bis 40 Tagessätzen Geldstrafe (30 Tagessätze entsprechen etwa einem Monatsnettoeinkommen), dazu wahrscheinlich 1 bis 3 Monate Fahrverbot (§ 44 StGB) und 2 Punkte in Flensburg, die dir fünf Jahre erhalten bleiben.

Falls du einen strengen Richter erwischst, kann dir neben der Geldstrafe schon beim ersten Mal die Fahrerlaubnis entzogen werden (§ 69 StGB) und eine Sperre für die Erteilung einer neuen Fahrerlaubnis von mindestens sechs Monaten Dauer bestimmt werden (§ 69a StGB). In diesem Fall gibt es 3 Punkte in Flensburg, die zehn Jahre gespeichert werden.

Das oben Genannte droht dir aber mit ziemlicher Sicherheit, falls du zum zweiten Mal erwischt wirst. Es gibt hier auch noch § 69a Abs. 3 StGB:

Das Mindestmaß der Sperre beträgt ein Jahr, wenn gegen den Täter in den letzten drei Jahren vor der Tat bereits einmal eine Sperre angeordnet worden ist.

Die Fahrerlaubnissperre kann übrigens bis zur Dauer von fünf Jahren ausgesprochen werden.

Willst du danach wieder einen Führerschein haben, musst du erst eine MPU bestehen. Die Pflicht zur MPU dauert 15 Jahre ab Rechtskraft des Entzugsurteils, weil erst dann deine Voreintragungen im Fahreignungsregister getilgt sind.

Wie sieht es bei einem Unfall aus, wird da der Roller tatsächlich überprüft und habe ich Versicherungsschutz?

Den Versicherungsschutz hast du zwar, aber dein Versicherer kann dich bei einem Unfall wegen einer Obliegenheitsverletzung mit bis zu 5.000 Euro in Regress nehmen.

DH! Als Nachtrag für den Fragesteller:

Es sind ja wirklich nur die 10-15 km/h, die mir fehlen. Finde das vom Staat ziemlich lächerlich.

Das es Abstufungen und Grenzen geben muss ist Dir klar?

Wenn Du jetzt 60km/h forderst und diese wären legal, wie lange dauert es wohl bis ein Anderer kommt und 70 oder 80km/h für angemessen hält?

Noch ein Nachtrag: Mir ist eben eingefallen, dass § 21 StVG auch einen Absatz 3 hat. Insbesondere dessen Nummern 1 und 3 könnten interessant sein:

In den Fällen des Absatzes 1 kann das Kraftfahrzeug, auf das sich die Tat bezieht, eingezogen werden, wenn der Täter

1. das Fahrzeug geführt hat, obwohl ihm die Fahrerlaubnis entzogen oder das Führen des Fahrzeugs nach § 44 des Strafgesetzbuchs oder nach § 25 dieses Gesetzes verboten war oder obwohl eine Sperre nach § 69a Abs. 1 Satz 3 des Strafgesetzbuchs gegen ihn angeordnet war, [...]

3. in den letzten drei Jahren vor der Tat schon einmal wegen einer Tat nach Absatz 1 verurteilt worden ist.

Schlimmstenfalls musst du auf einen Rollstand, wo dann die tatsächlich erreichbare Geschwindigkeit (ohne Luftwiderstand etc) geprüft wird.

Mir ist aber natürlich auch kein entsprechender Fall bekannt. In welchem Land wohnst du? In Deutschland könntest du dir ein DDR-Moped von vor 1992 (Simson) kaufen - die dürfen höchstoffiziell 60km/h fahren. In anderen Ländern (z.B. Österreich) kann man durch eine 6-stündige Prüfung einen Führerscheinzusatz für den B-Führerschein (Code 111) erwerben. Damit darf man eine 15PS 125ccm-Maschine ohne Geschwindigkeitsbegrenzung fahren.

Deine Frage ist lächerlich ...

Fahren ohne Führerschein, fahren ohne Versicherungsschutz, fahren ohne Betriebserlaubnis, da kommt was auf Dich zu

Das ist mir ehrlich gesagt alles relativ egal, solange mein PKW Führerschein nicht gefährdet ist. Wenn ich für über 1000€ einen A Führerschein mache, kann ich einige Geldstrafen zahlen bis sich das amortisiert.

Es gibt mehr als genug Leute, die das genau so machen und hier hätte ich gerne Erfahrungen gehört. Deine Antwort ist absolut unqualifiziert und bringt mich kein Stück weiter! Hauptsache nichts zu tun haben und zu jeder Frage seinen Senf abgeben ;)

@1311213

Dann mach es doch und vergess nicht, Dir rechtzeiitig eine Monatskarte zu kaufen

@1311213

Das ist mir ehrlich gesagt alles relativ egal, solange mein PKW Führerschein nicht gefährdet ist. Wenn ich für über 1000€ einen A Führerschein mache, kann ich einige Geldstrafen zahlen bis sich das amortisiert.

Wenn Du denkst das Du einfach 50 oder 100€ zahlst und die Sache ist durch - Irrtum. Fahren ohne Fahrerlaubnis ist eine Straftat die mit Geldstrafe und der Entziehung der Fahrerlaubnis bestraft werden kann.

@Crack

... und sogar mit Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr!
Im Wiederholungsfalle kommt so etwas durchaus in Betracht.

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