Fristlose und außerordentliche Kündigung Mietvertrag?

5 Antworten

Entweder hat der Vermieter keine Ahnung vom Kündigungsvorgang in diesem Fall oder du hast hier den Wortlaut der Kündigung unvollständig wiedergegeben.

Für eine fristlose und außerordentliche Kündigung des Vermieters ist die Schuld einer Miete noch nicht als Kündigungsgrund ausreichend. Dieser Kündigung kann nicht widersprochen werden. Sie ist schlicht wirkungslos. Eine fristlose Kündigung zum 31.12.2018 ist sehr ungewöhnlich, weil hier eine mehr als dreimonatige Frist eingeräumt wird. Richtig wäre eine ordentliche Kündigung zum 31.12.2018, was das Datum zur Beendigung des Mietverhältnisses betrifft.

Die Erheblichkeit der schuldhaften Verletzung der vertraglichen Pflichten des Mieters nach §573 (2) 1. BGB ist aber nicht gegeben. Das wäre erst bei Mietschulden von mehr als einer Miete der Fall. Daher wäre auch eine ordentliche Kündigung wirkungslos.

Somit wird das Mietverhältnis unbefristet fortgesetzt. Ein Ende des MV zum 30.09.2018 kann aber durchaus mit dem Vermieter durch Auflösung des Mietvertrages im gegenseitigen Einvernehmen herbeigeführt werden.

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Ich habe eine fristlose und außerordentliche Kündigung zum 31.12.18 von meinen Vermieter erhalten da ich ein Monat Miete offen habe ist das so rechtens? Und wenn ich eine neue Wohnung in Aussicht habe kann ich da zum 1.10 einziehen da er mir ja auch fristlos gekündigt hat?

Die Kündigung ist unwirksam egal ob sie fristlos ist oder auch hilfsweise fristgerecht darin stehen würde.

Hier steht es:

https://www.haus-und-grund-bonn.de/index.php/aktuelles/rechtssprechung/beendigung-kuendigung-mietvertrag/291-bgh-urteil-vom-10-10-2012-az-viii-zr-107-12

Und wenn ich eine neue Wohnung in Aussicht habe kann ich da zum 1.10 einziehen da er mir ja auch fristlos gekündigt hat?

Ausziehen kannst Du immer, aber Deine Pflichten musst Du erfüllen.

Angenommen die Kündigung wäre wirksam. Er hat Dir zum 31.Dezember gekündigt und bis dahin müsstest Du Miete zahlen.

Fällt aber weg, weil die Kündigung unwirksam ist.

Du könntest versuchen mit ihm einen Aufhebungsvertrag zu vereinbaren, aber er will mit Sicherheit Geld bis Ende Dezember. Falls Du eine neue Wohnung mieten könntest, kannst Du es ja versuchen mit dem Aufhebungsvertrag. 

Lehnt er es ab, kannst Du ja sagen, dann bleibe ich weiter wohnen weil ihre Kündigung unwirksam ist. ( Schickst ihm dann das BGH-Urteil als Kopie ).

Normalerweise musst Du also fristgerecht kündigen wenn Du in eine andere Wohnung ziehen willst.

Also, richtig verstanden ist, dass Du sowieso raus willst und und die Wohnung, die Dir zum 1.10. angeboten wurde auch nehmen willst.

Ob die fristlose Kündigung rechtens ist oder nicht, spielt dann gar keine Rolle mehr. Du hast eine fristlose Kündigung vorliegen und akzeptierst diese und verhandelst mit dem Vermieter lediglich darüber, dass Du noch bis Ende September bleiben darfst.

Er wird froh und glücklich sein, dass er Dich dann los hat und somit wird er wohl einverstanden sein. Das soll er Dir dann aber auch schriftlich bestätigen.

Aber jetzt kommen zwei "abers":

  1. Das entbindet Dich nicht davon, noch Miete bis zum regulären Ablauf des Mietverhältnisses zu bezahlen, also bis zum 30.11.2018. Und da haben wir schon das zweite "Aber". Diesmal aber zu Deinen Gunsten:
  2. Der Vermieter hat hilfsweise die ordentliche Kündigung zum nächst möglichen Zeitpunkt, also zum 31.12.2018 ausgesprochen. Da Du aber die Kündigung schon vor dem 4. September erhalten hast, ist der nächst mögliche Zeitpunkt der 30.11.2018. Das war ihm wohl nicht bewußt. Es spielt auch keine Rolle, denn in dem Moment, wo die fristliche Kündigung als solches nicht in Frage gestellt wird, gilt die Miete, die Du über den September hinaus noch zu zahlen hast, nicht mehr als Miete, sondern als Nutzungsausfallsentschädigung und die darf sowieso nur bis zum regulären Ende des Mietverhältnisses verlangt werden, wenn Du fristgerecht zum gleichen Zeitpunkt gekündigt hättest, also zum 30.11.2018.

Die Nutzungsausfallsentschädigung darf er wiederum nur dann von Dir verlangen, wenn er in dem genannten Zeitraum noch kein neues Mietverhältnis beginnen konnte. Da er jetzt von Dir erfährt, dass Du spätestens Ende September raus bist, kann er sich sofort auf die Suche machen und wenn Du ein wenig hilfst durch Besichtigungstermine und eine ordentliche Übergabe, kann er vielleicht schon ab Oktober neu vermieten und Du bist aus weiteren Mietzahlungsverpflichtungen raus.

Und schließlich: Der Vermieter hat noch die Kaution von Dir, diese geht Dir bei der Anmietung der neuen Wohnung ab, aber die würdest Du sowieso nicht zurück bekommen. Versuche doch, direkt mit dem Vermieter zu vereinbaren, dass er mit der Kaution die Mietnachzahlung für Februar und die Nebenkostennachzahlung schon mal deckt. Wenn ansonsten keine größeren Schäden oder Nachzahlungen für 2018 anstehen, sollte das ausreichen.

Viel Erfolg!

Es mangelt der Rechtsgrundlage für die Kündigung (en). Sie sind beide unwirksam. Widerspruch ist deshalb nicht erforderlich. Du solltest ganz einfach schweigen, den Mietrückstand nachzahlen und künftig immer pünktlich bis zum 3. Werktag des Monats die vereinbarte Miete anweisen.

Eine offene Miete berechtigt den Vermieter nicht zur fristlosen Kündigung.

Folglich ist diese unwirksam. Auch die fristgerechte.

Sieht imager761 mal wieder anders.  :-)

Nur das ich ihm ein BGH-Urteil als Beweis gegeben habe und nicht nur meine Meinung wie er das oft macht.

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