Fristlose kündigung durch mobbing von nachbarn?

5 Antworten

Bevor eine fristlose Kündigung nach §§ 543, 569 BGB erfolgt, muss das Mietverhältnis erst einmal abgemahnt werden, damit Du als Mieter die Möglichkeit hast, dein "Verhalten" zu bessern.

Die hier zugestellte Kündigung dürfte dann unwirksam sein.

Entweder Du widersprichst der Kündigung oder Du ignorierst diese einfach. Der Vermieter müsste hier eine Räumungsklage einreichen. Sind die Vorwürfe an den Haaren herbeigezogen, dann wird der Vermieter damit nicht durchkommen.

Als abschließender Tipp:

Ich würde das Schloss zur Wohnungstür wechseln (bei Auszug wieder einbauen). Bei solchen Vermietern ist es nicht unwahrscheinlich, dass er irgendwo einen Zweitschlüssel liegen hat und sich Zugang zur Wohnung verschafft.

Ansonsten solltet Ihr Euch schnellst möglich eine neue Wohnung suchen.

Das Mobbing wirkt gegen dich. Deshalb musss sofort eine Strafanzeige bei der Polizei oder Staatsanwaltschaft aufgegeben werden. Die Täter sind bekannt > Vermieter und Nachbar.

Die fristlose Kündigung ist vermutlich wirkungslos, weil der Vermieter im Vorfeld seiner fristlosen Kündigung keine schriftliche Abmahnung an dich herausgegeben hat. Sollte das doch so sein, dann ist sofort eine Feststellungsklage gegen die Kündigung beim Amtgericht vorzubringen. Der Kündigung kannst du nicht widersprechen. Willst du aus Kostengründen nicht klagen, dann solltest du es auf eine Räumungsklage ankommen lassen, denn da werden durch das Gericht die Kündigungsgründe geprüft.

Zivilrechtlich kannst du den Nachbarn ohne RA zur Abgabe einer strafbewehrten Unterlassungserklärung dir gegenüber auffordern. Vermutlich wird der Nachbar dem nicht Folge leisten, aber als Argument bei Gericht lässt sich das gut verwerten. Alle Schreiben an die Beteiligten entweder mit bezeugten Briefeinwurf oder Einwurfeinschreiben zustellen.

zum Mieterbund gehen...

einen Anwalt einschalten... und mit ihm jedes Detail besprechen...

eine Kamera mit Tonaufnahme in der Wohnung aufstellen und alles aufnehmen, was bei euch in der Wohnung zu hören ist. (kann sein, dass der andere Mieter wieder so laut telefoniert, dann hast du eben das Gespräch aufgenommen aber eben in deiner eigenen Wohnung)

den vermieter wegen falschen Anschuldigungen mit klage drohen (ihr habt pünktlich bezahlt) - seine fristlose Kündigung ablehnen (schriftlich)

überprüfen, ob die fristlose Kündigung irgendwelche fehler enthält, z.B. Name falsch geschrieben usw.; dann ist sie ungültig

kurz: ich würde einen Anwalt einschalten und den Mieterbund. und ich würde auch diesem Nachbar sagen, dass ab sofort alles, was er tut bei deinem Anwalt landet. wenn es sein muss, musst du einen Privatdetektiv ebenfalls einschalten.

so würde ich vorgehen. außerdem würde ich alle vorfälle ganz genau mit Uhrzeit oder Ort als Beweismittel in ein Buch schreiben.

den vermieter wegen falschen Anschuldigungen mit klage drohen

Gegen was soll der Fragesteller hier klagen? Du meinst vielleicht eine Anzeige erstatten?

 ich würde einen Anwalt einschalten und den Mieterbund.

Warum Anwalt und Mieterschutzbund?

wenn es sein muss, musst du einen Privatdetektiv ebenfalls einschalten.

Warum?? Wir sind hier doch nicht bei RTL II.

@ChristianLE

1. gibt es auch in der realtität Privatdetektive. kenne sogar einen. und es ist durchaus im Bereich des möglichen, dass ein Privatdetektiv die Verbindung zwischen Vermieter und dem Nachbarn beweisen kann. Wenn es dann zu einem Gerichtsverfahren kommt, hat man gleich mehrere Beweise und einen zusätzlichen Zeugen (Privatdetektiv). er kann dann z.B. Streitigkeiten zwischen den Nachbarn bezeugen etc.

2. Es macht immer Sinn mehrere Quellen zu haben und Menschen ins Boot zu holen, die Erfahrungen mit stressigen Nachbarn und Vermietern haben. Ein Anwalt kann einen über rechtliche Möglichkeiten aufklären, die für ein Gerichtsverfahren wichtig werden könnten.

3. Man kann gegen eine Kündigung der Wohnung vorgehen - hier steht es ein wenig detaillierter - https://www.ptext.de/nachrichten/mieter-kuendigung-vermieters-vorgehen-1103468

Schließt schonmal eine RSV ab (Mietrecht) und lasst euch nicht unterkriegen solange ihr noch keine neue Wohnung habt - auf die Kündigung des Vermieters könnt ihr getrost pfeifen - so einfach ist es nicht, wie er sich das vorstellt.

Die Rechtsschutzversicherung hilft nicht in einem laufenden Rechtsstreit, weil eine 3-monatige Wartezeit besteht.

noch ist kein Rechtsstreit daraus geworden. Und die Wartezeit bzw die übernahme der Fälle, deren Ursprung vereits in der Vergangenheit liegt ist von Versicherung zu Versicherung unterschiedlich und ist absolut nicht ausgeschlossen.

Oje, kenne das zu gut. Haben auch stress mit den Nachbarn :/
Deswegen sind wir jetzt beim Mieterbund eingetreten.
Also eigentlich kannst du die Kündigung anfechten und gerichtlich dagegen vorgehen wenn du alles bezeugen kannst.

Problem ist ein anwalt würde uns viel geld kosten :(

@verzweifelt1234

du meinst ein Anwalt würde deinem vermieter viel Geld kosten. denn wenn du beweisen kannst, das du immer pünktlich bezahlt hast, wird es eng für ihn. mehr kann dir ein Anwalt in einer Besprechungsstunde sagen.

Ja, das wird wohl so sein :(
Der Mieterbund kostet 65€ im Jahr und die beraten einen und gehen auch bis zu einem bestimmten Punkt vor Gericht.
Ich würde es zumindest mal probieren und beim Mieterschutzbund in deiner Gegend morgen mal anrufen und nachfragen.

P.S. Der Nachbar von euch ist echt das letzte und der Vermieter noch mehr !

Was möchtest Du wissen?