Fremden Hund nur hüten, wenn Tierhaftpflicht besteht?

5 Antworten

Ich kann aus eigener Erfahrung leider nur noch den Tipp geben: keine Tier in der eigenen Wohnung hüten bzw. pflegen. Leider ist mir selbst ein derartiger Fall passiert, daß ein Pflegehund in unserer Mietwohnung einige Schäden angerichtet hat.

Hintergrund: auf die Frage der Versicherung des Hundehalters wann der Hund den Schaden verursacht hat, antwortete ich ehrlich, daß ich es nicht gesehen hätte. Ich vermutete also, daß dies nur nachts geschehen sein könnte, als der Hund aufgrund heftigen Durchfalls versuchte nach draußen zu gelangen. Fazit: die Versicherung hat es abgelehnt den Schaden zu begleichen mit der Begründung das Tier nicht genügend beaufsichtigt zu haben. Wir sind also trotz Versicherung auf dem Schaden sitzen geblieben. Deshalb mein Rat: entweder nachts nicht schlafen oder überlegen, ob man ehrlich antworten soll.

Auf hinzugezogenen anwaltlichen Rat: auf jeden Fall den Hund keine Sekunde aus den Augen lassen, ihn nicht alleine lassen, da immer eine Mitschuld vermutet wird! Die Beweislast dafür liegt beim Hundehüter. Und wie bitte soll man überhaupt beweisen, daß man den Hund ununterbrochen beaufsichtigt hat...Vor allem, wenn der Hund bereits als "Racker" verschrien ist, muss unweigerlich mit Schäden gerechnet werden. Dann gilt erst recht: ununterbrochen beaufsichtigen! Da das in der Wirklichkeit nicht machbar ist, hat man sich leider bereits mitschuldig gemacht bevor etwas passiert ist und man wird leider auf seinem Schaden sitzen bleiben.

Als Hundehüter liege ich auch hier in der Beweislast nachzuweisen, daß der Hund als friedliches Tier übergeben wurde, man also nicht mit dessen Unberechenbarkeit und Zerstörungswut rechnen musste.

Des weiteren kann man die Versicherung als Mieter nicht haftbar machen, wenn der Hund Schäden an der Mietwohnung (Türen z.B.) verursacht hat. Hier kann nur der Vermieter selbst klagen! Nur der hat auch nicht mehr Aussicht auf Erfolg, weil auch hier die gleichen Argumente gelten (mangelnde Sorgfaltspflicht)!

Weiter kann man nur versuchen auf privater Klage den angerichteten Schaden ersetzt zu bekommen. Dies kann teuer werden und ebenso negativ ausgehen, da die Argumente eben immer die gleichen bleiben (mangelnde Sorgfaltspflicht) . Zudem kann es noch darauf hinauslaufen, daß der Besitzer ohnehin nicht in der Lage ist den Schaden zu begleichen.

eine Tierhaftpflicht muß immer der Halter des Tieres abschließen

Es kann auch sein, dass in deiner Privathaftpflicht ein zusatzversicherungsschutz (Hüten fremder Hunde) besteht. Die greift dann wenn der Hund nicht versichert ist ! Frag mal nach.

sie sollte unbedingt eine haben! wenn du den hund hütest und es kommt zum schadensfall, muss sie als halter und du als führer dafür grade stehen. also unbedingt versicherung

Du musst da wirklich bei deiner Versicherung nachfragen. Bei uns ist das in der privaten Haftpflicht mitversichert:

" Mitversichert ist jedoch die gesetzliche Haftpflicht

a) als Reiter bei Benutzung fremder Pferde oder Ponys zu privaten Zwecken, hierbei auch bei Inanspruchnahme als Tierhüter;

b) aus dem Hüten fremder Hunde, soweit dies gefälligkeitshalber und nur gelegentlich erfolgt. Nicht versichert ist das Hüten von Hunden,

(1) deren Halter oder Eigentümer mit dem Versicherungsnehmer in häuslicher Gemeinschaft lebt und/oder zu den durch diesen Vertrag mitversicherten Personen gehört;

(2) die für einen ununterbrochenen Zeitraum von mehr als 4 Wochen in Besitz oder Gewahrsam genommen sind. Kein Versicherungsschutz besteht als Hüter von Hunden, die aufgrund ihrer Rassenmerkmale als besonders gefährlich gelten (sog. Kampfhunde). Es handelt sich dabei um die unter IV, A, Ziffer 2 (Hundehalter-Haftpflichtversicherung) aufgelisteten Hunderassen.

Eine bestehende Pferdehalter- bzw. Hundehalter-Haftpflichtversicherung geht diesem Vertrag vor.

Nicht versichert sind Haftpflichtansprüche der Tierhalter oder -eigentümer. "

Was möchtest Du wissen?