Freistellungsbetrag & Kapitalertragsteuer.

4 Antworten

Hallo Fap87,

zu deiner Frage kann ich dir einige grundsätzliche Informationen zum Freistellungsauftrag mit an die Hand geben.

Mit dem Freistellungsauftrag gibst du Finanzunternehmen die Anweisung anfallende Zinsen aus Kapitalerträgen automatisch vom Steuerabzug freizustellen. Ohne einen erteilten Freistellungsauftrag oder bei Überschreiten des erteilten Betrages sind Kreditinstitute verpflichtet die sogenannte Abgeltungssteuer (auch Kapitalertragssteuer genannt) direkt an das Finanzamt abführen.

Du kannst in deinem Fall bei beiden Banken einen Freistellungsauftragstellen. Im Jahr stehen dir insgesamt 801,00 EUR als Alleinstehender/1.602,00EUR als Verheirateter zur Verfügung um positive Erträge bei deinen Kreditinstituten und Versicherungen freizustellen. Die Institute melden dann, dass du bereits den Betrag XY deines Sparerpauschbetrages verbraucht hast.

Die Berechnung bei dir erfolgt dann wie folgt:

Erträge: 3.300 EUR; Von der Kapitalertragssteuer befreite Erträge: 801 EUR; Kapitalertragssteuersatz: 25; Solidaritätszuschlag: 5,5 (berechnet sich von der Kapitalertragssteuer

3.300 - 801 = 2.499 (zu versteuernder Ertrag)

2.499 x 25 Prozent = 624,75 (Kapitalertragssteuer)

624,75 x 5,5 Prozent = 34,36 (Solidaritätszuschlag)

Alte Steuerlast - Neue Steuerlast = Rückzahlungsbetrag

(825 + 72,6) - (624,75 + 34,36) = 238,49 EUR

Du stellst mit dem Freistellungsauftrag nicht die Steuer direkt frei, sondern die Zinsen auf die du Steuern zahlen musst, daher erhältst du auch keine Rückerstattung in Höhe von 801 EUR.

Viele Grüße,

Christina vom Allianz Hilft Team

Ansprechpartner ist in der Tat die Bank. Gab es einen alten Freistellungsauftrag?

Wie hoch waren denn die realisierten Verluste? 400 Euro?

Fall sich die Bank wirklich vertan haben sollte, ist das Geld aber generell nicht verloren. Das gleicht sich dann spätestens mit deiner nächsten Steuererklärung aus.

Richtig wäre:

Den realisierten Gewinnen werden die zuvor realisierten Verluste in Abzug gebracht. Vorausgesetzt, es handelt sich um Aktienbestände seit 2009. Bei 3700 Gewinn und zuvor 3000 Verlust wären somit nur 700 € zu versteuern. Bei zuvor 6000 Verlust fiele keine Steuer an.

Wenn die Verluste in einer anderen Anlageklasse angefallen sind (Optionen, Unternehmensanleihen etc.), können sie allerdings nicht mit den Aktiengewinnen verrechnet werden.

@napoloni: danke für deine Antwort. Nein, ist bisher mein erster Freistellungsantrag. Verluste waren letztes und dieses Jahr 3000€.

@FGO65: weil man im WWW von mehreren Leuten die Erfahrungen / Antworten mitgeteilt bekommt und dann auch bei einem späteren Anruf bei der Bank mit den richtigen Argumenten aufschlagen kann. Hat ja auch immer etwas mit Vorbereitung zu tun so ein Anruf und wenn man bei diesem Thema nicht allzu bewandert ist informiert man sich davor. Trotzdem danke für deinen Input.

Warum klärst Du das nicht direkt mit deiner Bank.

Hier kennt keiner deine persönlichen Verältnisse

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