Fragt das Finanzamt nach, wo das Geld herkommt?

6 Antworten

Pokern: "regelmäßig ein paar tausend Euro auf meinem Konto landet"

Ich verweise auf zwei Urteile des BFH:

Grundsätzlich sind Lotterie-, Spiel- und Wettgewinne nicht steuerbar, weil sie zu keiner der 7 Einkunftsarten gehören.

Allerdings hat der BFH entschieden, daß Pokergewinne u. ä. dennoch steuerpflichtig sein können:

Ein Profispieler erzielt dann gewerbliche Einkünfte nach § 15 EStG und muss diese versteuern.

Dies hat das Bundesfinanzgericht in zwei Entscheidungen geklärt (BFH XI R 48/91; BFH/NV 94,622).

Entschieden wurde ein Fall, dass ein Kartenspieler täglich sechs Stunden spielte und dabei einen Reingewinn in Höhe von €1.500 erzielt hat. Dieser war nach Auffassung des Gerichts zu versteuern.

Die Abgrenzung zwischen Freizeitspieler und Profi wird in der Praxis dadurch vorgenommen, ob der Großteil der Arbeitszeit mit Pokern verbracht wird, ob noch andere Einkünfte erzielt werden und ob eine ernsthafte Gewinnabsicht verfolgt wird.

Die Höhe der Steuer wird an den tatsächlichen Einnahmen festgemacht, also abzüglich aller in diesem Rahmen erfolgten Aufwendungen (Turnier-Buy-ins, Verluste etc.). Ein Profispieler sollte daher alle Ausgaben sehr detailliert aufzeichnen und sich diese eventuell auch von Mitspielern bestätigen lassen.

Zusammenfassend stellte der BFH fest, dass ein Gewinn aus der Teilnahme an Liveturnieren, Live-Cashgames und Onlinepoker nur dann versteuert werden muss, wenn der Spieler hauptberuflich Poker spielt, unabhängig davon, ob dieser Gewinn legal oder illegal erzielt wurde.

Hier ist also auf den Einzelfall abzustellen.

Mit den Einkünften aus Gewerbebetrieb tritt gleichzeitig auch Gewerbesteuerpflicht ein. Gewerbesteuer muß bezahlt werden, sofern der Gewerbeertrag 24.500 € übersteigt.

Jupp. Das nenne ich mal eine vollständige Antwort - DH!

Das interessiert zunächst weniger das Finanzamt, solange Du es als Einnahmen angibst.

Interessanter würde das nach dem Geldwäschegesetz und da sind dann andere Behörden im Spiel - wer regelmäßig größere Beträge aus unklaren Quellen bekommt, fällt auf

Nicht mal die Bank fragt nach, die sieht ja dass es von einer Wettseite ausbezahlt wird. Von dem her isses egal. Und dem Finanzamt interessiert es auch nicht weil die Wettsteuer wahrscheinlich eh gleich von deinem Gewinn abgezogen wird

Wenn das Geld von Paypal oder Neteller kommt ist es keine Wettseite.

Nein, da fragt das Finanzamt nicht nach. Da müssen ganz andere Summen fließen.

Du wirst mit onlinePoker auch nicht so viel Geld verdienen. Eher das Gegenteil.

Die überwachen 1. nicht jedes Konto und 2. Du hast das Geld verdient, wieso solltest du wen informieren müssen? Läuft doch alles mit rechten Dingen und 3. Ich denke die Info-Grenze ist bei 10000

Aber wenn es regelmäßig ist, muss ich es doch irgendwie als Verdienst angeben. Online Poker ist ja nicht als wenn ich zu offiziellen Turnieren gehe. Ich habe keinen Nachweis, dass ich das Online verdient habe.

@enhobeid

In wie fern regelmäßig?

@user7755

Am besten du fragst hierzu einen Bankberater deines Vertrauens.

@user7755

Ich meine alle 2 Monate 2000 - 5000 euro von meinem Pokerkonto auf Neteller und dann von Neteller einfach auf mein Girokonto. Ich bin ein sehr strukturierter Mensch. Außerdem spiele ich regelmäßig. Demnach ist das Geld ja "erwirtschaftet" und ich muss es dann angeben.

@enhobeid

Naja ich bin mir nicht sicher ob das ein regelmäßiges Einkommen ist und ob du das unter gewerblich fällt. Aber wie gesagt am besten du fragst hierzu einen Bankberater deines Vertrauens.

@user7755

Die Frage ist, ob derartige Einnahmen überhaupt nach dem Einkommensteuergesetz steuerbar sind, denn das wären sie nur, wenn man sie einer der Einkunftsarten zuordnen kann.

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