Fragen zur Steuererklärung bezüglich beruflicher Zweitwohnsitze; was darf das Finanzamt?

3 Antworten

Du bist nachweispflichtig für steuermindernde Tatsachen; muss das FA den Sachverhalt nicht von Amts wegen ermitteln - insoweit gilt § 88 AO nicht (vgl. auch einschlägige Kommentierung zur AO/FGO).

Die angeforderten Unterlagen sind meiner Erfahrung nach durchaus üblich und hat nichts mit Schikane oder dergleichen zutun. Warum allerdings ein Grundriss deiner Wohnung am Heimatort angefordert worden ist, verstehe ich auch nicht - hat insoweit nichts mit der doppelten Haushaltsführung zutun. Grundrisszeichnung der Wohnung am Arbeitsort ist üblicherweise mit einzureichen, zwecks Prüfung der Angemessenheit (60 m² maximal, ansonsten Kürzung. Rechtslage bis inkl. VZ 2013, ab VZ 2014 sieht es anders aus!). Kilometernachweise sind zur Prüfung der tatsächlich durchgeführten Heimfahrten unumgänglich (viele meinen, es gibt pauschal eine Heimfahrt die Woche. Tatsächlich gibt es die Entfernungspauschale für je eine tatsächlich durchgeführte Heimfahrt pro Woche).

Es gibt allerdings viel Rechtsprechung zu diesem Thema, z.B. dass ein Alleinstehender in der Regel seinen Lebensmittelpunkt zum Arbeitsort verlegt hat, wenn er dort länger zugegen ist.

Für mich ist das eine Sache, die im Rechtsbehelfsverfahren lieber durch einen Steuerberater gemacht werden sollte. Natürlich kannst du auch selbst deine Argumente vortragen, aber es kommt auch auf Kenntnis der Rechtslage an was einschlägige Rechtsprechung etc. betrifft. Wenn ich in der Thematik nicht drin stecken würde, würde ich wie gesagt einen StB vorziehen.

was darf das Finanzamt ?

Alles. Naja eigentlich nicht, denn es ist an Recht und Gesetz gebunden. Das Gesetz jedoch berechtigt das Finanzamt zu den obengenannnten Maßnahmen; es kann von dir die Unterlagen verlangen, vgl. §§ 90, 92, 93 AO

Nimm Dir am Besten einen Steuerberater zur endgültigen Klärung des Sachverhalts!

Leider nicht die Antwort, die ich erwartet habe bzw. brauche. Soweit war ich auch schon, da hätte ich gleich zum Steuerberater gehen können, ohne hier auf "gutefrage.net" irgendwas zu fragen. Mein Ansinnen war vielmehr, den Sachverhalt bereits im Vorfeld (!) einer Konsultation eines Steuerberaters evtl. soweit klären zu können, dass ich entweder allein ohne Steuerberater die Sache mit dem Amt klären kann oder im Falle des Hinzuziehenseines Steuerberaters bereits ungefähr die einzuschlagende Stossrichtung einschätzen kann. Da ich davon ausgehe, dass es hier im Diskussionsforum sicher schon andere Leute gibt, die mit ähnlicher Problemstellung betr. ihrer Steuererklärung konfrontiert waren, denke ich mir, von dieser Seite evtl. eine ausreichend und gut unformierende Antwort zu erhalten.

@Computerfinder

@Computerfinder

Leider nicht die Antwort, die ich erwartet habe

Kann ich mir gut vorstellen. Nur darfst Du nicht vergessen, jeder "Steuerfall" ist individuell!

Der Text von @tt290 ist lang und kommt am Ende zum gleichen Ergebnis! Nur der Steuerberater kann Dich wirksam gegen das Finanazamt auf Augenhöhe vertreten.

Jede Äußerung von Dir, im Vorfeld, kann Dir zum Nachteil gereichen!

Was möchtest Du wissen?