Fragen zur Baumschutzverordnung

5 Antworten

Ganz einfach: Es gibt Kommunen, die eine derartige Satzung haben. Es kann auch sein, dass der Baum aus irgendwelchen anderen Gründen nicht so ohne weiteres gefällt und beseitigt werden darf, selbst wenn es eine solche Satzung nicht gibt.. Stelle einfach eine schriftliche Anfrage an die Gemeide / Stadt, ob und wann Du den Baum fällen darfst. Dann hast Du alles schwarz auf weiß und bewegst Dich rechtlich auf der sicheren Seite. 

Oft ist es so, dass es da von Bundesland zu Bundesland verschiedene Verordnungen gibt. Bäume fällen bis zu einem bestimmten Datum, auch das Neuanpflanzen kann unterschiedlich sein. Nun ist es ja auch so, dass nicht jeder anfangen sollte an seinen Bäumem zu sägen. (Es kann ja auch zu viel passieren...) Frage einfach mal beim Einwohnermeldeamt...ich denke mal Abteilung Bauamt nach. Ansonsten werden sie Dich schon weiter verbinden. Oder mal selber hingehen. 

Einwohnermeldeamt? Wohl kaum, es sei denn der Baum ist dort gemeldet :-)   Bauamt? Auch nicht, es sei denn der baum wurde irrtümlich als Bauwerk deklariert. 

Der richtige Ansprechpartner wäre das Grünflächenamt, das Naturschutzamt oder das Amt für öffentliche Ordnung, je nachdem wie die Gemeindeverwaltung strukturiert ist. 

@Luftkutscher

Irgendwo bei der Stadt sitzt der entsprechende Ansprechpartner, das wollte ich mit meiner Antwort sagen. Kommt ja auch so ein bisschen darauf an wie groß der Ort ist wo man wohnt etc. Dann geht man zum Amt und sagt folgende Frage...dann bekommt man schon Bescheid WO man hin muss. Oder man ruft eben an. Warum päpstlicher als der Papst...Ich würde jedenfalls erst einmal anrufen oder persönlich fragen, bevor ich einen Antrag stelle....

Bei uns im Ort gibt es keine Baumschutzverordnung, es gibt nur Empfehlungen an die man sich halten sollte, zwingend ist das jedoch nicht. Man haftet für die Standsicherheit seines Baumes gegenüber Dritten und deren Sachen (Autos), jeder Baum wird irgend wann alt und dadurch standgefährdet, kein Amt übernimmt die Eigentümerhaftung, deshalb ist auch solch eine Vorschrift unsinnig. Bevor mein alter Baum jemanden erschlägt, muss ich ihn rechtzeitig entfernen können.

Ob bei Euch eine Baumschutzverordung besteht, kannst Du bei der Gemeinde /Stadt erfragen.

1.Der Sinn solcher Baumschutzverordnungen besteht darin, ältere Bäume im Stadtbild zu schützen. Ein Baum braucht ja auch immer lange, bis er groß geworden ist. Fällen hingegen geht schnell.

2. das regeln die jeweiligen Baumschutzverordnungen, so welche bestehen und kann je nach Verordnung sehr unterschiedlich sein..

3. In diesem Fall kämest Du nicht ins Gefängnis, müßtest aber eine u.U. saftige Geldstrafe zahlen. So einen Baum bekommst Du nicht geräuschlos gefällt. Und auch Passanten rufen dann mal gerne die Polizei.

Wenn ein Baum krank ist, eine Gefahr für Dein Haus darstellt o.ä. mußt Du beim örtlichen Umweltamt einen Antrag auf eine Fällgenehmigung stellen Und dann kann halt der Streit losgehen, ob der Baum wirklich krank ist oder eine Gefahr darstellt.

Tückisch wird das Ganze, wenn ein Baum höchstgradig umsturzgefährdet ist, also quasi jede Sekunde umstürzen kann. Ich hatte den Fall mal. Wir haben hier zwar keine Baumschutzverordnung, aber im Frühjahr/Sommer... dürfen keine Bäume gefällt werden, weil sich Vogelnester darin befinden können.

Auch in diesem Fall braucht man erst eine Genehmigung und ist noch dazwischen für die Sicherung verantwortlich, falls der Baum auf die Straße stürzen könnte. Diese Sicherung ist nur faktisch eine Unmöglichkeit, weil Du andererseits die Straße auch nicht eigenmächtig absperren darfst,

Der vom Umweltamt kam dann zwar am selben Tag und erteilte auch die Genehmigung, aber ich war den ganzen Tag beschäftigt. Das 2. Problem dann jemanden zu finden am selben Tag, der die Notfällung vornimmt- der Baum war zu groß als das ich das selber gekonnt hätte. Einer hätte noch morgens Zeit gehabt, aber da hatte ich die Fällgenehmigung noch nicht.

4. Wenn eine Baumschutzverordung in einer Stadt besteht,gilt diese natürlich auch für alle Bäume im öffentlichen Raum. Und Bäume dürfen nur bei Krankheit, oder Gefahren gefällt werden. Und es geht ja gerade nicht, um einzelne Bäume. Viele einzelne Bäume ergeben irgendwann einen Wald.

5. Der Strafrahmen wird in den jeweiligen Baumschutzverordnungen festgelegt.

Noch ein paar Auswirkungen von Baumschutzverordungen:

Da Bäume durch diese ja erst ab einem bestimmten Alter geschützt werden, ist es in einigen Städten schon fast Usus geworden Bäume nie alt werden zu lassen, sondern stets kurz bevor sie geschützt wären, zu fällen. Damit ist eine Baumschutzverordnung eigentlich pervertiert.

Deshalb erlassen viele Gemeinden gar keine Baumschutzverordnungen mehr, weil sie gemerkt haben, daß über die Jahre der Bestand an alten stadtbildgestalenden Bäumen dadurch eher zurückgeht.

Der vom Umweltamt kam dann zwar am selben Tag und erteilte auch die Genehmigung, aber ich war den ganzen Tag beschäftigt. Das 2. Problem dann jemanden zu finden am selben Tag, der die Notfällung vornimmt- der Baum war zu groß als das ich das selber gekonnt hätte. Einer hätte noch morgens Zeit gehabt, aber da hatte ich die Fällgenehmigung noch nicht.

Der Umweltschutzgedanke in allen Ehren, aber wenn ich sowas lese, könnte ich schon wieder an die Decke gehen! Das ist doch wieder mal deutsche Bürokratie in ihrer idiotischsten Form! Wenn eine aktue Gefahr besteht, dann muß man doch auch ohne so einen blöden Wisch einen Baum straflos fällen können! Ich wäre da gar nicht erst auf die Idee gekommen, mir das erst noch genehmigen zu lassen (wäre das dann nicht Verbotsirrtum?). Denn wenn der Baum durch zu langes Warten dann doch umstürzt und etwas passiert bzw. jemand zu Schaden kommt, dann wäre das sicher das größere Übel.

@Franz577

Ehrlich, wenn ich den Baum hätte selber fällen können, ich hätte es gemacht. Und mich hätte auch niemand angezeigt. Die Leute sind hier nicht so drauf. Ich habe auch schon Bäume selber gefällt im Sommer, obwohl da nicht mal eine akute Umsturzgefahr bestand. Daß sich bei denen in der Krone keine Nester befanden (das ist ja der Grund für das Fällverbot) hatte ich aber abgescheckt. Da die Bäume abgestorben waren, konnte ich die Kronen vorher nach Nestern absuchen. Aber  in der Realität werden viel mehr Nester beim Rückschneiden von dichten Büschen und Hecken zerstört und Hecken im Sommer zu beschneiden ist wiederum Vorschrift, wenn sie in öffentlichen Raum reinragen und dann wird das Ganze im Endeffekt nur noch absurd.

Aber ich brauchte dafür Fachleute. Der Baum war riesig, eine echte Problemfällung und die machen das nicht ohne Fällgenehmigung.

Warum man auch bei akuter Gefahr diese Genehmigung braucht? Weil sonst halt jeder behaupten könnte, es hätte eine akute Gefahr bestanden und nachher kann man da oft nichts mehr beweisen.

Ok. bei meinem Baum hätte ich Beweisfotos machen können, Der Baum hing schon fast über die Straße, . Und der Stamm war längs gespalten, wegen der enormen Zugkräfte, die wegen des Gewichtes der Krone auf den Stamm ausgeübt wurde.Aber so ein Beweis geht nicht immer.

Ich muß schon ehrlich sagen, an diesem Tag war ich am Ende so genervt, daß ich überlegt habe, im nächsten Winter mal gleich prophylaktisch 2 weitere Bäume zu fällen, die mal zum Problem werden könnten.

Aber eines muß ich immerhin sagen: Die Fällgenehmigung wurde im akuten Fall sofort erteilt und der vom Umweltamt war auch schon in ein paar Stunden da..

@Silo123

Warum man auch bei akuter Gefahr diese Genehmigung braucht? Weil sonst halt jeder behaupten könnte, es hätte eine akute Gefahr bestanden und nachher kann man da oft nichts mehr beweisen.

Naja, aber lieber fällt doch mal jemand einen Baum ohne Genehmigung, auch wenn keine akute Gefahr besteht als daß jemand vorschriftsmäßig die Genehmigung abwartet, aber der Baum schon vorher umstürzt und große Schäden verursacht.

Wie gesagt, bei manchen Gesetzen und Vorschriften wiehert der Amtsschimmel schon extrem!

@Franz577

Da hast Du sicher Recht. Ich habe an dem Tag auch echt an meinem Verstand gezweifelt, als dann die Firma, die ich spontan gefunden hatte (und morgens Zeit gehabt hätte), wieder abrückte, weil ich keine Genehmigung hatte.

Ich möchte nicht wissen, was dann gewesen wäre, wäre der Baum auf einen Passanten oder ein vorbeifahrendes Auto gestürzt.

Ich gebe zu, daß ich selbst- es war gerade kein Sturm- ich kontrolliere nach jedem Sturm die Bäume- das gar nicht bemerkt habe. Lief so einfach friedlich durch die Gegend- und dann sagte eine Nachbarin: "Ihre Fichte steht aber schief" ich blickte dahin- und ein Schreck fuhr mir in die Glieder: die stand nicht etwas! schief, sondern sehr stark lastig über die Straße der Stamm gespalten) und da ich , auch wenn ich haftpflichtversichert bin, einfach nicht will, daß jemand durch mich, meine Bäume oder was auch immer zu Schaden kommt....., habe ich SOFORT gehandelt , obwohl ich an dem Tag auch besseres zu tun gehabt hätte, andere Termine hatte, die ich aber absagte. Und dann das.

Es ist mir tatsächlich schon passiert, daß von meinem Grundstück aus Bäume stürzten, das war bei "Daisy" (Name des Sturmtiefs)- ich habe es nichtmal bemerkt, hörte dann nur nachts plötzlich sehr dicht Motorsägen und schaute dann nach dem Rechten..da räumte gerade die Feuerwehr die Staße. Obwohl ich es schon etwas leichtsinnig fand- der Sturm war noch nicht vorrüber- was, wenn weitere Bäume auf die Feuerwehrleute gestürzt wären? aber das mußten dann die verantworten- ich meine, die hätten die Straße sperren sollen und fertig. Und dann NACH dem Sturm die Aufräumarbeiten.

Aber bei so einem Sturmtief passiert das halt mal. Der Wetterdienst riet eh allen an., im Haus zu bleiben.

Wenn da was passiert wäre hätte ich nichts dafür gekonnt..

Aber es sollte für solche Fälle: "akute Gefahr im Verzug" meinetwegen auch eine Sondereinheit geben, so daß solche Bäume unmittelbar gefällt werden können. Es war an dem Tag sehr windig, aber kein Sturm- der Baum schwankte sonstwie. auch wenn ich erst durch meine Nachbarin drauf aufmerksam wurde. Aber, was, wenn ich zu der Zeit abwesend, in Urlaub .... gewesen wäre?

Ganz ehrlich, dann hätte es doch auch den Leuten, die die Gefahr erkannten, möglich gewesen sein müssen, was zu unternehmen. Und ja, ich hätte als Besitzerin des Baumes auch vielen Nachbarn auf ihre Aussage hin vertraut.

  • aber einem tatsächlich nicht, dem Baumhasser, der ist der Prototyp des Gegeners des Baumschützers- da haben wir echt einen in der Nachbarschaft: Der meint , Bäume über 2 Meter Höhe haben in einer Stadt, in einer Gemeinde..... nichts zu suchen- Bäume gehörten nur in den Wald. Ein echter Problemnachbar- auch sonst, der versuchte mir tatsächlich weiszumachen, Bäume über 2 Meter Höhe seien in der Stadt verboten. Absoluter Quatsch, aber auch solche Kandidaten gibt es.

Irgendwie scheint sich an Bäumen die Nation zu spalten. Ich selbst, als Haus-und Grundstückbesitzer pflanze nur noch Bäume nach , die nicht sturmgefährdet sind. Ich habe den Baumbestand vom Vorbesitzer übernommen, nur noch Laubbäume und Tiefwurzler. Aus dem Urspungsbaumbestand stehen noch 5 Bäume. Die hätte ich gerne los und durch anderes Bäume ersetzt, aber irgendwie bringe ich es nicht übers Herz, diese alten Bäume zu fällen, aber zumindestens 2 sollen die nächsten Jahre dran glauben. Ich bin auch eher der Kämpfer für den Ehalt der alten Bäume, aber ich bin kein klassischer Baumschutzsatzungsverfechter. Ich meine, daß besondere Bäume tatsächlich unter Schutz gestellt werden sollten und zwar Bäume, die das Ortsbild besonders prägen Notfalls sollen dann die Besitzer dieser Bäume einen Nachteilsausgleic/hEntschädigung bekommen für die Nachteile, die diese Bäume dann ihnen bringen- Ok. auch Bürokratie, aber es würde die Negativa von Baumschutzsatzungen aufheben und bestimmte ausgewählte Bäume schützen, z:b. haben wir hier an einer Kreuzung 2 total toll gewachsene uralte Linden. Die sind an ihrem Standort echt ortsbildbestimmend und ja ich als Steuerzahler wäre da auch bereit, was springen zu lassen, damit diese Bäume erhalten bleiben.

Hast du dir die Verordnung denn mittlerweile schon mal für deine Bereich angeschaut ??

1. Das hat nichts mit deinem Eigentum zu tun sondern was mit dem "Bestandsschutz" im Rahmen der Umwelt. Zudem gibt es da ja durchaus Möglichkeiten Bäume zu fällen, wenn man entsprechend neue pflanzt.

2. Das ist von Region zu Region verschieden. In der Regel geht es hier auch nicht um Alter und Höhe sondern um den Stammdurchmesser, der logischerweise mit beiden im direkten Zusammenhang steht.

3. Das könnte richtig Ärger geben, denn du verstößt damit gegen ein "regionales Gesetz". Wie so oft liegt der Grundsatz...."wo kein Kläger..." aber der Teufel ist ein Eichhörnchen und die lieben Nachbarn...... :-)

4. Es geht nicht um den reinen Schaden sondern um den Erhalt bzw. eine ausreichende Neupflanzung.

5. Das kann von einer Neupflanzung bis hin zur hohen Geldstrafe alles sein. Aber auch das regelt deine regionale Verordnung.

 

Unterm Strich bleibt dir nichts anderes als dich mit deiner zuständigen Baumschutzverordnung auseinander zu setzen.

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