Fragen zu Studium der Rechtswissenschaften

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ich studiere es, wenn du magst kannst du mich gerne ausfragen, auch per pn wenns dir lieber ist.

aber ich warne dich jetzt schon: ich werde dich kaum dazu motivieren können ;) mir bereitet es nämlich kaum freude und bin im moment auf der suche nach was anderem.

naja, aber zu deinen fragen:

schwer finde ich persönlich jura eigentlich gar nicht so, zumindest nicht vom verständnis des stoffes. wie du aber schon selbst bemerkt hast: es ist wirklich vieeeeeel zu lernen, und auch wenn es immer wieder gern anders behauptet wird: auch relativ viel auswendig lernen. nicht wörtlich, aber es kommt dem schon nahe :) aber wenn du sprachlich gewandt bist und ein gutes gedächtnis hast und die viel ausdauer zum lernen mitbringst, ist es machbar. dazu lernst du natürlich auch wie du selbst auslegst, etc. dafür ist mE aber in den klausuren selbst meist viel zu wenig zeit. da muss der stoff eigentlich schon sitzen.

gesetze auswendig lernen ist quatsch und wohl das verbreitetste falsche vorurteil über jura. alle relevanten gesetze darfst du IMMER dabei haben. du musst keinen einzigen § auswendig lernen. aber wie du schon sagtest: du musst wissen wo was steht und welcher § wann und wie angewendet wird. und was der wortlaut genau meint. das ist in vielen sachverhalten eben nicht so eindeutig wie man denkt.

Jurisprudenz ist eine Fachrichtung für sich. Meist sehr trocken und kompliziert. Paragraphen auswendig lernen? Bei der Vielzahl? ??? Der kontinuierliche Umgang prägt. Mehr als wichtig wird Deine Erkenntnis sein, das zwischen der Lehranstalt und der Realität eine riesige Spannbreite existent ist. Mit dieser Erkenntnis gehe in das Studium und studiere ein Recht, das manchmal keines ist. Du wirst Dich nach dem Studium mit genau diesem Problem auseinander setzen müssen. Die Psyche könnte leiden. Sieh Dich heute und wie Du mit Problemen umgehst, wie Du mit dem Unwirklichen umgehst. Befindest Du Dich in dieser Richtung in keinem Desaster, nimm das Studium auf. Liebe Grüße.

Ich habs mal 5 Semester studiert, mich aber dann umentschieden. Hast Du eine Uni in der Nähe? Wenn ja, setz Dich doch ein ein paar Vorlesungen rein und schau, ob es Dir zusagt.

Von Auswendiglernen wirst du nicht schlauer. Verstehen, Auslegung und Kausalität sind der Schwerpunkt im Recht. Deshalb heißt es Rechtswissenschaften und nicht Recht auswendig lernen.

Vorab zur Beruhigung. Gesetze auswendig lernen musst du nicht. Die hat irgendein schlauer Mensch alle mal abgedruckt, so dass du sie immer dabei haben kannst und auch reinschauen darst.

1) Gesetze Natürlich musst du wissen wo was steht. Aber wenn du dich länger und intensiv beschäftigst - und das wirst du in diesem Studium - dann weißt du irgendwann wo die Sachen stehen. Es gibt §§ in die muss ich schon garnicht mehr reinschauen. Ich weiß einfach was drin steht. Aber nicht weil ich die auswendig gelernt habe, sondern einfach nur, weil ich sie schon 40 Mal gelesen habe. Das kommt ganz von alleine.

2) Auswendiglernen Natürlich musst du Dinge auswendig wissen. In welchen Studium ist das nicht so? Das sind einerseits Definitionen und andererseits bestimmte Streitstände zu juristischen Problemen.

3) Arbeitsmethode Wichtiger als das Auswendiglernen ist aber das Beherrschen von bestimmten Arbeitsmethoden. Die muss man einfach üben. Den zum Examen müssen die sitzen.

4) pers. Fertigkeiten und Fähigkeiten Wenn es eine Sache gibt, die man als Jurastudent mitbringen muss, dann ist es eine gehörige Portion Fleiß und Ausdauer. Der Erfolg stellt sich in Jura nicht dadurch ein, dass man zwei Wochen vor der Klausur anfängt zu lernen. Für die Scheine mag es noch reichen. Aber diese Taktik dürfte sich bei den meisten in den Examensklausuren - und nur darauf kommt es an - bitte rächen. Man sollte also von Beginn an am Ball bleiben. D.h. kontinuierliches Lernen wäre schon gut. Dazu kommt, dass es einfach viel Stoff wird bis zum Examen, der beherrscht werden will. Da muss man schon mal ein bis zwei Stunden länger in der Bib bleiben, während die Kumpels beim Bierchen sitzten. Das Studium ist halt quasi deine Arbeitsstelle. Und auch ein Anwalt hat keinen nine to five-Job. Wichtig ist mE auch, dass man sich selbst motivieren kann, wenn es mal nicht so läuft. Es gibt immer Themen wo einem der Zugang fehlt und wo es mit den Noten bisschen dürftig ist und auch bleibt. Damit muss man leben. Und wenn man noch bisschen deutsch kann und in der Lage ist einen geraden Satz zu formulieren dann wird das schon. Auch etwas logisches Denken und die Fähigkeit zur Abstraktion schaden nicht, wenngleich jedenfalls letzteres mit der Zeit von selbst kommt.

5) Zusammenfassung Ich habe es nicht bereut den Studiengang abgeschlossen zu haben. Neben den juristischen Kenntnissen verstehe ich nun auch insb. wirtschaftliche Entscheidungen von Unternehmen besser, da diese meist einen rechtlichen Hintergrund haben. Auch die Fähigkeit Fragestellungen zu abstrahieren und damit nicht nur die Symptome sondern die Ursache zu finden, habe ich weiterentwickeln können. Auch das Problembewusstsein wurde verbessert. Und schließlich habe ich gelernt strukturiert zu arbeiten und Gedankengänge nachvollziehbar darzustellen.

6) Empfehlung Wenn es dich interessiert, schau es dir einfach mal 1-2 Semester an. Man merkt in der Regel schnell, ob einem das ganze Ding liegt oder nicht. War jedenfalls bei meinen Kommilitonen so.

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