Fragen rund Kontopfändung?


01.07.2020, 10:17

Ich bin gerade etwas verwirrt von ganzen googeln.



Da das neue Geld ja Ende dieses Monats wieder auf meinem Konto kommt, übersteigt es ja für den Monat auch den Freibetrag, deutlich. Also alles was kommt ist drüber.



Heisst das nun das ich mich schon mal seelisch und moralisch darauf vorbereiten kann im August kein Geld zu haben ? O_o

3 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Hallo, bist Du ledig und hast keine Unterhaltsverspflichtungen, dann sind nach der Pfändungstabelle bei einem Nettoeinkommen von 2.300 Euro ca. 785 Euro pfändbar; dir würden also statt des P-Konto-Grundfreibetrages ca. 1.515 Euro pfandfrei verbleiben;

dafür benötigst Du allerdings eine Pfandfreigabe durch das Amtsgericht; stelle dort einen Antrag und lege den entsprechenden Beschluss der Bank vor; Du musst Deine Lohnabrechnung beim AG vorlegen, sonst kann dort der Freibetrag nicht berechnet werden;

nur ergänzungshalber: bekommst Du Deinen Lohn am Monatsende rückwirkend oder für den nächsten Monat im voraus?

liegt bereits eine Lohnpfändung vor?

Danke für die Info !

Also meinen Lohn bekomme ich für geleistete Arbeit, also rückwirkend.
Ja, eine Lohnpfändung liegt seit letzter Woche vor.

@lokfahren

wenn eine Lohnpfändung bereits vorliegt, dann berechnet das Lohnbüro aufgrund Deiner Angaben in der Lohnsteuerkarte selbständig den pfändbaren Betrag; es wird also dann nicht nur der nach dem P-Konto pfandfreie Grundbetrag ausbezahlt, sondern der nach der Pfändungstabelle gesamte pfandfreie Betrag aus Deinem Nettolohn;

wenn aus Deiner Lohnabrechnung die Pfändung bereits erkennbar ist, dann ist der gesamte überwiesene Betrag pfandfrei; schnapp Deine Lohnabrechnung und lass Dir beim Amtsgericht über den gesamten pfandfreien Betrag eine Freistellung erteilen;

wenn die Lohnpfändung aus der Abrechnung noch nicht erfolgt ist, dann musst Du wie oben beschrieben, zum AG gehen und den pfandfreien Betrag unter Vorlage der normalen Lohnabrechnung beantragen; Du musst dann die Richtigkeit Deiner Angaben versichern;

den Freistellungsbeschluss lass Dir mitgeben und leg ihn umgehend bei der Bank vor;

wie der user Agamemnon schon beschrieben hat, kann nicht verbrauchtes Restguthaben einmal auf den nächsten Monat übertragen werden;

wichtig ist somit, die Freigabe nach der Pfändungstabelle zu beantragen, sonst ist nur der Grundfreibetrag aus dem P-Konto pfandfrei;

solltest Du irgendwelche Unterhaltsberechtigte haben, (Ehefrau, Kinder, auch nichteheliche) dann vergiss nicht das anzugeben;

@Bergfex49

So, hab jetzt alles so gemacht. Glaub ich jedenfalls. Ich hatte heute nämlich einen Beschluss im Kasten, aber ich blicke da nicht wirklich durch. Das liest sich irgendwie so als ob alles beim alten bleibt 🤔

Heisst das nun das ich mich schon mal seelisch und moralisch darauf vorbereiten kann im August kein Geld zu haben ?

Nein. Solange die Pfändung nicht erledigt ist, hast Du halt nur den pfändungsfreien Betrag zur Verfügung und nicht Dein gesamtes Netto.

Normalerweise sollte es so laufen:

Ende Juni kamen 2.300 €. Davon gehört der pfändungsfreie Betrag i.H.v. 1178,59€ Dir und kann bis Ende Juli verbraucht werden.

Nicht verbrauchtes Restguthaben wird einmalig in den Folgemonat übertragen = Lösung für das sog. "Monatsanfangsproblem".

Die Differenz von 1.121,41 € sollte an den Gläubiger ausgekehrt werden.

Für die 2.300 €, die Ende Juli gutgeschrieben werden, sollte das gleiche gelten: davon pfändungsfreier Betrag verfügbar bis Ende August - Auskehrung der Differenz an den Gläubiger.

Wenn Du gegenüber anderen Personen unterhaltspflichtig bist (Ehegatte/Kinder), dann kann der mtl. Pfändungsfreibetrag entsprechend erhöht werden.

Deinen Angaben zufolge sollte der Gläubiger nun jeden Monat > 1.000 € als Auskehrung bekommen und irgendwann wird sich die Pfändung ja dadurch auch erledigt haben, oder?

Als Info noch: jeglicher Zahlungseingang innert eines Monats verringert den monatlichen Pfändungsfreibetrag entsprechend.

Richtig.

Woher ich das weiß:eigene Erfahrung

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