Frage zur Einkommensteuererklärung 1xberentet 1xangestellte; getrennte Veranlagung möglich?

5 Antworten

Die Lohnsteuer ist, wie es der Name bereits sagt, eine Steuer, die nur bei den Einkünften aus nichtselbständiger Tätigkeit (Arbeitslohn) erhoben wird. Sie ist damit eine Erhebungsform der Einkommensteuer.

Daraus folgt, dass auf Renteneinkünfte keine Lohnsteuer erhoben wird und entsprechend auch keine Einteilung in Lohnsteuerklassen erfolgt.

Für die Wahl einer getrennten oder eine Zusammenverang sind die Einkunftsarten unerheblich.

Denn Ehegatten können zwischen der Einzelveranlagung (§ 26a) und der Zusammenveranlagung (§ 26b) wählen, wenn die Voraussetzungen des § 26 Abs. 1 S. Nr. 1-3 Einkommensteuergesetz (EStG) erfüllt sind.

Ehegatten werden einzeln veranlagt, wenn einer der Ehegatten die Einzelveranlagung wählt (§ 26 Abs. 2 S. 1 EStG).

Ehegatten werden zusammen veranlagt, wenn beide Ehegatten die Zusammenveranlagung wählen (§ 26 Abs. 2 S. 2 EStG).

Die Wahl wird für den betreffenden Veranlagungszeitraum durch Angabe in der Steuererklärung getroffen (§ 26 Abs. 2 S. 3 EStG).

Wird von dem Wahlrecht nach Absatz 2 nicht oder nicht wirksam Gebrauch gemacht, so ist eine Zusammenveranlagung durchzuführen (§ 26 Abs. letzter Satz EStG).

Steuerklassen wirken sich nur beim Lohnsteuerabzug aus, also bei Einnahmen aus nichtselbständiger Tätigkeit. Da du Rente beziehst, ist die Steuerklasse für dich ohne Bedeutung.

Ihr solltes durchrechnen (lassen), welche Veranlsgungsform für euch günstiger ist, meist ist es die Zusammenveranlagung.

Die Rente ist in der Anlage R anzugeben. Da gibt es unterschiedliche Rentenarten. Bei der Erwerbsunfähigkeitsrente Wird der Ertragsanteil der Rente nach dem Zeitraum zwischen Rentenbeginn und Beginn der normalen Altersrente berechnet. Nur ein Hinweis: Bei der Einzelveranlagung (früher: getrennte Veranlagung) wird jeder Ehegatte im Prinzip wie ein Lediger behandelt. Und dann kommt für Deine Frau mit der Steuerklasse 3 eine erhebliche Nachzahlung zu, während für Dich bei der Rentenbesteuerung zu 90 % keine Steuerpflicht entsteht. Also überlegt Euch das mit der Einzelveranlagung.

Nachtrag: Deine Frau hat bei Steuerklasse 3 relativ niedrige Lohnsteuern, denn Steuerklasse 3 Vereinigt in sich die Grundfreibeträge für beide Ehegatten. Bei einer Einzelveranlagung wird jeder Ehegatte aber im Prinzip als Lediger behandelt. Das würde bei Dei Deiner Frau der Steuerklasse 1 entsprechen und daher zu einer Nachzahlung führen. Meine Empfehlung: Besorgt Euch ein Steuerprogramm, gebt alle Daten ein und vergleicht dann die Ergebnisse der Zusammen- und Einzelveranlagung.

Ab 2012 ist auch die Steuerberechnung mit ELSTER möglich. Aus diesem Grunde kann man bequem beide Varianten durchrechnen. Die Zusammenveranlagung ist meist die bessere Alternative. Vielleicht sind deine Eingaben für die Berechnung fehlerhaft.

Die Steuerklasse spielt nur beim der monatlichen Steuervorauszahlung eine Rolle. In der Jahressteuererklärung spielen die Steuerklassen keine Rolle.

würde ich gerne die "Getrennte Veranlagung" wählen (ich St.kl. 5 und meine Frau St.kl.3).

So etwas gibt es gar nicht. Entweder sie werden gemeinsam oder getrennt veranlagt.

Wenn sie getrennte Veranlagung wählen, dann wird jeder für sich besteuert als wäre er alleinstehen. Ansosnten wird gemeinsam veranlagt, also praktisch so, als würden die Einkommen gleichmäßig auf beide verteilt.

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