Frage zu Beitragszeiten für Rente wegen voller Erwerbsminderung

4 Antworten

Der REHA-Antrag wurde in einen Rentenantrag umgewandelt. Dieses Verfahren ist auch im Gesetz so vorgesehen. Die Rente setzt in diesem Fall 6 Monate später ein. Da du in der Zwischenzeit ja Krankengeld erhalten hast, ist dir ja nichts verloren gegangen. Der Bezug von Krankengeld ist ebenfalls pflichtversicherte Zeit

hallo,

deine rentenrechtlichen zeiten sehen wie folgt aus:

pflichtbeitragszeiten als arbeitnehmer bis zum renteneintritt durch erwerbsunfähigkeit (vom krankengeld werden ja beiträge für die rentenversicherung abgezogen),

die monate der erwerbsminderungsrente bis zum altersrenteneintritt werden mit dem zu grunde liegenden bruttoeinkommen der erwerbsminderungsrente "weiterberechnet". der zugangsfaktor für diese monate in der rentenformel ist dann nicht 1 (altersrente) sondern 0.6667 (monate der erwerbsminderungsrente) also wirst du deshalb als erwerbsminderungsrentner nicht bestraft.

antragsdatum des antrages ist jetzt nicht mehr wesentlich entscheidend.

beste grüsse dickie59

Hallo,

laut Auffassung der Rentenversicherung ist der Versicherungsfall "Erwerbsminderung" am 4.7.2012 eingetreten. Es zählen für die EM-Rente nur die Beiträge bis zum Eintritt des Versicherungsfalls. Die weiteren Rentenversicherungsbeiträge aus dem Krankengeld werden später bei der Altersrente (und/oder Hinterbliebenenrente) berücksichtigt.

Am 4.5.2013 wurde vermutlich ein Rehaantrag bei der Rentenversicherung gestellt (z.B. Antrag auf Anschlussreha).

Gruß

RHW

Danke fü deine Antwort :)

Es wundert mich, warum man mir das so nicht auf der Rentenstelle erklären konnte. Denn dort hat mir die Frau gesagt, dass alle Beiträge bis Antragstellung in die EM-Rente einfließen würden.

Der Rehaantrag erfolgte nach Aufforderung der Krankenversicherung, weil die der Meinung waren, es könnte eine Verbesserung eintreten. Die Rentenstelle war der Meinung, dass dem nicht so sei.

Ich war ja der Meinung, dass die sich den Papierkram und die Kosten für neue Befunde sparen wollten und einfach den Rehaantrag genommen haben.

@Emely369

DieKrankenkasse darf nach § 51 SGB V nur zu einem Rehaantrag, nicht zu einem Rentenantrag auffordern.

War die Rentenstelle eine Beratungsstelle mit hauptamlichen Mitarbeitern der Deutschen Rentenversicherung? Oder die Stadtverwaltung? Oder ein ehrenamtlicher Mitarbeiter?

@RHWWW

Es war eine hauptamtliche Mitarbeiterin der deutschen Rentenversicherung. Sie meinte auch dass ich mit Tag der Erwerbsminderung den ersten Tag der Krankheit angeben müsste und nicht den tag der Antragstellung. Ich komme mir etwas veralbert von denen vor.

@Emely369

Ja, das ist sehr seltsam. War der bereits gestellte Rehaantrag dort auch Thema? Ggf. einen Brief an den Leiter der Beratungsstelle schicken mit Hinweis auf diese falsche Berratung?

@RHWWW

Es wurde dem Rentenantrag eine Kopie der Ablehnung des Rehaantrages beigefügt, aber sonst nichts. Es kam nie die Rede darauf, dass dieser Antrag als Rentenantragsdatum genommen werden könnte.

Mir wurde auch nicht gesagt, dass nur die Beitragszahlungen bis zur Erwerbsminderung eingerechnet werden. Ich bekam ja direkt den Hinweis den 04.07.2012 als Tag der Erwerbsminderung einzutragen.

Ich kann mich zwar beschweren, wird mir aber in soweit nichts bringen, da die mir das Jahr ja jetzt bestimmt nicht anrechnen werden. Ich habe zwar noch Widerspruchszeit, aber das wird mir nichts bringen. Oder was meinst du? Denkst du dass die dadurch den Tag der Erwerbsminderung in das Datum der Rentenantragsstellung ändern?

@Emely369

Theoretisch gibt es zwei Möglichkeiten:

1) Wenn der Beginn der Arbeitsunfähigkeit nichts mit der Rentenerkrankung zu tun hat, kann man ggf. den Eintrifttt des Versicherungsfalls auf den Beginn der Arbeitsunfähigkeit wegen der Rentendiagnose verschieben. In diesem Bereich bin ich aber kein Experte.

2) Wenn man falsch beraten wurde, gibt es einen "sozialrechtlichen Wiederherstellungsanspruch" (ggf. im Internet suchen). Dann ist die entscheidende Frage, was hätte man bei einer korrekten Beratung getan. Daneben stellt sich die Frage, wie man die fehlerhafte Beratung glaubhaft machen kann.

Die Chancen stehen m.E. eher schlecht.

Hallo Emely,

für deine Erwerbsminderungsrente werden alle Zeiten berücksichtigt, die bis zum Eintritt der Erwerbsminderung (= 04.07.2012) zurückgelegt wurden. Wann der Antrag gestellt wurde, spielt dabei keine Rolle. Deine Beraterin ist wahrscheinlich davon ausgegangen, dass als Zeitpunkt der Minderung der Erwerbsfähigkeit das Antragsdatum festgelegt wird, wie es oft der Fall ist.

Wenn deine Rente erst am 01.12.2013 beginnt, endet die Krankengeldzahlung zum 30.11.2013. Für die Zeit vom 05.07.2012 - 30.11.2013 zahlt die Krankenkasse Beiträge zur Rentenversicherung für dich. Die bleiben dir auch, werden aber erst bei einer späteren Rente berücksichtigt.

Im Gesetz ist die Regelung zu finden hier unter (2): http://dejure.org/gesetze/SGB_VI/75.html

Grüße

Wie meinst du das, das das oft der Fall ist. Die Beraterin meinte, dass ich den 04.07.2012 reinschreiben muss, also dass der Tag der Erwerbsminderung erste Tag der Krankheit sei und nicht der Tag der Antragstellung. Ich hätte wohl auch den Tag der Antragstellung reinschreiben können als Tag des Erwerbsminderungseintritts? Kann man das mit Widerspruch noch ändern?

@Emely369

Hallo Emely,

den 04.07.2012 hättest du nicht angeben müssen. Theoretisch hättest du auch ein ganz anderes Datum angeben können. Da gibt es kein falsch oder richtig, das ist eine ganz persönliche Frage nach deiner eigenen Einschätzung deines Gesundheitszustands.

Das spielt aber auch nur eine untergeordnete Rolle. Die Angabe dient dem Gutachter als Anhaltspunkt. Selbst wenn du den 01.10.2013 angegeben hättest, hätte der Gutachter anhand der medizinischen Unterlagen und der vorliegenden Arbeitsunfähigkeit seit dem 04.07.2012 diesen Tag als Eintritt der Erwerbsminderung festlegen können.

Oftmals wird der Tag der Erwerbsminderung auf das Datum festgelegt, an dem der Antrag gestellt wird, wenn tatsächlich eine Erwerbsminderung vorliegt und anhand der medizinischen Unterlagen nicht sicher ein früheres Datum in Frage kommt. Dann wird behilfsweise das Antragsdatum genommen, damit die Rente gezahlt werden kann.

Wenn du der Meinung bist, dass du erst seit einem späteren Zeitpunkt erwerbsgemindert bist, kannst du Widerspruch einlegen. Allein wegen der Zeiten geht das nicht.

Bedenken musst du auch, dass du für Zeiten seit dem Eintritt der Erwerbsminderung bis zum 60. Lebensjahr eine Zurechnungszeit bekommst. Unterm Strich sollte dadurch deine Rente nicht oder kaum geringer sein, als wenn ein späterer Leistungsfall festgelegt worden wäre.

Grüße

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