Forderung des Inkassobüros Creditreform

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Wenn alle weiteren Stromrechnungen bezahlt wurden: Hochgradig unseriös! Extrem kurze Fristsetzung, offenbar, um einen am Nachdenken und Recherchieren zu hindern und einen absoluten Wucher an Zusatzkosten durchzudrücken! Vor allem nichts unterschreiben (Anerkenntnisse, Ratenvereinbarungen usw.)!

  1. wenn ein Gläubiger von sich aus den Betrag stundet, kann er eigentlich kein Inkassobüro als Verzugsschaden geltend machen. Zeugen Telefonat? Ist auch glaubwürdig, wenn er das so lange liegen lässt.
  2. wird ein Inkasso selbst kaum nach einer so kurzen Frist direkt den gerichtlichen Mahnbescheid veranlassen, sondern erst mal weiter drohen und Kosten zu schinden versuchen - die man aber zumindest in der Höhe nicht bezahlen muss.

Was also zu zahlen ist:

  • Hauptforderung
  • Gesetzlicher Verzugszins: 5% über Basis, wechselt je nach Monat, googeln! Gibt es auch Rechner im Internet für. Dürften so knapp 25€ sein. Endzeitpunkt sollte das Zahlungseingangsdatum sein, also z.B. Überweisungstag + 3 Werktage.
  • Mahnkosten für versandte Briefe, max. 3-5 Euro/Stück.

Auf diese Posten hat der Gläubiger ein gesetzliches Anrecht, also würde ich nicht versuchen, z.B. den Verzugszins wegzulassen.

Das also ausrechnen und direkt an den Stromversorger zahlen, im Verwendungszweck der Überweisung alles (Hauptford., Verz.zins 5% ü.B., Mahnkosten Gläubiger) genau angeben! Gibt man das nicht an, wird erst auf die Fantasiekosten des Inkassos angerechnet und die eigentliche Forderung kaum angetastet!

Wenn ich richtig sehe, gab es keine Rücklastschrifen und keinen Umzug, also auch keine Berechtigung für Adressermittlung oder Rücklastschriften. Die Inkassokosten wären auch, wenn wirklich eine Erstattungspflicht bestünde, viel zu hoch und würden von einem Gericht wahrscheinlich so kaum anerkannt!

Auf jeden Fall würde ich an der Stelle das Berechtigte schnell zahlen (5.2. geht nicht mehr, aber Anfang nächste Woche schon), um erstattungspflichtige Anwaltskosten oder ein Mahnverfahren zu vermeiden. Notfalls Kredit (Dispo?) nehmen, das ist allemal billiger als Raten bei Inkassos abstottern. Es dürfte auch noch keine nachteiligen Einträge bei Auskunfteien geben (auch Creditreform muss da intern trennen!), weil noch nicht zweimal gemahnt wurde. Also so gesehen kein Hindernis, die vielleicht 480 Euro berechtigte Forderung per Kredit zu zahlen.

Dann würde ich Inkasso einen Brief per Einschreiben+Rückschein schicken, indem ich die Zahlung an den Gläubiger erwähne und weitere Kosten bestreite.

Die werden weiter Drohbriefe schicken und ihre Fantasiekosten einzutreiben versuchen, da würde ich mich aber stur stellen - wahrscheinlich lassen sie es nach einiger Zeit sein. Sollten sie tatsächlich einen gerichtlichen Mahnbescheid schicken: genau lesen und ggü. Gericht widersprechen, sicher stellen, dass der Widerspruch angekommen ist (anrufen!). Muss unbedingt innerhalb 2 Wochen da sein.

Danke für die vielen Antworten. Ich werde mir die ganzen alten Schreiben nocheinmal ansehen und die Hauptforderung zuzüglich des Gesetzlichen Verzugszinses und angefallenen Mahngebüren an die Envia Überweisen. Denke ich werde es aber nicht auf einmal bezahlen können. Werde in einem Telefonat mit der Envia versuchen das ich die Hauptforderung zuzüglich den realen angefallenen Zusatzkosten, in 3 Monatsraten abbezahlen kann. Ich hoffe sie sind dann damit zufrieden.

Sehe ich keine guten Aussichten für, die haben das wahrscheinlich längst ans Inkasso abgegeben, einen Teilbetrag dafür erhalten und kümmern sich da nicht mehr drum. Versuchen kann man's, wird aber nicht viel bringen. Und Inkassos akzeptieren Ratenvereinbarungen meist nur mit horrenden Zusatzkosten, die man dabei vertraglich anerkennt.

Man hat leider keinen Anspruch auf Ratenzahlung. Daher würde ich es auf jeden Fall mit Dispo, Privatkredit o.ä. versuchen und den dann abzahlen.

@whiteTree

Allerdings würde ich mich nicht zu sehr unter Druck setzen. Das Inkasso musste davon ausgehen, dass die Forderung in der kurzen Frist, je nach Geschwindigkeit von Post und Überweisung und akuter Liquidität, gar nicht beglichen werden kann. Wie gesagt, die kurze Frist diente wohl vor allem der Überrumpelung und hat außerdem keinerlei Rechtskraft. Ein Inkasso ist keine Behörde, sondern nur ein gewerblicher Drohschreiber!

Allerdings konnte schon mit Eintritt des Verzugs ein gerichtl. Mahnverfahren eingeleitet werden, und das kann auch jetzt passieren. Wobei die Inkassos an einem schnellen Mahnverfahren kein so großes Interesse haben, so lange sie glauben, immer noch mehr Kosten heraus schinden zu können.

Deshalb würde ich mich, rein taktisch, noch nicht mit denen anlegen wg. Zusatzkosten, sondern (wenn überhaupt Kontakt) allenfalls signalisieren, dass man sich um Geld kümmert, ohne irgendwas verbindlich zu sagen.

Ich vermute also mal, dass noch locker die ganze nächste Woche Zeit ist, evtl. länger, um sich um Dispo zu kümmern, oder Alternativen wie Pfandleihhaus, von Bekannten was leihen o.ä. Wenn der Stromlieferant dann seine ganze Forderung samt eindeutig zustehenden Posten auf dem Konto hat, ist die Wahrscheinlichkeit von gerichtl. Mahnbescheid oder Klage deutlich geringer.

Auch bei gerichtlichem Mahnbescheid kann man noch 2 Wochen lang zahlen (das ist der Sinn davon!), man muss da aber ungerechtfertigte Kosten raussuchen, ihnen ggü. Gericht widersprechen (tut man das nicht, werden sie rechtsgültig!), und er verursacht selbst Kosten (Gericht + Anwalt).

100%ige Sicherheit gibt es leider nicht. Es kann im ungünstigsten Fall passieren, dass das Inkasso seine Gebührenforderung erfolgreich einklagt - unwahrscheinlich (zumindest in der Höhe), aber möglich.

@whiteTree

Erfolgreiche Klage expl wg vorgerichtlicher Inkassogebühren :

Mir ist kein einziger fall bekannt ( trotz 2008 er "Reform" ) wo dies erfolgreich durchgezogen wurde

@rainerendres

Ich hab's zur Sicherheit mal hingeschrieben, weil es wohl doch einige Urteile gab, wo Inkassogebühren "mit" anerkannt wurden, teils RVG-Äquivalente, in einzelnen Fällen aber auch höhere Kosten ohne RVG-Bezug.

Das soll natürlich keine Aufforderung sein, diesen Wucher direkt zu bezahlen, nur kann man halt nie ganz sicher sein... manche Richter winken bei schlechter Laune Inkassowucher durch, Abofallen-"Verträge" oder was auch immer, und man kann halt gerade einer von 1000 sein, der dieses Pech hat. Im großen und ganzen wird sich Nichtzahlen des Inkassowuchers aber lohnen.

Nebenher: Die Verjährung würde ich auch noch mal prüfen, gilt aber nur, wenn die Ursprungsforderung oder ein Teil davon von 2008 oder früher war, nicht für 2011!

Wenn, dann darf man darauf auf keinen Fall Teilzahlungen leisten, sonst macht man sich die Verjährung zunichte. Auch dann die Forderung keinesfalls anerkennen! Gerade bei solchen eigentlich nicht mehr eintreibbaren Forderungen sind die Inkassos sehr aggressiv und/oder versuchen Tricks, damit man sich die Verjährung zunichte macht (Teilzahlungen, Unterschriften...). Einrede der Verjährung muss man selbst aktiv stellen, also das Inkassobüro einmal anschreiben.

Eine derart imense Steigerung der Nebenkosten im Verhältnis zur Gesamtforderung ist Klärungsbedürftig, aber nicht gänzlich ausgeschlossen. Ich empfehle Dir, Kontakt zur Enviva aufzunehmen und mit denen erstmal zu klären, was die an Haupt- und Nebenforderungen gegen Dich haben. Wenn Du kannst, zahlst Du dann diesen Betrag an die Firma. Ein Schreiben von Creditreform hast Du nie erhalten. Du wolltest ja nur wissen, wann Du was zahlen musst.

Wie können - berechtigte - Nebenkosten in dieser Höhe entstehen? Ginge eigentlich nur, wenn weitere Beträge nicht bezahlt wurden, die mit der genannten Forderung nichts mehr zu tun haben.

Mit dem Inkasso zu telefonieren ist Unsinn, die machen nur Druck, immer alles sofort zu zahlen, egal, wie man die fehlende Berechtigung begründet.

Einen großen Wortlaut gibt es da nicht! Es steht in dem Brief...

"Sehr geehrter Herr XXXX, nachstehend teilen wir ihnen den zwischenzeitlichen Stand der Forderungen mit:

Hauptforderung: 632,13 Euro (waren Ursprünglich 443,27 Euro)
Nebenforderung verzinslich: 26,50Euro
Nebenforderung unverzinslich: 39,45 Euro
Zinsen (zzgl 0,09 Euro für jeden weiteren Tag) 129,60 Euro
Auslagen(§§280, 286 BGB) 74 Euro
Gesamtforderung: 901,68 Euro/ Teilzahlungen werden gemäß § 367 BGB Abs.1 verbucht. Wir fordern sie auf, die O.g. Zahlung bis zum 05.02.2012 auf eines unserer u. g. Konten einzuzahlen damit die Angelegenheit außergerichtlich erledigt werden kann. Nur dadurch ersparen sie sich weitere Kosten und Zinsen. Mit freundlichen grüßen Creditreform" Mehr steht da nicht! der Brief ist von keinem Unterschrieben und es steht da das er auch ohne Unterschrift gültig ist. Wie gesagt, ich habe von denen noch nichts bekommen und deshalb sind die Forderungen in meinen Augen mehr als ungerechtfertigt.

Die haben bestimmt auch nichts dagegen, wenn du die Rechnung Montag oder Dienstag bezahlst.

Aber in angemessener Höhe, nicht diesen Wucher! Die kurze Frist (auf einen Sonntag) dient offensichtlich nur dazu, ein Nachdenken über die Wucherkosten zu verhindern. Hätte, wenn überhaupt, nur eingehalten werden können, wenn die Forderung sofort überwiesen worden wäre.

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