Februar Lohn nicht bekommen?

3 Antworten

Nur weil du Aushilfe bist, brauchst du dir trotzdem nicht alles gefallen lassen. Gehe vors Arbeitsgericht und drohe den Besitzern des Ladens notfalls mit den Medien, wenn sie dir das Gehalt vom Februar 2020 + eine kleine Entschädigung nicht bezahlen.

Schlechtes Image ist für keine Firma gut, schon gar nicht für so einen kleinen Laden um die Ecke, wenn sich das im Ort herumspricht. ;)

Woher ich das weiß:Studium / Ausbildung

Habe ich mir eigentlich schon auch gedacht. Die Aushilfen wurden aber jetzt verwarnt, dass wenn sie dies machen mit einer Anzeige wegen Rufmord rechnen müssen wenn sie dies machen. XD

@Laurahqlq

Lass dich nicht einschüchtern. Sei ein Russe und kein Österreicher (Duckmäuser). ;)

Hast du der Firma denn bereits einen konkreten Termin genannt, bis wann sie zahlen soll? Hat sie diesen Termin verstreichen lassen, kannst du direkt zum Arbeitsgericht. Der Rechtspfleger wird dir bei der Klageformulierung helfen-

Das ist für dich kostenlos und du brauchst dafür auch KEINEN Anwalt.

Ich habe an die Personalabteilung eine Abmahnung geschrieben im April per Email. Ist die Abmahnung dann auch gültig oder ist es erst gültig wenn es postalisch gemacht wurde?

@Laurahqlq

Damit hast du verhindert, dass dein Anspruch verfällt. Die Lohnabrechnung musst du innerhalb von 3 Monaten anfechten.

Wie gesagt, das Arbeitsgericht ist zuständig, und es kostet nichts.

anrufen und nachfragen. nochmals mitteilen, dass du ohne den februar gehalt nicht kommen wirst. und mit der kündigung drohen.

Habe ich gestern gemacht die haben mich dann zurück angepöbelt und meinen dass ich nicht das Recht dazu hätte, nicht zur arbeit zu erscheinen.

@Laurahqlq

Befindet sich der Arbeitgeber mit den Lohn- und Gehaltszahlungen im Rückstand, kann der Arbeitnehmer das Recht haben, die Arbeitsleistung zu verweigern („Zurückbehaltungsrecht“). Der Arbeitnehmer sollte dem Arbeitgeber aber vor der Einstellung der Arbeitsleistung immer zunächst androhen, dass er von diesem Recht Gebrauch machen wird.

Grundsätzlich kein Recht zur Verweigerung der Arbeitsleistung hat der Arbeitnehmer allerdings in den folgenden Fällen:

  • der Lohnrückstand ist nur verhältnismäßig gering (weniger als eineinhalt bzw. zwei Monatsgehälter)
  • es ist zu erwarten, dass die Verzögerung der Lohnzahlung nur kurzfristig ist
  • dem Arbeitgeber kann durch die Arbeitsverweigerung ein unverhältnismäßig hoher Schaden entstehen
  • der Lohnanspruch des Arbeitnehmers ist gesichert
  • bei den Lohnforderungen handelt es sich um bloße Insolvenzforderungen

Verweigert der Arbeitnehmer zu Recht die Arbeit, darf der Arbeitgeber dieses Verhalten nicht sanktionieren. Insbesondere darf er das Arbeitsverhältnis nicht wegen der Arbeitsverweigerung kündigen.

Für die Zeit, in der der Arbeitnehmer zu Recht die Arbeit verweigert hat, kann er verlangen, so bezahlt zu werden, als hätte er gearbeitet.

Fazit: In deinem Fall ist eine Arbeitsverweigerung noch nicht rechtens. Aber ich würde knallhart mit dem Gericht drohen.

@Laurahqlq

Aber sie haben das Recht, den Lohn einzubehalten?

@Dea2019

Da muss man nicht drohen. Fristsetzung ist vollkommen ausreichend. Das Arbeitsgericht wird da sofort tätig, weil ja sonst zu befürchten ist, dass es die Firma vielleicht in einem halben Jahr gar nicht mehr gibt.

@Dea2019

Wieso ist es noch nicht rechtens die Arbeit zu verweigern? Mir fehlt ja der Lohn vom Februar.

@Laurahqlq

Steht doch da: Weil es weniger als 1,5 Moinatsgehälter sind. Und darauf spekuliert deine Firme, deswegen sind die so rotzig, dass du gefälligst zu arbeiten hättest.

Gehst du nicht hin, lieferst du eine Steilvorlage für fristlose Kündigung!

Geh hin... und zum Arbeitsgericht, wo du den Lohn einklagst. Dafür brauchst du keinen Anwalt, und kostenlos bis zur ersten (Güte) Verhandlung ist es für dich auch. Der Termin einer Güteverhandliung wird in 99% der Fälle binnen 14 Tagen nach Klageerhebung angesetzt und wenn du darauf bestehst in der Verhandlung, wird der Spruch auch rechtskräftig und damit vollstreckbar. Hab den Zirkus schon 2x durch... und habe jeweils bei rechtskraft vom Urteil den Kuckuckskleber losgeschickt.

Der hat dann die Firmenkonten gesperrt für die Vollstreckung... das hat den Firmen richtig weh getan.

@Dea2019

Genau so macht man das

@Dea2019

Vielen Dank. Ich werde morgen zum Arbeitsgericht gehen. Meine Firma ist sogar bereits in Insolvenz also wird es denen auch richtig weh tun 🤣. Darf ich auch fristlos kündigen jetzt? Also ist das ein guter Grund für eine Fristlose Kündigung? Und erhalte ich dann meinen ausstehenden Lohn nach der Kündigung ?

@Laurahqlq

Wenn die Firma bereits in der Insolvenz ist, musst du dich an die Arbeitsagentur wenden. Da kannst du dann Insolvenzgeld bekommen.

@Laurahqlq

Ich würde NICHT kündigen! Aber mir umgehend einen anderen Job suchen und dann fristgemäß kündigen.

Sicherheitshalber solltest du dich schon mal arbeitssuchend melden bei der AfA.

@Dea2019

Ich bin sozusagen NUR Aushilfe. Es ist also ein Nebenjob und ich gehe noch in die Schule und lebe bei meinen Eltern im Hause, somit habe ich den Job jetzt nicht dringend nötig aber vielen Dank für die Warnung. Ich werde dann morgen meine fristlose Kündigung los senden und dazu schreiben, dass ich meinen Lohn vom Februar ausgezahlt haben möchte. Hoffe ich kriege das noch wenn nicht gehe ich wie ihr gesagt habt zum Gericht. LG

@Laurahqlq

Du kündigst bitte fristgerecht und nicht fristlos!

Eine fristlose Kündigung durch den Arbeitnehmer ist nur unter bestimmten Voraussetzungen möglich. Dazu muss ein schwerwiegender Grund vorliegen und nachweisbar sein.

Der Gesetzgeber legt strenge Voraussetzungen und Fristen für eine fristlose Kündigung fest, an die sich Arbeitnehmer halten müssen.

  • Grund: Für die außerordentliche Kündigung durch den Arbeitnehmer muss ein schwerwiegender Kündigungsgrund vorliegen.
  • Frist: Sobald Arbeitnehmer Kenntnis vom Kündigungsgrund erlangt haben, muss die Kündigung innerhalb der gesetzlichen Kündigungsfrist von 2 Wochen erfolgen. (Das heisst, die Frist begann bei dir am 15.03., dem spätesten Lohnzahlungstermin für den Februarlohn, zu laufen und ist längst vorbei!)
  • Abmahnung: Bei schwerwiegenden Fällen wie tätlichen Übergriffen kann der Arbeitnehmer sofort der Arbeit fernbleiben und fristlos kündigen. In Fällen von z. B. ausbleibendem Gehalt muss er zunächst eine Abmahnung schreiben.
  • Formalitäten: Die Kündigung muss schriftlich erfolgen. Das Kündigungsschreiben muss die Daten von Arbeitnehmer und Arbeitgeber enthalten, mit einem Datum versehen sein, den Kündigungsgrund und etwaige Nachweise oder Zeugen angeben. Zudem muss es unterschrieben sein.
  • Sind die Voraussetzungen nicht erfüllt und die fristlose Kündigung erfolgt z. B. grundlos, ist sie unwirksam.

Auf deinen Fall bezogen: Die Frist hast du versäumt. Eine schriftliche (!) Abmahnung hast du nicht geschrieben.

Selbst wenn du die Abmahnung noch schreibst mit Fristsetzung... du hast gesetzlich 4 Wochen Kündigungsfrist zum Monatsletzten bzw 15. des Monats. Also kündige HEUTE schriftlich zum Ende Juni. Bis dahin gehst du auch noch arbeiten.

@Dea2019

Ich habe eine Abmahnung geschrieben sogar schon im März abgeschickt alles

@Laurahqlq

Eine Abmahnung kann per Post, Fax oder Email erfolgen, sogar mündlich. Nach dem alten Anwaltsgrundsatz „Wer schreibt, der bleibt“ sind mündliche Abmahnungenjedoch eher selten, da es hier tatsächlich ein Beweisproblem geben könnte, möglich sind sie jedoch durchaus.

@Laurahqlq

Trotzdem kannst du nicht mehr fristlos kündigen, weil du die Frist dafür versäumt hast.

@Dea2019

Schade dann kündige ich zum Ende Juni

@Laurahqlq

Auch als Aushilfe hast du Anspruch auf das Konkursausfallgeld. Und das musst du bei der Arbeitsagentur beantragen.

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