Extrem hohe Gas-Nachzahlung nach Anbieterwechsel

1 Antwort

Von hier aus ist es schwierig eine genaue Analyse der Vorgänge nachzuvollziehen. Ich will es dennoch mal versuchen:

Grundsätzliches erst mal vorne weg. - Allgemeine Vorgehensweise bei Gas- und bei Stromrechnungen:

  • Der Netzbetreiber liest ab und übermittelt diesen abgelesenen Zählerstand an den entsprechenden Lieferanten.
  • Der Lieferant, also Dein Energieversorger, ist gehalten innerhalb von 6 Wochen nach der Ablesung eine Rechnung zu erstellen und Dir zuzusenden. - Muß er aber nicht.
  • Das Energieversorgungsunternehmen (EVU) kann auch erst nach 12 Belierungsmonaten eine Rechnung schreiben, spätestens dann muß er. Dafür braucht er einen neuen aktuellen Zählerstand, den er meist durch die bekannte Karte abfragt und an den Netzbetreiber übermittelt. Der wiederum muß diese Ablesung auf Plausibilität prüfen und zur Rechnungserstellung freigeben. (Kontrollfunktion)
  • Generell gilt, liegt kein abgelesener Zählerstand vor, darf der Netzbetreiber schätzen, und dein EVU diesen Zählerstand in seinen Rechnungen verwenden.

Beim Gas haben wir das Problem das Hochrechnungen und Schätzungen nur schwierig zu erstellen sind, da der Verbrauch fast nur in den 6 Monaten der Heizperiode (Okt. - Mrz.) erfolgt, der Abschlag aber auf 11-12 Monate umgelegt wird.

Nun zu Deiner Frage. Aus meiner beruflichen Praxis hatte ich jetzt einen ähnlichen Fall. Folgendes kann bei Dir passiert sein:

  • Das letzte Jahr wurden falsch, also zu gering geschätzt. Zum Wechsel wurde wieder zu gering geschätzt. Das müßte also im Juli gewesen sein (8 Monate zurück).
  • Das du bei e-on trotz des extrem niedrigen Abschlages von nur 11 Eur keine Nachzahlung erhalten hast spricht dafür das die Einschätzung von e-on eher falsch war. In den Monaten März bis Juli, wird auch kaum Gas gebraucht.
  • Eon könnte zusätzlich immer den Rechnungszeitraum 12-Monate gewählt, und sich nicht an den Ablesungen der Hamburg-Netz-AG gehalten haben. Weshalb Du jetzt Deine Jahresrechnung unterjährig, also nach 8 Monaten erhältst.
  • Hier hast Du die volle Heizperiode. - Zitat: "Eon Rechnung Mitte des Jahres", und jetzt bereits im März.
  • Der Schlußzählerstand bei e-on und der Beginnzählerstand sind identisch und wurden vom Netzbetreiber übermittelt, auch wenn es eine Schätzung war. - Das bitte anhand der Schlußrechnung von e-on und der neuen Rechnung überprüfen! - Nach Deiner Frage, hört sich das so an, als wenn es da Abweichungen gäbe.


Du könntest dann um Rechnungskorrektur bitten, wenn Du einen abgelesenen Zählerstand zum Wechseldatum hast. Vorher würde ich Dir unbedingt empfehlen noch einmal nachzurechnen, denn Du müßtest dann einen Teil des Gases bei der e-on nachbezahlen, und dafür entsprechend weniger bei Deinem neuen Anbieter. Das Du Gas doppelt bezahlst ist unwahrscheinlich.

Abgesehen davon sind 1000 kWh zu wenig, für diesen Zeitraum sind 11.000 kWh für eine 33 qm Wohnung auch viel zu viel. Daher wird die Rechnung von eon, nach der Du auf 11 Eur heruntergestuft worden bist, auch schon nicht stimmen. Prüfe unbedingt die REchnungszeiträume und beachte die Heizperiode. Rechnungen kannst Du bis zu 3 Jahre rückwirkend korrigieren lassen. Der durchschnittliche Verbrauch einer Wohnung dieser größe sollte so bei ca. 3500 - 4000 kWh liegen. Abhängig vom Heizverhalten und der Isolierung und ob Du auch Warmwasser über die Heizung beziehst. Bei unter 3000 kWh würde ich skeptisch werden. Daraus errechnet sich ein realistischer Abschlag von ca 20 Eur/mtl.
Achte unbedingt darauf das Du immer eine Raumtemperatur von 17 °C nicht unterschreitest. Sonst kühlen die Wände zu sehr aus, und es besteht die Gefahr das Du ein Schimmelproblem bekommst.

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