erste Hilfe ablehnen

5 Antworten

Wenn der Patient voll geschäftsfähig ist kann er natürlich auch eine Behandlung ablehnen.

Man wird ihn vermutlich versuchen zu überreden, aber am Ende entscheidet er und nicht der Rettungsdienst. Sollte man aber derart schwer verletzt oder erkrankt sein, dass der Tod quasi unmittelbar bevorstehen würde, kann man sich in den seltensten Fällen noch gegen eine Behandlung aussprechen. Das lässt der Zustand einfach nicht zu. Grundsätzlich ist ein solcher Widerspruch aber möglich, ja.

Was eine entsprechende Verfügung angeht: Die Wird bei der Versorgung des patienten in der Regel gar nicht gefunden. Die taucht dann im Krankenhaus auf. "Draußen" ist man zu sehr beschäftigt der Person zu helfen, da werden nicht deren Habseligkeiten durchsucht.

Wenn man diese Anweisung aber auf einer silbernen Kette am Handgelenk trägt können sie sich sicher nicht rausreden die nicht beachtet zu haben. Allergische Reaktionen auf bestimmte Medikamente weren genau so den Notärzten mitgeteilt.

Und wenn da steht "Nicht retten" oder "Nicht Behandeln" ist das eindeutig. Ich würde zu gerne mal einen Fall sehen wo Notretter dann eine empfindliche Strafe erhalten. Das wäre ein Signal an alle anderen Notretter. So ein bisschen "Ansehenskorrektur" usw. würde ich aber auch bei jedem Notarzt durchführen von dem ich als Unbeteiligter erfahre dass er den Willen eines Sterbenden ignoriert. Da war mal eine Dokureihe über Notärzte, und so einer von einem Essener Krankenhaus (Marien...) drohte einer älteren Frau dass er sie zwangsweise mitnehmen würde, wenn sie weiter die Behandlung ablehnt. Evtl. wird deas ja noch mal wiederholt, dann lege ich eine Akte über den an.

Ist zwar nicht wirklich übertragbar, aber interessant zu wissen: Ein Behinderter verklagte den Arzt seiner Mutter WEIL ER LEBT, und gewann. Richtig so! Der Arzt zahlt dem nun bis an dessen Lebensende eine Rente. OK, zu erwähnen ist noch, dass der Arzt scheinbar ein Abtreibungsgegner ist, und früh genug davon wusste, es aber vor der Mutter verheimlichte, damit die nicht abtreibt.

Wenn ich als Bürger den Unfallort finde, und der sagt mir dass ich keine Retter holen soll, zählt dessen Wille vor dem vermeintlichen Willen des Staates. Idealerweise hat man eine Kamera dabei und bittet ihn das noch mal zu wiederholen. Klingt zwar für manchen Sensationsgeil, aber es geht dann um die Rechtssicherheit.

Evtl. wurde man ja beobachtet wie man den Unfallort betrat oder verließ.

In unserem Grundgesetz sind die Würde des Menschen und das Recht auf körperliche Unversehrtheit fest verankert. Das bedeutet auch, dass dich niemand gegen deinen erklärten Willen einer medizinischen Behandlung unterziehen darf. Prinzipiell kannst du somit auch Erste Hilfe bzw. Versorgung durch den Notarzt ablehnen. Dies kann mittels einer Patientenverfügung geschehen (die immer gilt, wenn du deinen Willen nicht mehr selber äußern kannst, egal, ob du durch den Unfall oder eine andere Erkrankung ohnmächtig geworden bist), oder, sofern du noch reden kannst, kannst du es dem Notarzt auch sagen. Solche Ablehnung von Behandlung ist üblich und kommt jeden Tag vor, allerdings selten bei Unfällen, wie ich gestehen muss. Das Problem bei Schwerverletzten nach Unfall: wenn sie so schwer verletzt sind, das ihr Leben bedroht ist, können gemeinhin Menschen in den seltensten Fällen noch sprechen, und selbst wenn, wird der Notarzt davon ausgehen, das sie durch Schock, Blutverlust und Trauma nicht zurechnungsfähig sind - die Ablehnung ist dann nichtig und der Arzt entscheidet selbst. An eine Verfügung müsste er sich zwar halten, aber kein Notarzt wird bei einem schweren Unfall nach einer solchen suchen. Am Unfallort geht es um Sekunden, da ist für sowas keine Zeit. Von daher kannst du nach einem Unfall Erste Hilfe zwar ablehnen, es wird aber wahrscheinlich nichts bringen. Was die meisten nicht wissen: es ist durchaus erlaubt, intensivmedizinische Maßnahmen zu beenden, wenn sie nicht erwünscht sind. Hast du eine Patientenverfügung hinterlegt, in der steht, das du auf gar keinen Fall intensivmedizinische Behandlung möchtest, wenn keine Chance auf völlige geistige Wiederherstellung besteht, kann die Therapie auch später im Krankenhaus noch eingestellt werden. Das ist keine Sterbehilfe und völlig zulässig. Wie gesagt ist im Bereich der Akutversorgung die Ablehnung aller Maßnahmen schwierig umzusetzen, wenn auch prinzipiell möglich.

Danke, für die ausführliche Antwort, die klärt alles. :)

So einfach ist das, die Ablehnung ist "Nichtig"? Auf welcher Basis? Die märchenhafte "Unzurechnungsfähigkeit"?

Dann sollte der Arzt aber auch Bedenken, dass ich ihn dann einfach vor Ort töten kann, ohne dafür belangt zu werden. Ich war ja "unzurechnungsfähig". Und glaubt mir, wenn ich wirklich nicht behandelt werden will, und der mich gegen meinen Willen versucht zu behandeln (oder seine weißen Gorillas Zwang anwenden lässt), mache ich von meinen Recht auf Notwehr gebrauch. Wenn nötig mit letaler Gewalt. Ich würde ihm auch ganz deutlich klar machen, dass wenn er gegen meinen Willen handelt ich die Adresse von ihm rauskriege, und ihn und seine Familie auf unbestimmte Zeit terrorisiere und seinem Ansehen und seiner Straflosigkeit (man kann ihm ja diverses Anhängen) schade. Evtl. wirkt das ja. Man muss nur dafür sorgen dass auch der Notarzt kein Interesse mehr hat einem zu helfen ;-) .

Man stelle sich zusätzlich (wenn jemand sterben will) die Situation vor, wenn die Person nicht krankenversichert ist. Das wäre doch moralisch Abstoßend, wenn jemand hinterher eine Rechnung über eine teure Behandlung erhält, obwohl er die ablehnt. UNd es ist auch KEIN Argument wenn der Arzt das fehlen einer KV als weiteres Indiz für Unzurechnungfähiges Ablehnen (wegen der Kosten) anführt.

Eine solche schriftliche Verfügung, wie Du sie ansprichst, wäre in der Tat die einzige Möglichkeit, um sicher zu gehen, dass Du an Ort und Stelle sterben dürftest.

Wenn Du nämlich einfach nur mündlich diesen Willen äusserst, musst Du davon ausgehen, dass er missachtet wird. Und zwar aus gutem Grund, den Du sicher einsehen kannst.

Die Ärzte und das Rettungsdienstpersonal setzen sich nämlich in ein sehr gefährliches Feld, wenn sie auf so einen daher gesagten Wunsch hin nicht handeln, um dich zu retten. Das kann ihnen als - volkstümlich gesagt, "Sterbehilfe" - ausgelegt werden, aber auch als bedingt vorsätzliche Tötungsdelikt, wie etwa Totschlag (!)

Ihre Aufgabe ist per Berufsdefinition, Dein Leben und Gesundheit zu retten. Zwar darfst Du darauf natürlich verzichten. Aber: es könnte auch sein, dass Du verwirrt, also nicht ganz klar im Kopf bist, und dann ist Dein "Wille" natürlich irrelevant.

Nach einer so traumatischen Einwirkung wie einem Unfall MUSS man davon ausgehen, dass Du verwirrt bist. Und für das Personal bleibt nun wirklich keine Zeit, Dich mal "in aller Ruhe" psychologisch zu untersuchen. Das ist auch klar, oder?

Der sichere Weg ist nur die Abfassung einer schriftliche Verfügung, und zwar im Beisein eines Notars, der gleich mit beurkundet, dass Du geistig klar bist, und auch für die richtige Formulierung sorgt.

Wenn der Wille nämlich alle möglichen Bedingungen enthält (z.B. dass man Dich sterben lassen soll, wenn Du "unrettbar" bist oä), muss wieder jeder, um auf Nummr Sicher zu gehen, stur am Programm 08/15 der Lebensrettung festhalten. Schliesslich kann niemand in dem Trubel und mit der kleinen mobilen Ausrüstung mal eben feststellen, ob Du nicht doch hättest geretett werden können.

Definitiv eine Sache, die Du nicht in einem Internetforum, sondern nur in einer ausführliche Beratung beim Notar klären kannst.

Kann man nicht. Der Notarzt ist verpflichtet zu helfen und Dein Leben auf alle Fälle zu erhalten. Deine Meinung ist zweitrangig. Nicht einmal im Krankenhaus,wenn Du im Sterben liegst, kannst Du bestimmen, dass Du sterben willst.

Du kannst eine Patientenverfügung beim Arzt erstellen. Solltest Du im Koma liegen und keine Rettung mehr möglich sein, kann in der Verfügung stehen, dass man lebensverlängernde Massnahme unterlassen soll. Die erste Hilfe aber, kannst Du nicht ablehnen.

Ok, mehr oder weniger schade. :/ Danke für die Antwort :)

@chris0301

Alles klar, danke, ich mach mich dies bezüglich mal schlau :)

Das ist falsch. Solange der Patient geschäftsfähig ist kann er über die Behandlung entscheiden.

ich glaube wenn du am boden liegst du "zerstückelt, verkrüppelt" bist denkt niemand daran erst mal in deine Brieftasche zu schauen wo irgendein Zettelchen rumschwirrt.. sei einfach froh, dass es solche Menschen gibt dir DIR helfen wollen

zerstückelt, verkrüppelt - ist ein bisschen unwürdig beschrieben ;)

Ja, ich wusste nicht, wie ich es besser formulieren soll. Das soll nicht heißen, dass ich hier öffentlich über "andere" Menschen herziehe o.Ä. Wenn man nach der Identität des Unfallopfers sucht, guckt man da ja als erstes nach, deswegen wäre das ein Platz für den Zettel

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