Erfahrung mit Inkasso

5 Antworten

Grundsätzlich sind Steuern und Gebühren immer zu erstatten. Ebenso Kosten die nicht entstehen, weil du die Reise nicht antrittst (z.B. Kraftstoff).

Ferner kann an Schadenersatz nur verlangt werden, was tatsächlich anfällt. Wenn also der Reiseveranstalter nachweisen kann, dass ihm durch das Storno die Möglichkeit genommen wurde den Platz anderweitig zu besetzen, bist du dem Grunde nach zum Schadenersatz verpflichtet. Der Höhe nach ist wieder streitbar.

Ferner gilt die Drohung mit dem Inkassobüro hier ggf. schon als strafbare Nötigung (§ 240 StGB), sofern du der Forderung eindeutig widersprochen hast. In dem Fall müsste Thomas Cook nun das gerichtliche Mahnverfahren einleiten oder dich auf Zahlung verklagen.

Daher würde ich mir dieses Urteil mal zu Gemüte führen

LG Frankfurt 2-24 S 152/13.

Ein Gang zur Verbraucherzentrale schadet nicht. Untersage die Weitergabe deiner Daten an die Schufa und Co. (§ 28a BDSG).

Wie hoch ist der Reisepreis?

Was steht im Vertrag zu den Stornokosten? Notfalls findest du die auch in den AGB des Reiseveranstalters. Thomas Cook ist nur Vermittler - die Stornokosten legt der eigentliche Veranstalter fest.

Wie setzen sich die 850 Euro zusammen? Da sind sicher unnötige Inkassogebühren drin, die du nicht zahlen brauchst.

Im Reiserecht kann zwar bei einer Stornierung ein Ersatz gefordert werden. Jedoch ist das der Höhe nach gestaffelt und hängt von der Zeit nach Vertragsschluss bzw. vor Reisebeginn ab. Nach 3 Tagen und bei längerer Zeit bis zum Reisebeginn ist es fraglich, ob Cook 850 Euro verlangen kann.

Die Gebührenklauseln in den AGB von Reiseveranstaltern sind oft rechtlich unwirksam. Das sollte alles geprüft werden.

Geh mal mit allen Unterlagen zu einer Verbraucherberatung. Die kostet 15 Euro, und die schreiben für Dich einen geeigneten Brief an Cook.

Die Gebühren in Bezug auf Stornierung oder Rücktritt sollten eigentlich im Vertrag stehen. Diesen hast Du doch und auch gelesen?

Leider nicht, die Reise hat meine Frau gebucht aber sie kann nicht sehr gut Deutsch...

@Vicentiu

Sie hat aber sicher Unterlagen mit heimgebracht, die Du dann lesen konntest. Wenn Deine Frau nicht so gut deutsch kann, solltest Du sie nicht mit solchen Dingen allein lassen.

Deine Frau hat laut BGB (§651 i) einen verbindlichen Vertrag abgeschlossen.

Anders, als z.B. bei Fernabsatzverträgen, gibt es hier keine Widerspruchsfrist.

Rücktrittspauschalen sind den AGBs des Reiseveranstalters aufgeführt.

Wenn deine Frau der deutschen Sprache nicht mächtig ist und einen solchen Vertrag ohne zu überlegen abgeschlossen hat, musst du leider in den "sauren Apfel" beißen und zahlen.

Stornokosten zahlen - ja - aber nicht in beliebiger Höhe und keine Inkassogebühren.

Rücktrittspauschalen sind den AGBs des Reiseveranstalters aufgeführt.

Heißt nicht, dass sie wirksam sind. In AGB steht viel Müll der vor Gericht durchfällt wie Dünnpfiff.

@kevin1905

Korrekt, aber wie HerrHoetlchen schon richtig sagt, gelten bei Reiseveranstaltungen, Hotelbuchungen u.ä. andere Spielregeln. Widerrufsrecht gibt es dort nicht.

Eine Stornogebühr wird man zahlen müssen. Wie hoch die sein darf, kommt vor allem drauf an, wie lange die Reise noch hin ist. Bei Last-Minute-Buchungen fällt das höher aus.

Details bekommt man da ggf. wirklich bei Verbraucherzentralen zu einem günstigen preis. Die schauen da drüber und antworten ggf. auch mal dem Reisebüro, was es da treibt.

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