erbt uneheliches, ungeborenes Kind bei Tod des Vaters?

5 Antworten

Nach § 1923 BGB Abs 2 gilt das Kind als vor dem Erbfall geboren. Demzufolge ist es gesetzlicher pflichtteilberechtigter Erbe.

Es kommt noch heftiger. Das Kind kann das Testament nach § 2079 BGB anfechten.

http://dejure.org/gesetze/BGB/2079.html

Die Wirkung einer erfolgreichen Anfechtung ist, das das Testament für ungültig erklärt wird. Unter Umständen nur mit Wirkung für das neue Kind.

Ob eine Anfechtung erfolgreich ist, hängt von dem Testament und dem Kenntnisstand des Erblassers zum Zeitpunkt der Erstellung des Testaments ab. Wußte er nichts von dem Kind, und finden sich auch keine Reglungen in Bezug auf neue unbekannte Kindern, dann ist eine Anfechtung erfolgversprechend.

Der erwachsene Sohn kann das Testtament auch anfechten. Allerding besteht für ihn noch die Gefahr einer nach § 2085 BGB nur teilweisen Unwirksamkeit des Testaments.

Trennungsjahr hat grad begonnen

Zu beachten wäre da noch der

http://dejure.org/gesetze/BGB/2077.html

Die rechtliche Frage wäre hier, ob das Kind als Härtefall für die Scheidung gilt.

@ichweisnix

ein kind ist kein grund für eine härtefallscheidung.

Das gezeugte, aber noch nicht geborene Kind ist erbberechtigt. Natürlich muß der Nachweis erbracht werden, daß das dieses Kind ein Abkömmling ist, Dazu braucht man doch nicht den leiblichen Vater exhumieren. Der bereits erwachsene Sohn kann dann zu diesem Test herangezogen werden, mittels DNA wird dann das verwandtschaftliche Verhältnis festgestellt. Aber erstmal muß das Kind geboren sein. Die Mutter des Kindes sollte sich vorsorglich schon mal mit einem Anwalt in Verbindung setzen, denn ein Pflichtteilanspruch besteht auf jeden Fall.

Ja.

Auch wenn die zivilrechtliche Rechtsfähigkeit eigentlich mit der Vollendung der Geburt (§ 1 BGB) beginnt, können ungeborene Kinder als Erben benannt werden oder sind unter zwei Voraussetzungen erbberechtigt:

  1. es war zum Zeitpunkt des Erbfalles bereits gezeugt und

  2. es wird später lebend geboren

Die Alleinerbin hat das auf das Kind entfallenden Pflichtteilsanspruch i. H. v. 1/8 des Reinnachlasses ihres Ehemannes der Kindsmutter am Tag der Geburt in Geld auszuzahlen.

HTH

G imager761

Danke, das hilft schonmal. Und ein Vaterschaftsnachweis muss nicht geliefert werden?

@Trudiluli

Anders herum: Wenn die Erbin den Glaubhaftmachungen der Kindsmutter misstraut und deren Pflichtteilsansprüche für ihr Kind nicht erfüllt, kommt es zu einer Stufenklage und einem Gerichtsbeschluss eines Vaterschaftstetst, bedeutet Exhumierung des Verstorbenen - da muss sie sich selbst fragen, ob sich der finanzielle und emotionale Aufwand lohnt.

@imager761

Wenn das Kind ein Junge wir, kann man auch einen Brudertest machen.

Ansonsten braucht man Proben beider Mütter und beider Kinder. Das wird dann aber deutlich kostenintensiver.

Hallo, ja, das ungeborene Kind ist erbberechtigt. Man muss warten, bis ein Vaterschaftsstest gemacht werden kann. Die Testamentsgeschichte muss auch warten oder per einstweiliger Verfügung verschoben werden.Gg

Es gibt unter Juristen einen Spruch, der da lautet “Erben werden nicht geboren, sondern gezeugt!”. Aber was heißt dies genau. Muss ein Erbe nicht bereits geboren sein?

Die Frage, ob man Erbe sein kann oder nicht ist nicht davon abhäng, ob man zum Zeitpunkt des Erbfalles bereits lebt oder nicht. Auch das ungeborene Kind kann Erbe sein, wenn.

1.es zum Zeitpunkt des Erbfalles bereits gezeugt war

2.es später lebend geboren wird

Liegen die Voraussetzungen vor, dann wird das ungeborene Kind so behandelt, als ob es zum Zeitpunkt des Erbfalles bereits auf der Welt war. Dies ist juristisch nicht ganz systemtreu, da ansonten – Stichwort Rechtsfähigkeit – immer auf die Geburt abgestellt wird.

http://www.anwalt-berlin-blog.de/2009/07/kann-ein-ungeborenes-kind-schon-erbe-sein/

Was möchtest Du wissen?