Erbschein beantragt, 3 Tage später Testament gefunden, was zu beachten?

3 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Grundsätzlich muss die Aufhebung des erteilten und Erteilung eines neuen Erbscheins betrieben werden. Am besten umgehend bei einem erbrechtlich versierten Anwalt beraten lassen. Internet-Ferndiagnosen sind eine sehr riskante Sache.

Danke, das hilft mir schonmal.

Und ja, ich werde die Antworten hier und sonst wo im Internet mit Vorsicht genießen.

Wieso zum Teufel sollte er hier einen Rechtsanwalt beauftragen und hunderte Euro ausgeben? Zudem ist ein Erbschein bisher nicht erteilt, sondern lediglich auf Grundlage der gesetzlichen Erbfolge beantragt.

@Ronox

Der Fragesteller schreibt selber etwas von einem Erbschein, der unterschrieben sei. Das klingt etwas wirr, aber gerade das ist für mich der Grund, professionelle Hilfe zu empfehlen. Ich weiß nicht, welche Informationen hier noch fehlen oder fragwürdig interpretiert wurden.

Mir ist Punkt zwei unklar: "Hat Testament / letzten Willen kurz vor Ihrem Tod festhalten lassen.". Mit welchem Inhalt? Bei einem Notar?

Dies bedurfte keiner handschritlichen Willenserklärung, solange ihr ausgedruckter Entwurf und das demnach notariell maschinengeschriebene Testament vor einem Notar ausgefertigt, von der Testierenden unterzeichnet und von ihm beurkundet wurde.

Ein derartig öffentliches Testament ginge einem handschriftlich aufgefundenen vor.

Andernfalls würde das Nachlassgericht nach Kenntnis des nunmehr eingereichten wirksamen Testament die erteilten Erbscheine einziehen und für ungültig erklären und das wirksame Testament eröffnen.

Bliebe noch eine Frage: Warum benötigt man dann Erbscheine, wenn man sich über die Erbquote und Verteilung der Nachlassgegenstände ebenso einig wäre wie auf eine gemeinsam erklärte Löschung der Konten?

Es dient der Rechtstellung im Außenverhältnis, etwa für Kündigungen, nicht der Nachlassteilung im Innenverhältnis der Erben.

G imager761

Das ungültige Testament ist nicht notariell. Es ist einfach ein privat erstelltes ausgedrucktes Schriftstück mit Unterschrift.

Du hast keinen Erbschein unterschrieben, sondern einen Erbscheinsantrag. Dem Antrag lag die gesetzliche Erbfolge zu Grunde, welche nach dem aufgetauchten Testament wohl nicht mehr greift. Der Antrag ist daher entsprechend abzuändern.

Was möchtest Du wissen?