Erbrecht -(Abstandszahlung) - Pauschalleistung an einen späteren Erben

3 Antworten

Ein Anspruch auf vorzeitiges Erbe besteht grundsätzlich nicht. Es ist nur möglich deinerseits auf das Erbe zu verzichten. Das wäre für dich natürlich nur sinnvoll, wenn du etwas im Gegenzug dafür erhällts. Irgendeinen Rechtsanspruch hast du, solange der Erblasser lebt jedenfalls nicht.

In dem Fall meines Bekannten wurde er mit einer Einmaligen Summe (ausbezahlt) und musste unterzeichnen nie wieder einen Anspruch geltend zu machen. Ist das möglich?

Nur wenn der Erblasser und der potentielle Erbe das so will.

Er ist durchaus dazu in der Lage mir selbst nach dem Tode noch Ärger und Gemeinheiten zu bereiten.

Schön, dann wird er dir in diesen Punkt auch kaum entgegenkommen. Ich würde das Thema Erbe beim ihm überhaupt nicht ansprechen, das einzige was du kannst ist her schlafende Hunde zu wecken. Wenn er nichts macht, bist du automatisch Erbe. Und wenn er dich per Testament enterbt, hast du einen Pflichtteilsanspruch. Allerdings kann er den dadurch reduzieren, das er sein Geld lebzeitig verschenkt. Allerdings gibt es dann einen Zusatzpflichtteil. Dieser Reduziert sich aber pro Jahr zwischen Schenkung und Erbfall um 10%.

Er ist durchaus dazu in der Lage mir selbst nach dem Tode noch Ärger und Gemeinheiten zu bereiten.

Genau das ist der Sinn eines Testamentes, mit seinen letzten Willen eine Abrechnung mit all den erwartungsvollen gesetzliche Erben vollziehen zu können :-)

[...] die Möglichkeit gäbe, sich seinen Erbteil bzw. eine sogenannte Abstandzahlung bereits vor dem Ableben des Erblassers auszahlen zu lassen.

Möglich, aber weder durchsetzbar noch wahrscheinlich - dieser "Vertrag" braucht zwei :-)

Ein Erbverzicht müßte in notarieller Form beurkundet werden.

Da dir als gesetzlichem Erben (Kind) grds. ein Pflichtteilsanspruch zusteht, würdest du den natürlich nur gegen Auszahlung einer Summe unterschreiben wollen. Dein Vater aber nicht.

Denn genau hier liegt das Problem:

Kann sein, dass dein Vater nicht im Traum daran denkt, dir lebzetig überhaupt Geld zu geben - dein Verhalten ("Erzeuger", "psychischer Terror", "viele Gemeinheiten", "Kontakt entgültig abbrechen") gibt ihm nun nicht gerade den geringsten Anlass, dich zu "belohnen" :-O

Er mag und wird das Geld da doch lieber für seinen Lebensabend selbst verwenden, vorausschauend an erhebliche Kosten für Auto, Hausreparatur oder seine Pflegekosten denken oder schlicht sein Vermögen genau in der von dir befürchteten Weise allen anderen, nur nicht dir, zukommen lassen wollen.

Lebzeitige Schenkungen, Kreditverträge mit Erbberechtigten, Vermächtnisse, Auflagen usw. sind probate Mittel, jemanden vom seinem Nachlass fernzuhalten und den Reinnachlass so klein zu halten, daß dein Pflichtteilsanspruch gegen die Erben unerfüllt bleibt: wo nichts mehr ist, kannst du auch keinen Anteil daran mehr fordern :-(

Außerdem ist ja nicht absehbar, ob dein Verhalten zu einer Erbunwürdigkeit führt, etwa durch Versagung von Elternunterhalt, Mobbing gegen Lebenspartner, Drohung und Erpressung, etwa mit diesem Erbverzicht :-O

Fazit: Du kannst keinen Erbverzicht beanspruchen, er muß übereinstimmend von Erblasser und gesetzlichen Erben gewünscht und dann erklärt werden. Dein Vater wird den Vertrag bestimmt nicht unterschreiben, wenn du dafür eine Abfindung verlangst :-O

Dennoch: es wäre nur konsequent von dir, wenn du mit dem Bruch auch einen Verzicht auf dessen Nachlass erklärst. Wer den Menschen nicht braucht, braucht er sein Geld?

G imager761

Wenn dein Vater damit einverstanden ist, geht das natuerlich. Ohne dessen Einverstaendnis geht hingegen gar nix. Schliesslich hast du zu dessen Lebzeiten ja noch gar keinen Erbanspruch. Der entsteht erst mit dessen Tod.

Was möchtest Du wissen?