Erbe will Erlös eines längst verkauften Hauses, obwohl das Geld vom Erblasser ausgegeben wurde?

5 Antworten

Das Testament sagt, dass alles was der Verstorbene hinterlassen hat, seine Freundin haben soll.

Da der Sohn pflichtteilsberechtigt ist udn einziger gesetzlicher Eerbe wäre, muss die Alleinerbin 1/2 des erhaltenen Erbes in Geld auszahlen.

Aber natürlich nur 1/2 von dem was sie durch die Erbschaft bekommen hat.

Was der Verstorbene in den letzten Jahren (auch gemeinsam mit der Freundin) ausgegeben hat, ist weg.

Einzige Ausnahme, wenn die Freundin größere Geschenke bekommen hätte, die über die Weihnachts-, Geburtstags- usw. Geschenke hinausgehen, die würden dem Erbe zugerechnet udn einen "Pflichtteilsergänzungsanspruch auslösen.

1. Das "vorige" Testament ist durch das später zugunsten ihrer SchwiMu errichtete unwirksam und gegenstandslos geworden. Ansprüche darauskann der Sohn nicht geltend machen.

2.Unter der Voraussetzung, dass das Testament zugunsten ihrer SchwiMu formal wirksam abgefasst wurde (eigenhändig oder notariell beurkundet) und der Erblasser bei Abfassung voll geschäftsfähig war, ewirbt die SchwiMu das gesamte Vermögen des Erblassers, das z.Zt. des Erbfalles vorhanden war. Der Sohn hat auch insoweit keinen Anspruch auf Teilhabe am Nachlass. Aber:

3.Er hat als Sohn Anspruch auf den Pflichtteil in Geld. Da er bei gesetzlicher Erbfolge Alleinerbe des Erblassers geworden wäre, beläuft sich sein Pflicht-teilsanspruch auf 1/2 des Nachlasswertes, allerdings in Geld, nicht etwa durch hälftige Beteiligung am Nachlassvermögen. Wenn zwei Söhne vorhanden sind, kann jeder 1/4 verlangen.

4.Soweit der Erblasser während 10 Jahren vor dem Erbfall Schenkungen aus seinem Vermögen gemacht hat (ausgenommen Geschenke alltäglicher Art), ist deren Wert für die Berechnung des Pflichtteils fiktiv dem Nachlass hinzu-zurechnen. Der Hinzurechungsbetrag schmilzt jedoch jährlich um 10% ab. Das heisst z.B. dass Schenkungen vor 5 Jahren nur noch zu 50%, vor 9 Jahren nur noch zu 10% dem Nachlass zuzurechnen sind.

5. Hier geht es aber m.E. nicht um Schenkungen; denn er hat den Erlös aus dem Hausverkauf ja offenbar nicht etwa an ihre SchwiMu verschenkt, sondern verbraucht (wennauch zugleich mit ihr). Eine Zurechnung des damaligen Hauserlöses zum Nachlass kann der Sohn daher nicht verlangen. Er ist darauf beschränkt, innerhalb von drei Jahren nach dem Erbfall den Pflichtteil zu verlangen, der sich aus dem tatsächlichen Wert des Nachlasses bei Erbfall ergibt.


Kann von der Erbin ein über das Verzeichnis der Erbmasse hinausgehende Auskunft über den Verbleib des Geldes verlangt werden?

Um Schenkungen über den alltäglichen Rahmen hinaus, handelt es sich meines Wissens nach nicht


@impy01

Die Auskunftspflicht des Erben ist in § 2314 BGB geregelt. Lesen Sie diese Bestimmung nach. Der Pflichtteilsberechtigte kann ein Nachlassverzeichnis verlangen, das z.B. durch einen Notar erstellt wird. Auch eine eidesstattliche Versicherung (mit Strafbewehrung !) über die Vollständigkeit und Richtigkeit des Verzeichnisses könnte vom Erben durchgesetzt werden.  Ihre SchwiMu sollte sich schon darauf einstellen, eine Erklärung dazu abzugeben (soweit sie dazu imstande ist), dass ihr LG den Erlös einer Immobilie innerhalb 6 Jahren verbraucht hat (es sei denn, die Immobilie war z.B. nur 50 oder 100.000 € wert, die man in der Tat innerhalb dieser Zeit verbrauchen könnte !

@sergius

Vielen Dank für die Infos! Der Erlös war unter 100.000 €

Der Sohn kann nur erben, was zum Erben da ist.

Niemand ist verpflichtet, zu Lebzeiten auf sein Eigentum zu verzichten, nur weil er mal ein Testament gemacht hat.

Welches Haus will er denn erben, wenn es gar keines gibt? Lebende Personen werden nicht beerbt. Von Verstorbenen gibt es nur den Nachlass zu erben, nicht, was er vor Jahren besessen hat.

Der Sohn kann getrost ignoriert werden.

Das sehe ich genau so, aber ich brauche was "handfestes" um meine Schwigermama zu beruhigen...

@impy01

Dazu kann es gar keine Urteile geben, denn "Erbe" ist ja schon so definiert, dass es um den Nachlass geht, nachdem jemand gestorben ist. Es kann per Definitionem nur vererbt werden, was nach dem Ableben als Nachlass da ist.

@landregen

Allenfalls kann als Grundlage §1922 BGB genannt werden:
(1)
Mit dem Tode einer Person (Erbfall) geht deren Vermögen (Erbschaft) als
Ganzes auf eine oder mehrere andere Personen (Erben) über.


(2) Auf den Anteil eines Miterben (Erbteil) finden die sich auf die Erbschaft beziehenden Vorschriften Anwendung.


Also "mit dem Tode" geht das Vermögen des Verstorbenen an die Erben über. Was ist das Vermögen? Das, was zum Zeitpunkt des Todes vorhanden war.


@landregen

Vielen Dank für den §

Sofern kein Jurist begründete Einwände hatte, könnte man im übertragenen Sinne das "Kölsche Grundgesetz" betrachten:

Kölsches Grundgesetz

Artikel 4

Jammere den Dingen nicht nach.

Wat fott es, es fott!

wo nix ist, kann auch nix geholt werden.

der Erblasser hat zu Lebzeiten das Haus verkauft und das Geld verprasst. Hat der Junior leider das Nachsehen

Wenn hätte er nur Anspruch auf ein Pflichtteil, da das 2. Testament vorrangig ist und Junior nicht erwähnt wurde.

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