Erbe ausschlagen/Mietkosten

9 Antworten

Dann darfst Du aber auch den Mietgegenstand nicht betreten und nicht einmal ein Hemd oder ein Bild oder etwas aus dem Kühlschrank mitnehmen, klaro?

Das Mietverhältnis endet Sofort zum ende des Monats. Das ist Risiko des Vermieters. Es sei denn die Erben wollen verlängern, um die Sachen zu holen. Das Erbe ablehnen, kannst Du nur ein Paar Wochen.

Das Erbe ablehnen, kannst Du nur ein Paar Wochen

Um genau zu sein, sind es 6 Wochen.

Das Mietverhältnis endet Sofort zum ende des Monats. Das ist Risiko des Vermieters. Es sei denn die Erben wollen verlängern, um die Sachen zu holen.

Das stimmt so nicht. Ich verweise auf §§ 563, 564 BGB.

Das Mietverhältnis endet Sofort zum ende des Monats

Falsch.

Das Mietverhältnis endet Sofort zum ende des Monats

Wo steht das? Wäre mir neu.

Das Mietverhältnis endet Sofort zum ende des Monats.

OMG, wo nimmst du nur diesen hahnbüchenden Unsinn her? Hast du dir mal überlegt, woher die Erbfallschulden und Nachlassverbindlichkeiten kommen, wenn dein Blödsinn wahr wäre?
Mit dem Tod des Mieters enden weder sein Mietvertrag, Playboy-Abo, Kfz-Versicherung noch Haushypothek. Sie gehen vielmehr auf die rechtsnachfolgenden Erben über, bis sie durch Kündigung beendet werden.

Seit wann gilt das denn in Deutschland?

§ 564 BGB. Falls der Vermieter Dich als Sohn Deiner Mutter kennt, darf er davon ausgehen, dass Du auch Erbe bist.

Innerhalb eines Monats nach Kenntnis vom Ableben Deiner Mutter hast Du auch als Erbe die Möglichkeit zur normalen fristgerechten Kündigung.

Selbst wenn Du anfangs nicht weißt, ob Du das Erbe annimmst, solltest Du sofort fristgerecht kündigen, wenn Du sicher bist, dass Du die Wohnung nicht haben willst.

Ob Du das Erbe annehmen kannst/willst, stellt sich u. U. erst später heraus. Du kannst also auch später noch das Erbe ausschlagen und den Vermieter davon in Kenntnis setzen. Bis dahin evt. geleistete Zahlungen hätter Dir dann zurück zu erstatten.

Was Deine Mutter vererbt hätte und mit der Wohnung in Verbindung steht, gehört dann zu allererst dem Vermieter.

Er kann also die Kaution behalten, die er dann wohl auch dringend braucht und er kann das verbliebene Hab und Gut nach seiner Wahl verwerten, verschenken oder entsorgen.

Auch wenn es unlogisch erscheinen mag, durch den Tod des Mieters erlischt der Vertrag nicht. Er müsste durch die Erben unter Einhaltung der normalen Kündigungsfrist gekündigt werden (§§ 573 Abs. 1, 580 BGB).

Er müsste durch die Erben unter Einhaltung der normalen Kündigungsfrist gekündigt werden (§§ 573 Abs. 1, 580 BGB).

Falsch: Dazu müsste der Mietvertrg erst einmal auf sie übergegangen sein. Vielmehr können die Eintrittsberechtigten ebenso Mietschulden des verstorbenen Mieters durch einfache Erklärung abwenden wie die Erben durch Erbausschlagung: §§ 563 f. BGB :-)

Bin ich im Falle des Ablebens meiner Mutter verpflichtet die Mietzahlungen und Nebenkosten zu zahlen, auch wenn ich das Erbe ablehne?

Das kommt darauf an:

Lebst du als Kind in dem gemeinsamen Haushalt der verstorbenen Mieterin, erfolgte trotz deiner Erbausschlagung dein Eintritt gem. § 536 II BGB in das Mietverhältnis automatisch kraft Gesetzes, also unabhängig davon, ob du dies überhaupt willst oder damit einverstanden bist.

Würdest du gem. § 536 III BGB "innerhalb eines Monats, nachdem (...) vom Tod des Mieters Kenntnis erlangt" wurde dem VM erklären, nicht eingetreten zu sein, gilt der Eintritt rückwirkend als nicht erfolgt.

Mit der Folge, das du einfach gehst, ohne Räumung, Renovierung oder rückständige Miete für den Sterbemonat zahlen zu müssen.

Hättest du diese Frist versäumt, kannst du den "übernommenen" Mietvertrag nur ordentlich mit Dreimonatsfrist gem. § 573c I BGB kündigen und schuldest bis dahin alle Mietvertragspflichten, ob du dort wohnen bliebest oder nicht.

Lebst du nicht in der Wohnung, und treten keine anderen Personen in das Mietverhältnis ein, wäre es mit dir als (einem der) Erben fortgesetzt, § 564 BGB.

Erfolgte fristgerecht, d. h. innerhalb von 6 Wochen nach Kenntnis des Erbfalls eine formale, d. h. notariell beurkundet oder persönlich beim Nachlassgericht zu Protokoll gebene Erbschausschlagung, wärst du aus Haftung entlassen.

Denn damit gilst du im Sinne des § 1953 BGB in der Rückschau als nicht vorhanden gewesen :-)

Eine Verzichtserklärung per Post reicht dafür jedoch nicht, sie wäre unwirksam erklärt.

Alles klar?

G imager761

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