Engagement wird nicht geschätzt - Aufhören?!

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Es geht hier nicht, wie die bisherigen Antworter fälschlicherweise anzunehmen scheinen, um eine Vergütung für die ehrenamtliche Tätigkeit, sondern um eine Aufwandsentschädigung, also den Ersatz von Kosten, die dem Betroffene zur Erfüllung seines Auftrages entstanden sind.

Das ist ein gewaltiger Unterschied, wenn er auch gerne verwischt wird (z.B. werden Zahlungen, die tatsächlich eine Vergütung sind, als "Aufwandsentschädigung" bezeichnet, damit sie kein Einkommen und damit nicht steuer- und abgabenpflichtig sind).

Auf eine echte Aufwandsentschädigung, also auf den Ersatz tatsächlich entstandener und zur Erfüllung des Auftrages erforderlicher Kosten aber hat ein Beauftragter grundsätzlich einen gesetzlichen Anspruch. Dieser ergibt sich aus § 670 BGB:

§ 670 Ersatz von Aufwendungen
Macht der Beauftragte zum Zwecke der Ausführung des Auftrags Aufwendungen, die er den Umständen nach für erforderlich halten darf, so ist der Auftraggeber zum Ersatz verpflichtet.

Auftraggeber ist der Verein, Beauftragter ist z.B. jedes Vorstandsmitglied, denn es wird vom Verein mit der Vertretung und der Geschäftsführung des Vereines beauftragt.

Dass diese Vorschrift grundsätzlich auch auf die Geschäftsführung des Vorstandes eines Vereines anzuwenden ist, ergibt sich direkt aus § 27 BGB:

§ 27 Bestellung und Geschäftsführung des Vorstands
(...) (3) Auf die Geschäftsführung des Vorstands finden die für den Auftrag geltenden Vorschriften der §§ 664 bis 670 entsprechende Anwendung.

Der Verein ist also grundsätzlich (auf Antrag) zum Ersatz von Kosten gesetzlich verpflichtet, die seinen Vorstandsmitgliedern bei der Erfüllung ihrer gesetzlichen bzw. satzungsmäßigen Aufgaben entstehen. Dieser Anspruch ist natürlich auch einklagbar.

Allerdings gehört der § 27 Abs. 3 zu den sogenannten nachgiebigen Vorschriften (siehe § 40 BGB), das sind solche, die insoweit keine Anwendung finden, als die Satzung ausdrücklich etwas anderes bestimmt. Wenn also die Satzung eine Bestimmung enthält, die die Anwendung des § 670 BGB ausschließt, dann hat man keinen Anspruch auf Kostenersatz. Allerdings kann ich mich nicht entsinnen, in irgendeiner Satzung jemals eine solche Vorschrift gesehen zu haben.

Prima, dass es für alles Paragraphen gibt.

Aber wenn man einig darüber ist, dass man kein Kilometergeld, keine Druckkosten, u. ä. zahlt, darf man sich auch daran halten, und muss nicht über das BGB auf Ersatz pochen.

Kann man natürlich allgemein so machen - jedem, der für den Verein ehrenamtlich tätig ist, die entstanden Kosten auf den Cent ersetzen. Dann darf sich aber auch niemand beschweren, wenn man dann die Mitgliedsbeiträge gewaltig erhöht - denn das dürfte man laut Gesetz ja auch, sofern man in der Mitgliederversammlung seine Mehrheit findet.

Ich denke, du solltest da auf deinen Bauch hören. Auch wenn du deinen Verein in die Pflicht nehmen und das Geld einfordern kannst, bleibt die Frage, ob du dich da noch wohlfühlst. Viele Vereine sind sehr glücklich über ehrenamtliche Mitarbeiter und lassen sie auch spüren, wie wertvoll sie für den Verein sind. Es gibt bestimmt noch andere Vereine in deiner Umgebung, also könntest du zumindest darüber nachdenken, zu wechseln und für jemanden zu arbeiten, der deine Leistung mehr anerkennt. Trotzdem solltest du zu allererst mit deinem Verein sprechen und klar sagen, was dich stört- das ist nur fair, denn so gibst du ihnen die Chance, etwas zu ändern.

Ehrenamt heiß Ehrenamt. da gibt es nix an Vergütung , wie auch immer. An 10 € würde ich jetzt nicht scheitern und alles hin schmeißen. Aber ich würde schon mal klar und deutlich ein paar Worte an den Vorstand richten.

da gibt es nix an Vergütung

Es geht vorliegend nicht um eine Vergütung, sondern um den Ersatz von Kosten, die bei der Erfüllung des Auftrages entstanden sind und dazu erforderlich waren.

Auf diesen Kostenersatz hat der Beauftragte grundsätzlich, also sofern die Satzung nicht ausdrücklich etwas anderes bestimmt, einen gesetzlichen Anspruch.

Wenn du Geld sehen willst dann darfst du nicht EHRENAMTLICH arbeiten!

Auch ein ehrenamtlich (also ohne Anspruch auf eine Vergütung) arbeitendes Vorstandsmitglied hat grundsätzlich, also sofern die Satzung nicht ausdrücklich etwas anderes bestimmt, einen gesetzlichen Anspruch auf den Ersatz von entstanden und zur Erfüllung seines Auftrags erforderlichen Kosten.

Auch hier gilt: Entschädigung nicht mit Vergütung verwechseln!

Ich würde nicht wegen 10€ weinen. Nachher kommt jeder und will seine 2€ Busfahrt bezahlt haben.

... worauf derjenige tatsächlich einen gesetzlichen Anspruch hätte, sofern diese Busfahrt im Zusammenhang mit der Erfüllung eines Auftrages des Vereines erforderlich gewesen ist.

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