Einkommensteuer Vermietung und Verpachtung/Sonderbetriebsvermögen?

4 Antworten

§ 15 (1) Nr. 2 EStG - Einkünfte aus Gewerbebetrieb

die Gewinnanteile der Gesellschafter einer Offenen Handelsgesellschaft, einer Kommanditgesellschaft und einer anderen Gesellschaft, bei der der Gesellschafter als Unternehmer (Mitunternehmer) des Betriebs anzusehen ist, und die Vergütungen, die der Gesellschafter von der Gesellschaft für seine Tätigkeit im Dienst der Gesellschaft oder für die Hingabe von Darlehen oder für die Überlassung von Wirtschaftsgütern bezogen hat.

Hallo DerSchopenhauer,

Danke erst einmal für deine rasche Antwort. Dieser Paragraph ist mir bekannt. Jedoch warum wendet man ihn auf Z an ? Ich sehe keine Mitunternehmerstellung, er ist ja nicht einmal im Unternehmen tätig, sondern vermietet privat lediglich sein Gebäude wo er Anteile hat. Bei Fällen wo beide Hauseigentümer je 50% haben und der eine Unternehmer ist und das Haus an dieses Unternehmen vermietet wird bezieht der eine Unternehmer einkünfte Aus Gewerbebetrieb und der eine andere ganz normal aus Vermietung und Verpachtung. Nur jetzt heitßt es aufeinmal Paragraph 15 und ich frage mich WIESO.

@robste

Sorry ich hatte die %-Aufteilung 50/50 der OHG überlesen.

Ich bin auch Deiner Meinung, daß Z dann keine Einkünfte aus Gewerbebetrieb hat, weil er nicht Gesellschafter ist.

D. h. das Grundstück fällt nur zu 90% in das Sonderbetriebsvermögen. Damit sind es bei Z Einkünfte aus § 21.

Die Lösung ist fehlerhaft (dies ist nicht selten anzutreffen).

@DerSchopenhauer

Ich habe noch gefunden:

Zum notwendigen Sonderbetriebsvermögen einer Personengesellschaft sind die den Gesellschaftern zustehenden Anteile an einem Grundstück zu rechnen, das der Personengesellschaft dient, sich aber im Eigentum einer Gesamthandsgemeinschaft (z.B. Erbengemeinschaft) befindet, an der auch Nichtgesellschafter beteiligt sind (>BFH vom 18.3.1958 - BStBl III S. 262).

Also: für mich eindeutig: Z = § 21

@DerSchopenhauer

Also ich hab die Lösung jetzt verstanden. Es handelt sich um eine Betriebsaufspaltung. Laut einem BFH Urteil werden die Einkünfte umqualifiziert auch wenn die "Gesellschafter des Besitzunternehmen ( hier X,Y und Z) nicht alle Gesellschafter des Betriebsunternehmen sind hier Z. Die Einkünfte werden dann somit zu Einkünften aus Gewerbebetieb.

Nachzulesen hier in diesem Link unter Punkt 5.1 Einkünftequalifizierung

https://www.smartsteuer.de/portal/lexikon/B/Betriebsaufspaltung.html#D063017600015

@robste

Nun gut...

Betriebsaufspaltung ist es glaub ich nicht, siehe mal in den Richtlinien des Einkommensteuerrechts

noch zusätzlich: zum Kapitalkonto gehört auch die Ergänzungsbilanz (z.B. wenn ich einen Kommanditanteil erwerbe und ich mehr bezahlt hab als der Buchwert wert ist

woher kommt das nun wieder? Anschaffungskostenprinzip aus §6 EStG und auch aus dem Bewertungsgesetz, wo man eigentlich rauslesen kann dass ein Kommanditanteil an einer Personengesellschaft anteilige Wirtschaftsgüter sind (also ein Anteil am Gesamthandsvermögen)

man muss nur manchmal im richtigen Gesetz schauen dann braucht man keine Gerichtsurteile und Richtlinien und Erlassae

der Begriff des Betriebsvermögens und Sonderbetriebsvermögens ist im Bewertungsgesetz definiert und Bedarf eigentlich keiner Richtlinien

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