Einige Fragen zu Kalkulatorischen Kosten

2 Antworten

In die Betriebsbuchführung gehen Kosten ein, das sind solche Aufwendungen, die eindeutig dem Betriebszweck zuzuordnen sind. Das sind etwa Grundkosten, etwa Gehälter, Aufwand für Büromaterial usw. Ferner gehen die Anderskosten ein, etwa kalkulatorische Abschreibung oder kalkulatorische Zinsen (Damit ist deine letzte Frage beantwortet). Sie heißen so, weil sie mit einem anderen Betrag in die Betriebsbuchführung (Kosten- und Leistungsrechnung) eingehen als in die Geschäftsbuchführung (also GuV) Das zu deiner vorletzten Frage. Der Satz, den du da zitiert hast, stimmt.

Unternehmungsbezogene Aufwendungen und Erträge sind betriebsfremd, gehören also nicht in die Betriebsbuchführung. Beispiele: Reparaturaufwand für ein vermietetes Haus, das geschäftlich nicht genutzt wird. Oder Verlusten oder Gewinne aus Wertpapiergeschiäften.

Die Kosten- und Leistungsrechnung ist Grundlage der Preiskalkulation. Da wird es komisch, wenn Maschinen degressiv abgeschrieben werden oder nur noch einen Erinnerungswert haben.

Andere "Kosten" wie die Verzinsung des Eigenkapitals können gar nicht vereinbart werden. Doch das Risiko und die gegenüber anderen Anlagen entgangenen Zinsen will der Unternehmer ja vergütet haben.

Auch andere Risiken sollte man insbesondere für ein neues Produkt beachten. Gewährleistungen waren/sind vielleicht noch gar nicht im Unternehmen angekommen, doch in den Preis sollten sie Einzug halten.

Dabei haben Erträge, die nichts mit dem Unternehmenszweck zu tun haben, auch nichts zu suchen. Hält das Unternehmen hohe Bestände an liquiden Mitteln, dann beeinflussen die Erträge daraus ja nicht die Rentabilität des Betriebes.

Auch bei der Offenlegung von stillen Reserven, die kann man ja nicht dem laufenden Ergebnis zurechnen. Sie sind selten und haben häufig ebenfalls nichts mit der Leistungserstellung zu tun. Man wird vielleicht für die Zukunft überlegen, ob eine Berücksichtigung der kalkulatorischen Afa anders stattfinden soll. Wobei ohnehin die Reserven sich auf die handels- oder steuerrechtliche AfA beziehen. Und mit der kalkulatorischen AfA überhaupt keinen Bezug haben.

Auch bei einer zu hohen Berücksichtigung von Aufwendungen in der Kalkulation gibt es zwar gelegentlich Streit insbesondere der Energieversorger mit ihren Kunden. Darüber hinaus wird dieser Gewinn ja akzeptiert.

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