Eigentumswohnung gekauft, jetzt vor Einzug bessere gefunden, was tun?

5 Antworten

Zwischenfinanzierungen sind in solchen Fällen völlig normales Prozedere. Schuldzinsen für die neue eigengenutzte Wohnung können Sie ebensowenig geltend machen wie AfA. Für die vermietete alte Wohnung hingegen steht Ihnen die Abschreibung für Anlagevermögen ab dem Zeitpunkt der Fremdvermietung voll umfänglich zu. Zu beachten wäre, dass vermietete Wohnungen in aller Regel etwas schlechter zu veräußern sind, als Leerwohnungen, da beim vermieteten Wohnraum in erster Linie Kapitalanleger auftreten, die nur nach der Rendite und weniger nach dem Wohnwert für sich selber schielen!

Da ist guter Rat nur schwer geben. All Deine Optionen sind möglich und es hängt von Deinen Lebensumständen und den Banken ab, welche Variante für Dich die Günstigste ist. Da hilft nur das Eine - ab zur Bank bzw. zu Banken Angebote und Vergleichsangebote einholen.

Wichtige Gründe die erste Wohnung nicht sofort wieder zu verhaufen: Jeder weiß sofort, dass du das Geld brauchst und versucht den Preis zu drücken. Als Kaufinteressent wäre ich höchst skeptisch wenn eine Wohnung nach so kurzer Zeit wieder verkauft würde. Was die Finanzierung anbelangt, lasse dich von einem unabhängigen Sachverständigen beraten. Zeitdruck und Hast sind immer ungünstige Faktoren. Überlege genau ob es unbedingt diese Wohnung sein muss und ob es nicht besser wäre in aller Ruhe ein Objekt in deiner Wunschgegend zu suchen.

Sprich mit deiner Bank, 20 - 25 % Eigenkapital sind ja O.K. wenn du ein gutes Einkommen hast, d.h. man würde die neue Wohnung wahrscheinlich eh finanzieren. Und ganz besonders kann, wenn du ja eine andere Wohnung als zusätzliche Sicherheit hast. Wenn du die 1. Wohnung dann über die Bank verkaufst, die großen haben ja alle auch eine Immobilenabteilung, machen die dir bestimmt auch eine Zwischenfinanzierung.

Ansonsten kannst du es natürlich auch durchrechnen lassen, was es die bringt, die 1. Wohnung zu behalten und zu vermieten, das rechnet sich bei den jetzigen Niedrigzinsen oft, aber man muss natürlich aufpassen, das man den richtigen Mieter findet, das Risiko von Mietausfällen trägst du allein. Wenn du ganz viel Pech hat, auch die Kosten von Gericht und Zwangsräumung.

Normalerweise kann man sich eine Wohnung auch leisten, wenn man 0 EK hat. Rechne mal so: Wenn du gekaufte Wohnung vermietest + quasi deine Miete weiterzahlst, dann kannst du die neue Wohnung sehr schnell finanzieren. Normalerweise sagt man, für eine Wohnung zahlt man ca. 20 Jahre, wenn man die Miete weiter zahlt, aber wenn du quasi 2 Mieten hast, hättest du nach 10 Jahren eine zweite Eigentumswohnung. Immobilien sind grundsätzlich eine gute Geldanlage.

Zu deinen Fragen:

a) Klar, Bau-/Immobilienkredite gibt es massig, einfach mal bei paar Banken nachfragen.

b) Klar, kannst du den Kredit auf die andere Wohnung laufen lassen. Allerdings musst du dann der Bank/dem Notar klar sagen, dass du das Geld aus der alten Wohnung wieder abziehen musst, wegen der neuen, und dann den Kredit da drauf laufen lassen willst. Wenn es von Anfang an auf einen Kredit gelaufen wäre, wäre es natürlich einfacher...

c) Banken verdienen an den Krediten nicht schlecht, deswegen einfach mal bei 2-3 Banken anfragen, dann siehst du in welchen Größenordnungen sie dir was anbieten werden.

zu a) Sprüche; versuche einmal eine 0EK Finanzierung zu bekommen. Das geht nur bei Sicherheiten. Außerdem 1% teurer.

zu b) Völliger Unfug. Schon einmal etwas von Objektbezogenheit gehört. Der BFH verlangt für den Schuldzinsenabzug bei V&V einen sachlichen und zeitlichen Zusammenhang von Kauf und Finanzierung. (das hat aber nichts damit zu tun wo die Schulden im Grundbuch stehen.)

Beispiel: selbst genutztes Haus bezahlt. Kaufe ETW mit aktueller 110% Finanzierung (inkl. Nebenkosten) von der Bank oder sonstwo! und trage die Grundschulden ggf. auf das Haus ein. (Grundschulden recycling falls vorhanden). Da das Haus sicher werthaltiger ist kann das eine billige < 50% Hypothek werden.

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