Eigentümer verursacht Wasserschaden- welche Versicherung zahlt?

5 Antworten

Wenn derartige Wasserschäden in der Gebäudeversicherung mit versichert sind, dann geht das durchaus in Ordnung, einen Gebäudeschaden auch in dieser Form regulieren zu lassen. Die Gebäudeversicherung hat aber selbstverständlich die Möglichkeit, den Schadensverursacher in Regress zu nehmen.

Hausrat- bzw. Haftpflicht des Verursachers zahlt. Die Gebäudeversicherung hat damit nix zu tun, es sei denn, es wäre ein Rohrbruch gewesen.

Nö, das ist falsch. Es zahlt wohl nur die Gebäudeversicherung.

Bei der Hausratversicherung ist der Hausrat versichert. Also alles was in der Wohnung drinnen ist. Und zwar Schäden an diesen Sachen durch verschiedene "Gefahren".

Hier reden wir aber von einem Schaden am Gebäude! Deswegen hat die Hausratversicherung NIX damit zu tun.

@Ojae12

Unter Umständen ist eine Holzdecke sehr wohl Gebäudebestandteil.

@Zyogen

Eine Decke ist IMMER Gebäudebestandteil!

@Ojae12

Hier geht es um Eigentumswohnungen, deshalb nehme ich an, es geht um den Unterschied "Gemeineigentum" und "Sondereigentum". Die Decke als solche ist Gemeineigentum, die Holzdecke aller Wahrscheinlichkeit nach Sondereigentum als Bestandteil der betreffenden Wohnung.

Übrigens dürfte der Wohnungseigentümer auf einem großen Teil seiner Kosten sitzenbleiben. So eine Decke muss ja nicht am selben Tag repariert werden, da kann man schon warten, bis man drei, vier Angebote hat, die man vergleichen kann. (Es sei denn, er kann nachweisen, dass er psychisch krank ist und deshalb unter dem Anblick zerstörten Eigentums unverhältnismäßig leidet.)

In der Gebäudeversicherung sind Schäden am eigenen Hab und Gut versichert, die durch Leitungswasser, Sturm + Hagel und Feuer entstehen. Oft auch noch die sogenannten sonstigen Elementarschäden (Überschwemmung, Schneedruck, etc.) Hier haben wir per Definition den "bestimmungswiedrigen Austritt von Leitungswasser". Damit ist ein Versicherungsfall eingetretetn.

Der Vorteil, wenn man die eigene Versicherung (Gebäude oder Hausrat, je nach Schaden) in Anspruch nimmt ist, dass die eigene Versicherung immer den NEUWERT erstattet. Wenn ich so eine Versicherung nicht habe und den Schädiger hafttpflichtig mache, dann wird dieser (bzw. dessen Haftpflicht) immer nur den ZEITWERT erstatten.

In unserem konkreten Fall hieße dass, die Haftpflichtversicherung würde fragen, wie alt die Decke war und würde entsprechend nur anteilig leisten, weil der Wert nur noch eine Bruchteil des Anschaffungspreises ist. Außerdem kann man jemanden nur haftpflichtig machen, wenn dieser fahrlässig gehandelt hat. Es kann schwierig werden, das nachzuweisen. Eventuell muss man dafür zum Anwalt gehen.

Daher der alte Grundsatz in der Versicherung: "Eigen vor Fremd". Bei Schäden im Haus und in der Wohnung geht man immer zuerst an seine eigene Versicherung. Wer den Schaden verusacht hat, spielt dabei zunächst keine Rolle.

deine antwort macht soweit sinn, bis auf den letzten satz.

@adrian1980

Danke. Aber auch der letzte Satz entspricht den Tatsachen. Wenn mir Wasser ausläuft und die Gebäudeversicherung zahlen muss, dann interessiert nicht, wer die Waschmaschine angemacht hat. Der Schaden als solcher ist versichert.

Also, jeder ET kauft doch mit seiner Wohnung sein Allwissen mit und wenn er so einen Auftrag vergibt, bezahlt er ihn doch auch. Alles ganz einfach.

Reparaturaufträge zu Lasten der WEG hat nur ein Verwalter auszulösen und Empfänger solcher Rechnungen ist dann auch die WEG. Prüfe also kritisch nach und setze den Verwalter ggf. auf den Topf. Auch ganz einfach.

Wenn die Gebäudeversicherung jetzt nicht alles komplett zahlt, wird wahrscheinlich die Gemeinschaft einspringen und das kann ja irgendwie garnicht sein!!

Wo bleibt da die Verursacherhaftung???

Als ich damals einen Wasserschaden verursacht habe, hat meine Haftpflicht die Schäden beim Nachbarn bezahlt und seiner Hausrat hatte er wohl auch noch was gemeldet. Aber die Gebäudeversicherung war da garnicht im Spiel. Und der Verwalter ist auch nicht ausgerückt und hat Fotos gemacht. Finde ich sowieso merkwürdig, dass der Verwalter quasi für die Versicherung die Fotos macht. Kommt da nicht sonst ein Gutachter?

@adrian1980

Das verstehe ich nicht. Warum sollte denn eine WEG die Kosten und Lasten eines ET tragen? Der hat doch bestellt, also bezahlt er doch auch, oder? Und wenn der Verwalter bestellt, hat er ja nicht, dann bezahlt die WEG bzw. deren Versicherung. Alles doch ganz einfach. Und was früher ein ET irgend wann einmal und dann auch noch ohne seine Versicherung und dann auch nich schlecht ordnet, ist doch heute nicht mehr wichtig. Merke: Haftpflicht bezahlt nur den Zeitwert, VGV alles neu. Und jeder ET bezahlt doch seine VGV, warum nimmt er sie dann nicht in Anspruch?

Also ich fang mal vorne an:

Da der Miteigentümer den Schaden verursacht hat, zahlt seine Haftpflicht nicht. (Eine Haftpflicht zahlt nur an dritte und nicht an mitversicherte Personen)

Die Gebäudeversicherung übernimmt Schäden durch ROHRBRUCH, ein abspringen des Zulaufschlauches ist kein Rohrbruch... (Es gibt aber Versicherungen da ist es miteingeschlossen, aber sehr selten)

Wenn es aber ein Rohrbruch wäre, dann wäre es Bestandteil der Wohngebäude. Ganz einfache Faustformel: Alles was man beim Auszug mitnimmt ist Hausrat, der Rest Wohngebäude (trifft nicht in 100 % zu aber als Faustformel reichts)

Ähm...nö.

Es ist nicht Rohrbruch, sondern Gebäudebeschädigung durch Leitungswasser versichert. Und das ist nicht selten, sondern Standard.

@qugart

Naja, so einfach ist es nicht!

Lies dir mal die Bedingungen einer Gebäudeversicherung durch.

Da heisst es: Durch Bruch!

Meist heisst es zusätzlich: ....oder , "durch bestimmungswidrig ausgetretenes Wasser".

Und ein abgesprungener Schlauch ist keines von Beiden! Auch hier eine Frage der Formulierung!

@Ojae12

doch, es ist bestimmungswidrig ausgetretetnes LW. Das ist genau die Definition im Versicherungsdeutsch.

@Bleistein

naja, das Wasser tritt ja genau da aus wo es austreten soll...

nur leider fehlt halt der schlauch wo es wieder rein soll...

Ich geb dir ja vollkommen recht, dass ein defekter Schlauch "bestimmungswidrig ist".

Aber ein "fehlender" Schlauch (warum auch immer) ..... ich weiss es nicht

@Ojae12

Und genau der defekte Schlauch ist das Paradebeispiel für das bestimmungswidrig austretende Leitungswasser.

@qugart

Ja, aber der Schlauch ist ja nicht defekt! Der Schlauch ist ganz, die Leitung auch..

Er ist abgesprungen.. Das heisst Montagefehler oder Konstruktionsfehler.

Das Wasser kam ja nicht irgendwo raus wo es nicht rauskommen sollte, sondern genau da wo es rauskommen sollte... nur fehlte dort dann ja ein Teil..

Ich denk immer noch nicht, das man es bestimmungswidrig ist...

@Bleistein

"Bestimmungswidrig austretendes Leitungswasser aus Zu- oder Ableitungen".

Der Gegensatz dazu wäre ein auslaufendes Aquarium, das zwar auch mit Leitungswasser gefüllt ist, aber eben nicht unter die Leitungswasserversicherung fällt.

Es gibt keine "Rohrbruchversicherung". Es handelt sich um bestimmungswidrig ausgetretenes Leitungswasser- Das ist doch wohl unstrittig.

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